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ADT in Eclipse

News & Wissen ABAP Development Tools (ADT) in Eclipse: Warum es sich zu lernen lohnt

Die ABAP Development Tools (ADT): Fast jeder SAP-Entwickler hat sie schon einmal kennengelernt, wenn auch nur im Rahmen einer Schulung. Dabei bieten die ADT in Eclipse für Entwickler das Beste aus beiden Welten, nämlich den Zugriff auf die altbekannten Transaktionen aus der SAP GUI sowie die Funktionalität und den Komfort einer modernen Entwicklungsumgebung.

In absehbarer Zukunft sollen alle Entwicklungsarbeiten im SAP Business Application Studio (BAS) gebündelt werden, das bereits im Jahr 2019 als Nachfolger der SAP Web IDE angekündigt wurde. Doch bis das BAS die entsprechende Reife und Stabilität erreicht hat, wird noch einige Zeit vergehen und wenn sie gekommen ist, wird sich nicht jeder - genau wie bei der Web IDE - mit dem Gedanken anfreunden können, eine Hardware-hungrige IDE in einem Hardware-hungrigen Browser zu bedienen. Bis dahin bleiben die ADT in Eclipse auch weiterhin die exklusiven Werkzeuge zum Erstellen von Core Data Service (CDS)-Views im ERP und vor allem im SAP S/4HANA-Umfeld sowie eine Bereicherung für die ABAP-Entwicklung.

Im Folgenden stelle ich Ihnen acht Punkte vor, die Sie bei der ABAP-Entwicklung mit den ADT in Eclipse unterstützen und eine CDS-Entwicklung ermöglichen.

Für diesen Artikel wurde Eclipse 2020-12 und die entsprechende ADT-Version verwendet. Informationen zur Einrichtung und zum Download der entsprechenden ADT- und Eclipse-Versionen finden Sie hier, die offizielle SAP-Hilfe-Seite hier.

1. Richten Sie den Workspace richtig ein

Ein großer Vorteil von Eclipse besteht darin, dass man sich seinen Workspace beliebig einrichten kann. Die IDE bietet eine Vielzahl an nützlichen Fenstern, die meist erst aktiviert werden müssen.

Man kann die Fenster je nach Wunsch anordnen, in der Größe anpassen oder minimiert lassen, bis man sie benötigt. Mit Doppelklick auf die Tabs der Fenster lassen sie sich auch maximieren oder in den vorherigen Zustand zurückversetzen.

Unter dem Menüpunkt Window>Show View>Other… findet man noch so einige weitere Optionen, wie die Minimap oder die Outline, mit denen man schnell zu bekannten Code-Strukturen bzw. zu global definierten Variablen, Methoden und lokalen Typen in einer Klasse springen kann.

Unter Window>Show View>Other…>ABAP findet man die ADT-eigenen Fenster, wie die ABAP Language Help, mit der man Zugriff auf die ABAP-Schlüsselwortdokumentation erhält. Zwar kann man diese - genau wie in der SE80 - mit der F1-Taste in Eclipse aufrufen, aber das Fenster lässt sich auch im Workspace verankern. Ebenfalls praktisch ist das ABAP-Element-Info-Fenster, mit dem man jederzeit Einsicht in die Typdefinition des gerade selektierten Code-Elements nehmen kann.

Eclipse verfügt über mehreren Entwickleransichten, Perspectives genannt, die einen spezifischen Zweck erfüllen. Die ADT fügen einige Perspectives hinzu, darunter sowohl eine Entwicklungs- als auch eine Debugging-Ansicht für ABAP. Die Ansichten sind unabhängig und lassen sich unterschiedlich anpassen. Dies ist sinnvoll, da einige Fenster in den entsprechenden Ansichten störend wirken können oder auch redundant sind. Perspectives sind in der oberen rechten Ecke der IDE-Toolbar zu finden bzw. zu aktivieren.

