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Vertriebsinformationssystem SAP ERP vs. SAP S/4HANA

News & Wissen Vertriebsinformationssystem: SAP ERP vs. SAP S/4HANA - what´s new?

Irgendwann ist es so weit: Man ist jahrelanger Anwender eines SAP ERP-Systems im Vertriebsumfeld und nun steht die Konvertierung zu SAP S/4HANA im Raum. Vielleicht ist zu dem einen oder anderen bereits durchgedrungen, dass einige Transaktionen in der SAP S/4HANA-Umgebung nicht mehr zur Verfügung stehen. Der klassische Kundenstamm wurde in den Business Partner überführt. Doch es gibt noch weitere Veränderungen: Einige Transaktionen wurden ganz abgeschafft, für andere hat die SAP ein Nachfolgeobjekt kreiert. Schauen wir uns doch mal die Unterschiede zwischen SAP ERP und dem SAP S/4HANA im Vertriebsinformationssystem etwas genauer an.

CIC3 und VC/2 SAP vs. App „Kunde - 360°-Sicht“

Jeder kennt doch das klassische Kundenstammblatt, das im SAP ERP über die Transaktionen CIC3 oder VC/2 angezeigt werden kann.

Eine simple Anzeige der wichtigsten Parameter der einzelnen Reiter, die im Kundenstamm gepflegt werden können. Im unteren Teil befindet sich noch ein kleiner Abschnitt mit einer Schnell-Info. Dieser Block beinhaltet die Anzahl gesperrter oder rückständiger Aufträge sowie die Anzahl der noch offenen Aufträge, Lieferungen und Fakturen.

Ich persönlich war kein Fan dieser Transaktion, somit kann ich der Neuerung im SAP S/4HANA mit lachenden Augen entgegenblicken. Die SAP hat diese Daten elegant in der neuen SAP Fiori App „Kunde - 360°-Sicht“ verpackt.

Wie man sehen kann, werden im oberen Bereich zu Kundennummer und -name die hinterlegten Daten des Hauptansprechpartners angezeigt und daneben die Kundenklassifizierung aus dem Marketing.

Das Datenblatt an sich beinhaltet folgende Abschnitte:

  • Ansprechpartner
  • Vertriebsbereiche
  • Offene Angebote
  • Kundenaufträge
  • Kontrakte
  • Kundenretouren
  • Gut- und Lastschriftanforderungen
  • Verkaufslieferpläne
  • Fakturen
  • Auftragserfüllungsprobleme und
  • Anlagen

In den Abschnitten, die die Verkaufsbelege betreffen, hat man die Möglichkeit, in die jeweilige App zur Anlage dieser abzuspringen. Ebenfalls kann zur Verwaltung in die App gewechselt werden.

Die Anzeige der Spalten ist flexibel gestaltbar. Die wichtigsten sieht die SAP im Spaltenvorrat vor, diese können je nach Bedarf eingeblendet oder auch in der Reihenfolge verändert werden. Wie oben zu erkennen ist, werden die gängigsten Spalten wie Verkaufsbelegnummer, Kundenreferenz, Gültigkeitszeitraum (sofern relevant), Gesamtbelegstatus und der Nettowert standardmäßig angezeigt. Sollte die Gültigkeit in der Vergangenheit liegen, werden die Werte in roter Schriftart dargestellt.

Klickt man eine der aufgelisteten Verkaufsbelegnummer an, öffnet sich ein Pop-up, in dem die weiteren Aktivitäten ausgewählt werden können.

Bei den Kontrakten sind folgende Auswahlmöglichkeiten verfügbar:

Über „Weitere Links“ kann die Liste der Auswahlmöglichkeiten angepasst bzw. verringert werden (siehe Screenshot rechts).

Für mein Empfinden ist die App „Kunde - 360°-Sicht“ richtig gut geworden. Man hat alles, was den Kunden betrifft, auf einen Blick parat. Die Möglichkeiten, sich umgehend Belege anzeigen zu lassen, welche anzulegen oder zu verändern, sind von Vorteil, wenn man bspw. den Kunden gerade am Telefon hat.

VA25N, SDO1 und VA45N vs. Nachfolgeobjekte

Kommen wir nun zu den Listen im Vertrieb. Zum täglichen Brot der Anwender gehören doch bspw. die Transaktionen wie VA25N – „Liste Angebote“ oder SDO1 - „Aufträge im Zeitraum“ ebenso wie VA45N – „Liste Kontrakte“.  All diese Transaktionen wurden von der SAP mit einem Nachfolgeobjekt versehen. Nachfolgend habe ich kurz aufgelistet, welche Transkationen womit ersetzt wurden:

Die Transaktionen mit dem Zusatz „N“ am Ende waren im ERP–Umfeld schon um einiges brauchbarer als die normalen Transaktionen. Sehen wir uns die Unterschiede im Bereich des Angebots doch einmal an, um die Entwicklungen in diesen Bereichen deutlich zu machen.

Starten wir mit der Transaktion VA25. Wie man sehen kann, ist diese in den Selektionsmöglichkeiten ziemlich eingeschränkt. Eine Hand voll Felder, die im besten Fall über „Weitere Selektionskriterien“ um acht Felder erweitert werden können. Und man kann die Partnerrolle von AG (Auftraggeber) auf ZM (zuständigen Mitarbeiter) ändern.

