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SAP Schnittstellen

News & Wissen SAP S/4HANA-Systeme erfolgreich anbinden: Schnittstellen im Überblick

Wie kann ein SAP S/4HANA-System an andere Systeme angebunden werden? Erfahren Sie in diesem Blogbeitrag, welche Möglichkeiten es hier gibt. Es handelt sich dabei um ausgewählte Schnittstellen, die seit vielen Jahren erfolgreich im Einsatz sind und sich großer Beliebtheit erfreuen. Andere habe ich im Laufe meiner Berufspraxis kennengelernt und für sehr empfehlenswert befunden. Aber lesen Sie selbst.

Allgemeine Anforderungen an eine Schnittstelle

Zunächst sollte geklärt werden, welche Anforderungen an eine Schnittstelle gestellt werden. Diese können sich je nach Kunde und Branche deutlich unterscheiden. Wird beispielsweise bei einer Schnittstelle in der Finanzbranche sehr viel Wert auf Datenschutz und Sicherheit gelegt, ist es im Produktionsbereich enorm wichtig, dass diese einfach und flexibel erweiterbar ist. Diese Aspekte wirken sich also direkt darauf aus, für welchen Weg man sich entscheidet.

Im Nachfolgenden ein paar Eigenschaften, die eine gute Schnittstelle ausmachen:

  • Sicherheit
  • Robustheit
  • Flexibilität
  • Datenschutz
  • Datensicherheit
  • Einfachheit
  • Überwachung / Protokollierung / Fehlerhandling
  • schnell
  • ohne Datenverlust
  • berechtigungskonform
  • gängige Standards (XML, Webservice etc.)

Hier sechs aktuelle Möglichkeiten, Daten von A nach B und zurück zu übertragen:

RFC – Remote Function Call

Aufruf innerhalb von SAP-Systemen

RFC-Verbindungen können direkt zwischen zwei SAP-Systemen hergestellt werden. Das wird in der Regel über die Transaktion SM59 eingestellt. Das sind feste Datenverbindungen zu anderen Systemen, ähnlich wie bei einem VPN-Tunnel.

Wenn diese Einstellungen gemacht worden sind, können zwischen den SAP-Systemen Funktionsbausteine aufgerufen werden. Für diese Bausteine ist entscheidend, dass die Eigenschaft „RFC-fähig“ gesetzt ist. Damit können Daten gesendet, empfangen und genauso genutzt werden.

Aufruf zwischen SAP und externem System

Aber auch zwischen einem SAP-System und einem externen System kann miteinander kommuniziert werden. Ist der Aufrufer das externe System, wird ein RFC-fähiger Funktionsbaustein bereitgestellt, der von „außen“ aufgerufen und die entsprechenden Aktion ausführt.

Ist das SAP-System der Aufrufer, muss zusätzlich zur Funktion, die aufgerufen werden soll, noch die Destination mitgegeben werden. Das bedeutet: Zum einen wird der Name der externen Funktion benötigt und zum anderen die Destination, welche die Informationen des Zielsystems beinhaltet. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten: statische, dynamische, vordefinierte Destination etc. Zusätzlich kann auf jedem Rechner mit SAP GUI auch die RFC Funktion verwendet werden, da die entsprechende Programmbibliothek gleich mitgeliefert wird.

BAPI – Business Application Programming

Bei Business Application Programming Interface (BAPI) ist es eine sehr ähnliche Vorgehensweise wie bei RFC-Aufrufen. Größter Unterschied ist, dass BAPIs eine standardisierte Schnittstelle von SAP-Business-Objekten sind, die im System reale Objekte darstellen. Das können Rechnungen, Aufträge, Bestellungen etc. sein. Diese ermöglichen es, Geschäftsdaten und Prozesse zwischen SAP-Systemen, aber auch zwischen SAP- und Non-SAP-Systemen auszutauschen oder darauf zuzugreifen. Damit werden Daten durch eine vordefinierte Schnittstelle auf geschäftlicher / betriebswirtschaftlicher Ebene ausgetauscht. Das bietet eine einfachere Vorgehensweise und mehr Stabilität.

Um diese Funktionen aufrufen zu können, muss der Name der Methode sowie die jeweiligen Export- und Importparameter bekannt gemacht werden.