2. Lernen Sie die Hotkeys

Neue Software, neue Hotkeys - ein mühsames, aber notwendiges Unterfangen, um einen optimalen Level an Produktivität und Komfort zu erreichen. Natürlich muss man nicht jeden Hotkey auswendig können, sondern nur jene, deren Funktion man am häufigsten nutzt. Diese prägen sich dann auch schnell ein. Hilfreicherweise orientieren sich viele der ADT-Hotkeys an der Hotkey-Belegung der SAP GUI.

Unter Preferences>General>Keys lassen sich Hotkeys wie gewünscht konfigurieren und auch exportieren. Es folgen zwei Tabellen mit meinen unentbehrlichen Hotkeys:

Für die Entwicklung:

Für das Debugging:

Wer sich wundert, warum es keinen Hotkey für die Code-Prüfung gibt: ADT überprüfen den Code automatisch während des Codens. Fehler und Warnung zeigen sich dann unter dem Fenster Problems.

3. Bringen Sie mehr Farbe ins Entwickler-Leben

Eclipse bietet viele Einstellungsmöglichkeiten, um das Entwickler-Leben einfacher zu machen, auch für die ADT. Unter anderem kann man die Code-Formatierung anpassen, aber es geht noch weiter: Genau wie in der SAP GUI kann man auch hier die farbliche und schriftliche Hervorhebung von ABAP-Schlüsselwörtern je nach Wunsch anpassen und somit die Leserlichkeit gegenüber der Standardeinstellung deutlich erhöhen.

Rufen Sie dazu Preferences>ABAP Development>Editors>Source Code Editors>ABAP Keyword Colors auf.

4. Fertigen Sie Templates an

Eine Zahl an vorkonfigurierten Templates wird auch mitgeliefert, die man über den Content Assist Hotkey abrufen kann. Das erspart Ihnen Zeit und fördert die Produktivität. Zum Beispiel verwende ich gerne Inline-Deklarationen für Feldsymbole, da ich diese selten in ABAP Objects wiederverwenden muss. Dafür erstellte ich mir folgendes Template:

Man kann sich auch Templates für Kommentare und ABAP Docs anfertigen, ähnlich wie man es aus anderen IDE oder Editoren kennt. Anschließend empfiehlt es sich, mit den Einstellungen herumzuexperimentieren; andere nützliche Features wie Mark Occurences und Code Completion lassen sich dort nach den eigenen Vorlieben konfigurieren.

Rufen Sie dazu Preferences>ABAP Development>Editors>Source Code Editors>ABAP Templates auf.

5. Erstellen Sie CDS-Views schneller mit Templates

Zurzeit lassen sich nur mit den ADT CDS-Views erstellen, weshalb für SAP-Entwickler, die im SAP HANA-Umfeld unterwegs sind oder die neuen SAP-Programmiermodelle CAP und RAP realisieren, kein Weg an Eclipse vorbeiführt. Aber auch hier profitieren Entwickler durch die Eclipse-nativen Funktionalitäten wie Code Completion.

Besonders profitiert man aber von den vielen mit ADT ausgelieferten Templates für Access Controls, Data Definitions und Metadata Extensions. Und genau wie bei ABAP Code Templates lassen sich auch hier sehr leicht eigene Templates erstellen, die über Content Assist verfügbar sind.

Die Templates finden Sie in den entsprechenden Unterpunkten von Preferences>ABAP Development>Editors> Source Code Editors>…

6. Nutzen Sie die Fenster-Modi

Das Eclipse-native Feature ermöglicht das Klonen und Aufteilen des Editor-Fensters:

Im Gegensatz zur SAP GUI gibt es bei Eclipse keine Beschränkung der mandantenabhängigen offenen Fenster. Generell sind mehrere Fenster mit Eclipse nicht nötig, da alles mit Tabs gehandhabt wird. Hat man dennoch den Wunsch nach Fenstern, kann man die Tabs jederzeit vom Hauptfenster entkoppeln.

