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SAP Business Application Studio

News & Wissen SAP Business Application Studio - What's New?

Das SAP Business Application Studio (SAP BAS) ist die neueste cloudbasierte Entwicklungsumgebung für SAP UX-Entwickler, insbesondere SAPUI-Entwickler. Erfahren Sie in diesem Blogbeitrag alles über das SAP BAS - von den Voraussetzungen über die Features bis hin zur großen Frage: Lohnt sich ein Wechsel?

Im Gegensatz zum Vorgänger, der cloudbasierten SAP WEB IDE Fullstack, basiert das SAP Business Application Studio auf der Open Source-Plattform IDE Eclipse THEIA, welche die Basis für Microsoft Visual Studio Code (VS Code) bildet. Diese Basis sollte ein Plus an Features sowie eine erhöhte Stabilität und Performance bieten.

Zudem entwickelt die SAP eigene Plug-ins für das SAP Business Application Studio, die parallel für VS Code veröffentlicht werden. So können auch Entwickler, die lokal offline mit VS Code entwickeln möchten, von den neuen Features profitieren.

Voraussetzungen

Wie erhalte ich überhaupt Zugriff auf die neue SAP IDE? Das Business Application Studio steht in der SAP Business Technology Platform im Cloud Foundry Environment zur Verfügung.

Sollten Sie noch in der älteren Umgebung der SAP Business Technology Platform, dem Neo Environment arbeiten, können Sie lediglich den Vorgänger, die SAP Web IDE Fullstack, nutzen.

Features

Was sind also die Unterschiede und neuen Features im Vergleich zur SAP Web IDE? Ein Hauptmerkmal ist, dass das SAP BAS vordefinierte DevSpaces mit Tools und Runtimes, zugeschnitten auf unterschiedliche Entwicklerrollen, anbietet.

Jeder DevSpace läuft in einer eigenen virtuellen Maschine und bietet unterschiedliche individualisierte Feature-Sets und GUI-Voreinstellungen. Bei der SAP Web IDE verfügen wir über lediglich einen standardisierten DevSpace, der sich nur begrenzt individualisieren lässt.

Das SAP BAS soll langfristig alle App-Typen unterstützen, die auch mit der SAP Web IDE möglich sind (SAP Fiori Elements, SAP Fiori Launchpad Apps etc.). Darüber hinaus unterstützt lediglich das SAP Business Application Studio Business Services und Full Stack-Applikationen nach dem neuen Cloud Application Programming (CAP) Model-Standard mit Java und node.js.

Insgesamt scheint das „Look and Feel“ des SAP BAS einer Desktop IDE näher zu sein als die SAP Web IDE - nicht zuletzt wegen der nützlichen Command Line Tools (Command Palette & Terminal), die direkt in die GUI integriert sind. Zudem erscheint insgesamt alles in der Handhabung etwas responsiver und flüssiger.

Zudem bietet das SAP BAS mehr Produktivitätstools und erweiterte Debugging-Möglichkeiten im Gegensatz zum Vorgänger.

Die IDE basiert wie Microsoft VS Code auf einem starken Open Source-Fundament, das von der Community stetig gepflegt und weiterentwickelt wird.

Leider gibt es vom SAP BAS noch keine offlinefähige „Personal Edition“, wie es bei der SAP Web IDE der Fall war. Diese ist laut der SAP allerdings bereits in Arbeit. Möchte man offline arbeiten, muss man auf VS Code ausweichen und dort die entsprechenden SAP Fiori-Tools installieren.

Erste Schritte – Hands-on

Aber genug der Theorie. Schauen wir uns die neue IDE doch einmal direkt in der Praxis an.

Wie starte ich die Anwendung überhaupt in einer Cloud Foundry Umgebung?

Die einfachste Variante zum Ausprobieren der neuen Cloud IDE der SAP ist die kostenlose, aktuelle Trialversion.

Haben Sie sich für die Trial angemeldet, geht es nach der ersten Anmeldung im Einleitungsbildschirm weiter mit der Einrichtung des bereits erwähnten DevSpace.

DevSpace anlegen

Jeder DevSpace lässt sich mit einer Vielzahl von Tools anpassen, ähnlich wie Plug-ins unter VS Code oder Eclipse.