IDoc – Intermediate Document

Auch das IDoc ist ein standardisiertes Format, bei dem Daten vom SAP-System exportiert oder in ein SAP-System importiert werden können. Auch hier werden - ähnlich wie bei BAPIs - Transaktionsdaten auf betriebswirtschaftlicher Ebene ausgetauscht. Und auch hier sind es reale Objekte, wie Transporte, Stammdaten und viele weitere. Diese können innerhalb eines Unternehmens, aber auch nach extern übertragen werden. Es können jedoch auch neue / eigene IDocs angelegt werden, sofern es kein vordefiniertes Format von SAP gibt.

Die Struktur ist durch den IDoc-Typ definiert. Grundsätzlich besteht ein IDoc aus einer Kopfzeile, mehreren Segmenten und den Statussätzen. In der Transaktion WEDI können alle Einstellungen zum Austausch von Daten eingestellt werden.

Die Kommunikation über IDocs ist im Gegensatz zu den RFC-Schnittstellen grundsätzlich asynchron. Insgesamt sind IDocs eine sehr stabile und bewährte Methode, um transaktionale Daten auszutauschen. Dadurch wurden viele Fehlerquellen bereits bereinigt und auch neue IDoc-Typen hinzugefügt und alte upgedatet.

Direkter Zugriff – Open / Native SQL

Der direkte Zugriff über Open SQL ist von der Vorgehensweise eine Kommunikationsart, die am ehesten der des RFC gleichen würde. Werden bei allen anderen Möglichkeiten Dateien ausgetauscht oder Funktionen aufgerufen, wird bei Open SQL direkt auf die Datenbank des Systems geschrieben. Diese Art der Übertragung ist oft nur dann sinnvoll, wenn Daten aus SAP exportiert werden. Bei Daten, die aus externen Systemen an SAP geschickt werden, sollte man gewisse „Regeln“ befolgen und vorsichtig sein, da in SAP viele Prozesse zusammenhängen und Datenbankbefehle auf keinen Fall direkt auf SAP Standard-Tabellen ausgeführt werden sollten.

Grundsätzlich wird hier eine Verbindung in der SM59 zwischen den kommunizierenden Systemen hergestellt. Anschließend kann über die richtige Notation direkt über ABAB eine Verbindung geöffnet werden. Danach lassen sich die Datenbankbefehle ausführen und die Verbindung kann wieder geschlossen werden.

Das Ziel von Open SQL ist es, einen einheitlichen SQL-Dialekt für alle Datenbanken im SAP-System anzubieten, sodass SQL-Befehle auf allen Datenbanken zum gleichen Ergebnis führen.

SOAP Web Service - Simple Object Access Protocol

Im Gegensatz zu allen anderen bisherigen Kommunikationsarten handelt es sich bei SOAP Web Services um eine Webtechnologie, die über das http-Protokoll die Aufrufe von Funktionen zur Verfügung stellt. Diese gehören insgesamt zu den etwas neueren Schnittstellen und erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.

Grundsätzlich werden in SAP die Funktionen in Form von Funktionsbausteinen angelegt und ausprogrammiert. Anschließend wird anhand der Funktionen ein sogenanntes WSDL-File (Web Service Description Language) erzeugt. Dieses WSDL-File enthält alle Informationen zu den einzelnen Funktionen und Export- und Importparametern. Über die Transaktion „SOAMANAGER“ wird der Service angelegt. Dieser Service wird bereitgestellt und kann in Form einer URL abgerufen werden.

Wenn SAP bei dieser Technologie Daten nach „extern“ schicken möchte, muss ein sogenannter Consumer-Webservice angelegt werden. Beim Anlegen dieses Consumer-Web Services müssen die Informationen zu Funktionen und Import- und Exportparametern anhand einer WSDL zur Verfügung gestellt werden. Hierbei werden die Funktionen mit den Parametern automatisch vom SAP-System angelegt und können mit Daten gefüttert und verschickt werden.

Weitere Schnittstellen

  • REST API - Representational State Transfer
  • File Interface
  • O-DATA
  • SAP HANA
  • ALE – Application Link Enabling
  • SAP Webservice
  • Webdynpro
  • XML / Textfiles

Einschätzung

Bei der Einführung und zukünftigen Verwendung einer neuen Schnittstelle muss immer auf die jeweiligen Bedürfnisse und Gegebenheiten eingegangen werden, da es dafür keinen Standardweg gibt. Ein gewisser Standard der Schnittstelle hilft jedoch bei der Integration, da ein gemeinsames Verständnis für beide Seiten geschaffen wird. Für eine erfolgreiche Integration müssen alle Parteien, die an der Auswahl, Definition und Umsetzung beteiligt sind, besonders viel und gut miteinander kommunizieren, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

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