Die Ampel springt auf Grün und damit fiel am 21. November 2025 der Startschuss für unseren SAP Business AI Fokustag. In knapp vier Stunden führten wir die Teilnehmer durch ein kompaktes Programm rund um AI-Strategien, eingebettete Funktionen im SAP-Umfeld und praxisnahe Automatisierungsszenarien. Die Moderation übernahm Simon Grubmüller (Consultant), der souverän durch die Agenda leitete.
Das Fahrerlager
Zum Auftakt stellte Robert Nickl (Consultant & Projektleiter) die CPRO INDUSTRY als „Fahrerlager“ vor, mit einem breiten Team an Experten, die auf verschiedenen Strecken unterwegs sind. Auch unser Chatbot smartY durfte kurz mitfahren: Robert hatte ihn gebeten, eine Kurzvorstellung der CPRO INDUSTRY zu erstellen und bot damit einen kleinen Einblick, wie wir KI bereits intern nutzen.
Boxengasse
Anschließend präsentierte Marcel Firley (Sales Specialist SAP BTP & AI) die AI-Strategie der CPRO INDUSTRY. Drei Punkte standen im Fokus:
- AI für alle: Jede Plattform soll die Möglichkeit haben, KI-Funktionen einzubinden.
- Use-Case-orientierte Umsetzung: Wenn ein spezifischer Anwendungsfall Customizing erfordert, wird dies strukturiert in Projekten umgesetzt.
- Change Management als zentraler Erfolgsfaktor: Neue Funktionen müssen erklärt und geschult werden, sonst leidet die Akzeptanz.
Die Implementierungsstrategie erfolgt in drei Schritten: Discovery Workshop -> Look & Feel Workshop -> Umsetzung.
Je nach Automatisierungsgrad sind Projekte innerhalb von 2–3 Monaten im Live-Betrieb. Schulungen für Key-User gehören für uns selbstverständlich dazu.
Streckenlayout & Taktik
Im Anschluss zeigte Fabian Runte (Consultant & Projektleiter), warum das SAP Cloud ERP eine ideale Basis für KI-Szenarien ist. Viele Funktionen sind bereits eingebettet, sofort nutzbar und ohne zusätzliche Tools verfügbar. Beispiele wie Error Explanation 2502 oder Easy Fill 2602 zeigten, wie KI Anwender im Alltag unterstützt.
Die SAP BTP beschrieb er als „die Maschine“ im Hintergrund mit drei Schlüsselkomponenten:
- Services
- Modelle
- Schnittstellen
Dabei standen insbesondere drei AI-Services im Mittelpunkt: SAP AI Core, SAP AI Launchpad und SAP Document AI.
Über 60 % der KI-Funktionen im SAP Cloud ERP stehen bereits ohne Zusatzkosten zur Verfügung – ein deutlicher Hinweis, wie stark SAP KI in die Standardprozesse integriert.
Einführungsrunde
Timo Deiner (Head of Innovation & Technology, MEE-Region, SAP) übernahm anschließend die erste große Einordnung: Wo steht SAP im Bereich Business AI? Welche Lösungen bietet das Portfolio? Und wie fügt sich das alles zusammen?
Während Menschen in Technologien oft linear denken, entwickeln sich KI-Funktionen deutlich schneller. Ein zentrales Thema war SAP Joule, ein Assistent, der perspektivisch alle relevanten Unternehmensinformationen miteinander verbindet: Finanzen, Lieferanten, Produkte, Mitarbeitende und Kunden.
Das Gesamtportfolio von SAP bildet dabei das Fundament: Cloud ERP, SuccessFactors, Ariba, Concur und Customer Experience sind tief integriert und unterstützen End-to-End-Prozesse über Unternehmensgrenzen hinweg. Für KI-gestützte Szenarien ist das ein wichtiger Vorteil.
Ein Baustein, der zukünftig eine große Rolle spielt: die Business Data Cloud (BDC). Sie macht Unternehmensdaten übergreifend verfügbar, was eine Voraussetzung für KI-Agents darstellt.
Launch Control
Zurück am Lenkrad übernahm erneut Marcel Firley (Sales Specialist SAP BTP & AI) und zeigte in einer Live-Demo, wie Embedded AI in den verschiedenen Line-of-Business-Bereichen aktiviert und genutzt wird. Entscheidend sei die Verbindung mit konkreten Use Cases, erst dadurch entsteht echter Mehrwert.
Er ordnete die eingebetteten Funktionen in drei Kategorien ein:
- 60 % Change Management
- 30 % Analytics
- 10 % Effizienzsteigerung
Zudem stellte er die Unterteilung in Base AI und Premium AI sowie die Übersicht im Discovery Center vor.
Ideallinie
Jan Krämer (Developer) erläuterte, wie sich Business Process Automation (BPA) mit Business AI optimal ergänzt. Als Low-Code/No-Code-Plattform auf der BTP ermöglicht BPA die Automatisierung ganzer Geschäftsprozesse über mehrere Systeme hinweg, inklusive SAP- und Non-SAP-Anbindungen.
Die Demos zeigten konkrete Szenarien:
- Automatische Kundenauftragserfassung
Go-Live in ca. 3 Monaten, ca. 60 % Effizienzsteigerung, < 3 Minuten Durchlaufzeit - Automatische Rechnungserfassung
Go-Live in ca. 3 Monaten, ca. 70 % Effizienzsteigerung, < 1 Minute Durchlaufzeit
Die Teilnehmer bekamen ein klares Bild, wie Prozessautomatisierung und KI zusammenlaufen und an welcher Stelle BPA und AI-Agents sinnvoll eingesetzt werden.
Tankstopp & Talk
In einer Diskussionsrunde mit Simon Grubmüller (Consultant), Marcel Firley (Sales Specialist SAP BTP & AI), Timo Deiner (Head of Innovation & Technology, MEE-Region, SAP) und Tobias Quante (Developer) ging es um Trends aus der SAP- und Non-SAP-Welt. Unter anderem stand die Frage im Raum, ob AI nur ein kurzfristiger Hype sei oder ein nachhaltiger Bestandteil moderner Unternehmensprozesse. Die gemeinsame Einschätzung: KI bleibt und Unternehmen sollten sich frühzeitig positionieren.
Letzte Runde und Überholmanöver
Den Abschluss bildeten Jan Krämer (Developer) und Marcel Firley (Sales Specialist SAP BTP & AI) mit Einblicken in eigene Lösungen. Ausgangspunkt waren typische Herausforderungen der internen Informationssuche: „Wo habe ich das Dokument abgelegt?“ oder „War die Präsentation auf dem Laufwerk oder in Teams?“
Dabei wurde unser Chatbot smartY vorgestellt, inklusive Anpassungsmöglichkeiten, Modellwechsel, Rollensteuerung und Dokumentenkategorisierung. Die Demo zeigte, wie flexibel die Lösung im Unternehmenskontext eingesetzt werden kann.
Ziellinie
Die zentrale Botschaft: KI ist kein Nischenthema und SAP setzt strategisch darauf. Unser Fazit für alle Teilnehmer:
Bleiben Sie dran, prüfen Sie die Einsatzmöglichkeiten in Ihren eigenen Prozessen und sprechen Sie uns an, wenn Sie Unterstützung benötigen.


