Im Entwickleralltag kommt es oft vor, dass man Codes vergleichen oder an Schnittschellen parallel arbeiten muss. In der SE80 ist dies nicht sehr gut zu bewerkstelligen, da die Oberfläche nicht nur rigide ist, sondern auch UI-Elemente selbst einen daran hindern, eine Übersicht über zwei nebeneinander gestellte GUI-Fenster zu erhalten. In Eclipse hingegen kann man das Editor-Fenster beliebig in der Horizontalen oder Vertikalen teilen. Klonen kann man das Editor-Fenster auch, was äußerst praktisch ist, wenn man an einer umfangreichen Klasse arbeitet. Nachrichtenklassen bzw. lokale Klassen lassen sich auf diese Weise schön der Mutterklasse gegenüberstellen. Auch Web-GUI-Tabs mit benötigten Transaktionen sind eine Option - die Möglichkeiten sind zahlreich.

Rufen Sie dazu Windows>Editor> auf und wählen Sie einen Modus.

7. Machen Sie sich bei Internetstörungen keine Sorgen mehr

Eine der für Entwickler unschönsten Eigenschaften der SAP GUI kommt dann zum Ausdruck, wenn eine Störung der Internet- oder Systemverbindung auftritt oder man die Arbeit kurz unterbricht und ein Timeout der SAP GUI erfolgt. Denn in beiden Fällen schließt die GUI sämtliche Fenster und im schlimmsten Falle verliert man damit auch wertvolle Arbeitsfortschritte, wenn man vergessen hat, vorher zu speichern. Hat man GUI-Fenster in Eclipse geöffnet, werden diese bei einer Unterbrechung oder einem Timeout ebenfalls geschlossen, aber Editor-Fenster samt Code bleiben bestehen. Des Weiteren bleibt die Anmeldung erhalten, solange die IDE offen ist. Dabei unternehmen die ADT selbständig Verbindungsaufnahmen mit den entsprechenden Servern. Man muss lediglich die Transaktionen erneut aufrufen.

8. Nutzen Sie die Eclipse- und ADT-Features, wo es Sinn macht

Zu guter Letzt bieten die ADT in Eclipse eine Fülle an nützlichen Features, die einem die Arbeit deutlich erleichtern. Einige davon spiegeln die SAP GUI-Features wider, andere sind ADT-exklusiv. Der Vorteil bei den ADT ist jedoch die moderne, uniforme und flexible Oberfläche. Fehlt einem doch ein Feature, kann mit dem Eclipse-Befehl Access commands and other items nach dem Feature gesucht werden, alternativ öffnet man ein SAP GUI-Fenster in Eclipse mit der Transaktion.

Beispielweise bieten die ADT einen Transport Organizer zum Transportieren von Aufträgen. Leider ist es zum Zeitpunkt des Schreibens mit dem Tool nicht möglich, Transportkopien zu erstellen. Hier würde es sich anbieten, die SE01 in einem SAP GUI-Tab in Eclipse zu öffnen.

Das Navigieren durch Code mit den eingebauten Features ist deutlich angenehmer und ich kann nur empfehlen, sich damit vertraut zu machen. Mit Open in Project im Kontextmenü lassen sich zum Beispiel Projekte in anderen Mandanten öffnen, sofern transportiert, was beim Testen und Debuggen sehr praktisch ist. Beim Debuggen lassen sich auch - wie in der SAP GUI - bei Breakpoints Trigger-Bedingungen setzen, dazu CTRL + Doppelklick auf den Breakpoint. Auch den User für den Breakpoint kann man unter Preferences>ABAP Development>Debug>Run/Debug mandantenspezifisch einstellen.

Eine gute Übersicht von möglicherweise vermissten SE80-Features bieten die von der SAP bereitgestellten FAQs for SE80 Experts Using ADT.

Fazit

Anfangs mag das Ganze überwältigend wirken, besonders für jene, die hauptsächlich in der SE80 programmiert haben und wenig Erfahrung mit anderen IDEs haben. Nichtsdestotrotz empfehle ich Ihnen, sich mit den ADT in Eclipse etwas näher zu beschäftigen. Die investierte Zeit wird sich schnell auszahlen, weil es das Programmieren weitaus produktiver und spaßiger macht.

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