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SAP BDC

News & Wissen SAP BDC Pricing: So funktioniert das neue Lizenzmodell

Mit der Business Data Cloud (BDC) führt SAP eine integrierte Daten- und Analytics-Plattform ein, die Komponenten wie SAP Analytics Cloud (SAC) und Datasphere bündelt und bestehende BW-Innovationen nach dem Prinzip „Lift, Shift & Innovate“ in die neue Welt überführt. Gleichzeitig werden Datensilos über Kooperationen mit Databricks, Snowflake und Google BigQuery aufgelöst, sodass die Stärken moderner KI- und Analytics-Stacks mit den operativen Daten aus den SAP-Kernsystemen kombiniert werden können und der Weg für eine durchgängige, zukunftsfähige Daten- und KI-Architektur bereitet wird.

Lizenzseitig stellt sich die Frage: Was ändert sich mit der BDC eigentlich konkret?

Ab dem 01.01.2026 werden SAC und Datasphere nicht mehr als eigenständige Produkte lizenziert, sondern nur noch im Rahmen der BDC angeboten. Viele Bestandskunden fragen sich deshalb, wie mit ihren bisherigen Lizenzen umgegangen wird und wie das neue Preismodell aufgebaut ist. Dieser Beitrag gibt hierzu einen strukturierten Überblick.

BDC als Subscription-Modell auf Basis von Capacity Units

Die SAP BDC ist ausschließlich als Subscription-Modell verfügbar und nutzt sogenannte Capacity Units (CU) als zentrale Abrechnungseinheit. Statt einzelner Produktlizenzen erhalten Kunden ein gemeinsames Kapazitätskontingent: Sie kaufen eine bestimmte Anzahl CUs und können diese für die verschiedenen Services nutzen (SAC, Datasphere, SAP Databricks etc.). Daraus ergibt sich der Vorteil, dass die CUs flexibel allokiert werden können, wodurch ein „Pay as you go“-Zahlungsmodell abgebildet werden kann.  Die Umrechnung ist einfach: In der Regel entspricht 1 CU = 1 €.

Es sollte im Hinterkopf behalten werden, dass mögliche Rabatte durch Upselling oder Bundling an dieser Stelle nicht betrachtet werden.

Lizenzbausteine: Core Capacity, Customer Managed Data Product und Intelligent Applications

Kunden, die eine oder mehrere BDC-Komponenten nutzen wollen, benötigen immer zwei Lizenzbausteine: entweder ein Customer Managed Data Product oder Core Enterprise Intelligence (Intelligent Application) UND die jeweilige Core Capacity der genutzten Komponente, also zum Beispiel eine Mindestanzahl an SAC-Benutzern oder eine definierte Instanzgröße bzw. Speichermenge in der Datasphere.

Lizenzbaustein 1: „Core Enterprise Intelligence” oder „Customer Managed Dataproduct”

Core Enterprise Intelligence

Core Enterprise Intelligence/Intelligent Applications richten sich zum aktuellen Stand exklusiv an RISE-Kunden und umfassen vordefinierte Applikationen entlang des gesamten Datenflusses. Beim Erwerb einer solchen Anwendung erhält der Kunde sofort einsatzbereite SAP Analytics Cloud-Berichte, vorkonfigurierte Datasphere-Modelle inklusive der Datenextraktion und Modellierung. Die Bepreisung der Intelligent Applications orientiert sich dabei an den angebundenen Quellsystemen. So wird eine Insight App, die auf das SAP S/4HANA-System zugreift, beispielsweise auf Basis der entsprechenden FUEs kalkuliert.

Mehr Informationen zu den Intelligent Applications finden Sie hier: Intelligent Applications in Business Data Cloud | SAP

Customer Managed Data Product

Das Customer Managed Data Product ist im Kern ein CU-Paket: Es stellt 1.000 Capacity Units für 1.500 € bereit, die flexibel für die verschiedenen BDC-Module und Komponenten eingesetzt werden können.

Lizenzbaustein 2: Core Capacity der BDC-Komponenten

Für die Berechnung der Core-Capacity kann der SAP Business Data Cloud Capacity Unit Estimator genutzt werden, der auf Basis von Nutzungsparametern wie Benutzeranzahl, Speicher und Arbeitsspeicher eine erste Abschätzung des benötigten CU-Bedarfs je Service liefert. Dieser ist unter dem folgenden Link erreichbar: SAP Business Data Cloud Capacity Unit Estimator

SAP Analytics Cloud

Die Core Capacity in der SAC unterscheidet sich je nach Nutzungsschwerpunkt:

  • Für reine BI-Szenarien müssen mindestens 640 CUs pro Monat für 25 Benutzer lizenziert werden.
  • Für Planungsszenarien liegt die Einstiegskonfiguration bei insgesamt 1.1549 CUs pro Monat, bestehend aus 10 Planning Standard Usern (728,5 CUs) und einem Planning Professional User (rund 820 CUs).