Statt sich alle Tools per Hand zusammenzusuchen, empfiehlt es sich zu Beginn eine der von der SAP vorgesehenen Entwicklerrollen auszuwählen. Rechts werden dann die in dem Preset enthaltenen Erweiterungen angezeigt. Nun bestätigen wir mit Create DevSpace.

DevSpace anlegen

Jetzt warten wir ab, bis die VM für unseren DevSpace initialisiert und der Dienst verfügbar ist, erkennbar am Flag „Running“.

DevSpace starten

Klicken wir nun auf den Namen der DevSpace-Instanz öffnet sich der Startbildschirm des neuen SAP Business Application Studios.

Im linken Bereich finden wir die Reiter für die wichtigsten Ansichten, die wir größtenteils bereits aus der Web IDE kennen, nur das diese hier links angeordnet sind.

Folgende Ansichten (von oben nach unten) stehen hier zur Auswahl:

  1. Dateiansicht Projektdateien auswählen, kopieren, verschieben etc.
  2. Suche Texte in den Projekten innerhalb des Workspace suchen
  3. GIT Die bekannten GIT Features; diese werden nur angezeigt, wenn ein Repository eingerichtet ist
  4. Debug Eines der größten neuen Features; der erweiterte Debugger des Business Application Studios
  5. Extensions Über diesen Reiter lassen sich einfach Third Party Extension (Fremdbibliotheken) dem aktiven SAPUI5- Projekt hinzufügen.
  6. Targets Hier lassen sich Deployment Targets innerhalb der Cloud Foundry Umgebung einrichten.
  7. Configurations Erstellung von Runtime Konfigurationen und Ausführen der aktiven Anwendung
  8. SAP Fiori Application Modeler Der Application Modeler ist Bestandteil der SAP Fiori Tools und nur verfügbar, wenn diese eingerichtet sind. Mit Hilfe eines grafischen Editors ermöglicht der Application Modeler das einfache Erstellen von SAP Fiori-Anwendungen ohne große Programmierkenntnisse.
  9. Service Center Dieser Reiter bietet Informationen zu den angebundenen SAP-Systemen und Services.
  10. History Hier lässt sich der Verlauf der Entwicklung anhand der GIT History nachvollziehen.

Neben dem Bereich links zeigt das Content Fenster rechts Details zum ausgewählten Reiter an. Beim ersten Start sollte dieses der Welcome Screen sein.

Schauen wir uns nun den neuen Code Editor an, indem wir aus dem Welcome Screen heraus eine neue App, basierend auf einem Template, erstellen.

Anwendung aus Template erstellen - Startbildschirm

Im nächsten Bildschirm wählen wir den Template-Typ aus. Ich entscheide mich hierbei für eine Standard SAP Fiori-Applikation und bestätige mit dem Start-Button.

Als nächstes geht es an die Auswahl eines geeigneten Floorplans. Während das Template den allgemeinen technischen Aufbau der App für die jeweilige Plattform definiert, bieten uns die Floorplans vorgefertigte, konkrete GUI Templates mit bereits vorhanden Elementen und Logik, zum Beispiel für eine klassische Worklist App oder einen List Report.

Möchten wir eine eigene leere App von Grund auf selbst mit allen Freiheiten entwickeln, wählen wir an dieser Stelle den Typ SAPUI5 Freestyle aus. Hier hat man dann die Möglichkeit, eine leere funktionierende SAPUI5 App ohne konkreten Inhalt zu erstellen. Nun bestätigen wir mit dem Next Button.

Anwendung aus Template erstellen - Floorplan

Sollten wir jetzt Daten von einem bereits angebundenem System benötigen, können wir diese im nächsten Schritt unkompliziert anbinden, ohne die manifest.json per Hand zu editieren.

Für erste Demonstrationszwecke wähle ich hier zunächst kein System (None) aus und bestätige mit Next.

Anwendung aus Template erstellen - Datenanbindung

Im nächsten Schritt geben wir den Namen des initialen SAPUI5 Views an, der zusammen mit dem Template erstellt wird.

Letztendlich kommen wir zum Projektkonfigurationsscreen mit den Projektattributen.