Das war´s dann aber auch schon mit der Herrlichkeit.

Die Transaktion VA25N wurde dann etwas schöner und übersichtlicher aufgebaut. Alle Selektionsfelder wurden auf dem Selektionsbild platziert. Es sind noch ein paar weitere Selektionsfelder dazugekommen. Alles in allem kommt man damit gut zurecht.

Die Ergebnisausgabe der beiden Transaktionen unterscheidet sich auch etwas. Hier abgebildet die VA25: Wie man sehen kann, werden die Angebotspositionen auf Einteilungsebene heruntergebrochen dargestellt. Das kann man gut finden oder auch nicht, aber man hat keine andere Wahl.

Wogegen die VA25N nur die Kopfdaten des Angebots darstellt. Dafür wurde aber bei dieser Neuerung die Möglichkeit implementiert, im Ändern- oder Anzeige-Modus in das Angebot abzuspringen.

Im SAP S/4HANA kann man natürlich noch die gewohnten Transaktionen aufrufen. Aber man erhält unten stehenden Hinweis als Pop-up. Wenn man diesen mit dem grünen Haken unten rechts bestätigt, wird man wie beschrieben in die VA25 umgeleitet. Man hat also keine Möglichkeit mehr, mit den „alten“ Transaktionen zu arbeiten.

Aber das ist auch gar nicht mehr nötig, da die VA25 im SAP S/4HANA eine Vielzahl von Selektionsfeldern mitbringt und man hier wirklich flexibel in alle Richtungen Angebote selektieren kann. Die einzelnen Bereiche sind übersichtlich gegliedert, in meinen Augen wurden alle relevanten Felder des SAP Standards berücksichtigt.

Auswahl der Anzeigevarianten

Auch eine schicke Sache ist die Auswahl der Anzeigevarianten, die man im Selektionsbild auswählen kann. So kann man bereits vor der Ausgabe auswählen, auf welcher Ebene die Daten angezeigt werden sollen. Sind die Kopf- oder Positionsdaten des Auftrags relevant oder soll die detaillierte Einteilungsebene angezeigt werden?

Die Ergebnisseite wird anschließend auf Basis der Selektionskriterien und der Anzeigevariante aufgebaut. Man hat aber auch auf der Ergebnisseite die Möglichkeit zwischen den Anzeigevarianten zu wechseln. Des Weiteren können die Angebote storniert werden und es sind auch gewisse Beleganpassungen über die Massenänderung durchführbar.

VA06 vs. App „Kundenauftragserfüllung"

Einige kennen sicherlich auch den Kundenauftragsmonitor, den man über die Transaktion VA06 erreicht. Damit können Kundenaufträge mit bestimmten Status selektiert und angezeigt werden. Ferner konnte man über die Selektionskriterien in den Reitern noch weitere Einschränkungen vornehmen.

Als Ergebnis erhält man einen geteilten Monitor, der im oberen Bereich die Auftragskopfdaten und im unteren Bereich die Auftragspositionsdaten in Form eines ALV darstellt. Die gelben Warnsignale oder auch die rote Fehlerampel signalisieren dem Anwender: Bei diesen Aufträgen gibt es ein Problem. Es sollte somit umgehend gehandelt und das Problem gelöst werden, da ansonsten der Auftrag nicht verarbeitet werden kann.

Die Transaktion VA06 wird im SAP S/4HANA mit der SAP Fiori App „Kundenauftragserfüllung: Sachverhalte“ abgelöst. Auf Basis dieses Cockpits können Sachverhalte, die das Erfüllen der Kundenaufträge verhindern, effizient geklärt werden. Es werden nur die Kundenaufträge aufgelistet, die aus verschiedenen Gründen nicht weiterbearbeitet werden können.

Dies ist eine KPI (Key Performance Indicator) App und genauso ist diese auch aufgebaut. Startet man die App erhält man erst einmal eine Reihe an Balken, die verschiedene Probleme widerspiegeln. Wie man hier erkennen kann, gibt es Probleme mit unvollständigen Daten, mit Liefersperren in Aufträgen oder auch unbestätigten Mengen in Kundenaufträgen. Auch die Einkaufsprobleme in der Beschaffung werden hier aufgelistet wie noch vieles mehr.

Klickt man auf den vorderen Bereich, z. B. „Liefersperre in Kundenaufträgen (SO02), und anschließend auf Kundenaufträge, erhält man eine Liste mit den Aufträgen, die das Problem der Liefersperre haben.

Leider kann man hieraus nicht in die Belegbearbeitung abspringen, aber man hat die Möglichkeit, die Liste zu exportieren und im Nachgang abzuarbeiten oder sie an die jeweiligen Kollegen zur Bearbeitung zu übergeben.

Fazit

So, nun sind wir am Ende angekommen. Das waren ein paar Veränderungen, die mit der Umstellung von SAP ERP auf SAP S/4HANA auf die Anwender oder auch Key-User im Vertriebsumfeld zukommen. In meinen Augen hat sich Vieles positiv verbessert und ehrlich gesagt wüsste ich nicht, welche der Transaktionen ich schmerzlich vermissen würde. Es ist alles nur reine Gewohnheit.

In diesem Sinne: Viel Spaß in der neuen SAP S/4HANA-Welt!

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