SAP Datasphere

Die Core Capacity in der Datasphere liegt in der Mindestausprägung bei 1.532 CUs pro Monat und umfasst 128 GB Storage sowie zwei Compute-Blöcke mit insgesamt 32 GB RAM und 2 vCPUs. Je nach Ausgestaltung des Szenarios kann oder muss zusätzlicher Speicher, etwa im Data Lake, für den Catalog oder im Object Store ergänzend lizenziert werden.

SAP Databricks

Das Preismodell von SAP Databricks basiert auf der tatsächlichen Nutzung verschiedener Services wie Compute, Storage und Datentransfer, wobei der CU-Verbrauch proportional zu den eingesetzten Databricks Units (DBUs) ist. Für eine erste Kostenschätzung empfiehlt sich der von Databricks bereitgestellte Sizing- und Preiskalkulator, der die unterschiedlichen Konfigurationen nach Compute-Typ in Größenpakete bündelt.

SAP Databricks Sizing Calculator | Databricks

Zusätzlich gewährt SAP bis zum 30. April 2026 einen Rabatt von 15 % auf SAP Databricks.

SAP BW Modernization

Der BW-Modernisierungspfad ist preislich stark vom individuellen Szenario abhängig. Daher ist eine pauschale, global gültige Preislogik nicht möglich, da die Kosten wesentlich von der bestehenden Systemlandschaft, der angestrebten Zielarchitektur und dem Umfang der geplanten Modernisierung bestimmt werden.

Rechenbeispiel

Im folgenden Beispiel wird die SAP Datasphere und SAP Analytics Cloud im Kontext der BDC lizensiert. Intelligent Applications sind zwar perspektivisch interessant, sollen in diesem Szenario jedoch zunächst außen vor bleiben.

Für die SAC (reine BI-Nutzung) und Datasphere werden jeweils die Mindestkonfigurationen gewählt, wobei Planung in der SAC nicht betrachtet wird.

Daraus ergibt sich folgende Mindestanzahl an CUs pro Modul, die erworben werden müssen:

  • 640 CUs für BDC (SAC)
  • 1.531,54 CUs für BDC (Datasphere)

Also insgesamt 2.171,54 CUs. Da sich zu diesem Zeitpunkt gegen die Intelligent Applications entschieden wird, muss ein Customer Managed Data Product erworben werden, das 1.000 CUs bereitstellt. Diese werden auf den Gesamtbedarf angerechnet, sodass ein zusätzlicher Bedarf von 1.171,54 CUs bleibt, der über weitere Capacity Units zusätzlich zum Customer Managed Data Product erworben werden muss. Insgesamt kostet die Lizensierung der SAC und Datasphere unter der BDC also 2671,54 € pro Monat (ohne sonstige Rabattierungen).

Zero Copy/Delta Share als optionaler Kostenfaktor

Ein weiterer möglicher Kostenfaktor ist „SAP Business Data Cloud Connect 1“. Dieser Connector-Service stellt die technische und abrechnungsrelevante Grundlage für Delta Sharing bereit, verbindet die BDC bidirektional mit externen Plattformen wie Databricks oder künftig Google BigQuery, Snowflake und ermöglicht Zero-Copy-Sharing von Datenprodukten, wobei der Verbrauch in Capacity Units auf Basis von übertragenem Datenvolumen und API-Calls abgerechnet wird. Der Verbrauch berechnet sich dabei nach zwei Dimensionen:

  • Network Data Transfer: 0,185 CU pro GB geteilter oder empfangener Daten
  • Processing Requests: 0,055 CU pro 2 500 API-Calls

Umstellung bestehender Lizenzen

Was passiert nun mit bestehenden SAC- und Datasphere-Lizenzen? Unternehmen mit laufenden Verträgen müssen zunächst nichts aktiv veranlassen. Bis zum regulären Vertragsende bleiben die aktuellen Lizenzen bestehen, anschließend erfolgt eine Umstellung auf das BDC-Lizenzmodell. In vielen Fällen kann es jedoch sinnvoll sein, bereits vor Ablauf des Vertrags auf BDC zu wechseln.

So lassen sich der neue Technologiestack und Funktionen wie Zero-Copy-Sharing früher nutzen und die Time-to-Insights im Unternehmen deutlich verkürzen. Zusätzlich bietet ein früher Wechsel Flexibilität im Umgang mit bestehenden Kontingenten, etwa wenn ungenutzte SAC-Lizenzen in Capacity Units überführt und anschließend beispielsweise für Datasphere oder SAP Databricks eingesetzt werden sollen. Somit können ungenutzte Kontingente vor Ende der bestehenden Vertragslaufzeit in Capacity Units überführt und für andere Services genutzt werden.

Fazit

Mit der Business Data Cloud führt SAP nicht nur eine einheitliche Daten- und Analytics-Plattform ein, sondern stellt auch das Lizenzmodell konsequent auf ein CU-basiertes Subscription-Modell um. Maßgeblich sind zwei Bausteine: die Entscheidung zwischen Customer Managed Data Product oder Intelligent Applications sowie die Core Capacity der genutzten Services (SAC, Datasphere, SAP Databricks). Wer bestehende SAC- und Datasphere-Lizenzen früh auf BDC umstellt, profitiert früher von den Vorteilen.

 

Stand: 17. November 2025
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