Hier sollten wir auf jeden Fall einen Modulnamen, App Titel und einen aussagekräftigen Namespace festlegen. Auch eine Kurzbeschreibung der Anwendung kann optional mit angegeben werden.

Ebenso wird ein Pfad für das Projekt vorgeschlagen, der zunächst so belassen werden kann.

Zusätzlich gibt es bei Bedarf ganz unten im Screen noch folgende praktische Konfigurationsmöglichkeiten:

  • SAP Fiori Launchpad-Konfiguration für die App automatsch hinzufügen
  • Deployment-Konfiguration automatisch zur App hinzufügen
  • Erweiterte Optionen anzeigen / konfigurieren

Diese brauchen wir zunächst nicht. Wir schließen die Erstellung des Templates nun mit einem Klick auf den Finish Button ab.

Anwendung aus Template erstellen - Projektattribute

Nun müssen wir das angelegte Projekt öffnen. Hierzu navigieren wir im BAS Pane links auf den Reiter 1, Explorer und wählen links unten Open Folder. Im angezeigten Dateibaum öffnen wir unser Projekt aus dem Projects-Ordner.

Im webapp-Ordner finden wir dann unsere gewohnte SAPUI5-Projektstruktur.

Projekt im Explorer öffnen

Nun haben wir Zugriff auf das angelegte Projekt und dessen Dateien. Ein Doppelklick auf eine Projektdatei öffnet im Hauptfenster den neuen Code Editor, mit dem Sie wie gewohnt Ihre SAPUI5-Projekte editieren können.

Schließlich haben Sie die Möglichkeit, sich mit der neuen GUI und den erweiterten Features der IDE vertraut zu machen.

Öffnen wir beispielsweise einmal das neue Terminal. Hierzu wählen wir im Menü Terminal -> New Terminal oder nutzen den etwas ungewöhnlichen Shortcut Strg + ö.

Terminal öffnen

Das Terminal wird nun dauerhaft unten mittig eingeblendet. Probieren wir einmal einen simplen Command und prüfen mit node-v, ob node.js auf Projektebene installiert ist.

Terminal Command ausführen

Es sollte eine aktuelle Version zurückgegeben werden. Hieran sehen wir auch, dass die neuen SAPUI5-Projekte im Business Application Studio bereits in einer node.js-Umgebung angelegt werden, auch erkennbar am Ordner node_modules im Projektordner.

Schauen wir uns einmal die neue Command-Palette an. Im Menü View selektieren wir Find Command … oder führen den entsprechenden Shortcut aus.

Command-Palette öffnen

Im folgenden Eingabefeld können wir ganz oben einen eigenen Command eingeben. Darunter werden die zuletzt genutzten Commands aufgelistet und im untersten Drittel sämtliche verfügbaren Commands angezeigt.

Commands bieten einfach aufrufbare Shortcuts zu komplexeren Funktionen der IDE. Machen Sie sich mit den verfügbaren Commands vertraut, um Zeit zu sparen und Ihren Workflow zu verbessern.

Fazit

Bereits jetzt gefällt mir das SAP Business Application Studio sehr gut. Es bietet viele neue Features gegenüber dem Vorgänger, wie die neue Command-Palette oder das neue, mächtige Terminal. Auch optisch wirkt die GUI kohärenter. Die Bedienung funktioniert schnell und flüssig und steht einer Desktop-Entwicklungsumgebung in nichts nach.

Da das SAP Business Application Studio durch die gemeinsame Eclipse Theia-Basis an Microsoft VS Code anlehnt, profitiert es von den vielen Tools und Plugins der Microsoft IDE.

Durch das Open Source Konzept ist eine hohe Sicherheit der Codebasis und eine schnelle Reaktionszeit bei Fehlern oder Sicherheitslücken gewährleistet.

Die SAP macht hier aus meiner Sicht alles richtig und liefert mit dem Business Application Studio eine professionelle und zukunftsorientierte Lösung.

Sollten Sie die Möglichkeit haben, von der SAP Web IDE auf die neue IDE umzusteigen, kann ich dieses in jedem Fall empfehlen, da es für die Entwicklung nur Vorteile bringt.

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