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SAP Basis & Security SAP Patch Day Juli 2026

Kritisch (Hot News): Memory-Corruption-Schwachstelle in SAP NetWeaver Application Server ABAP

Produkt: SAP NetWeaver Application Server ABAP

KRNL64NUC 7.22, 7.22EXT, KRNL64UC 7.22, 7.22EXT, 7.53, KERNEL 7.22, 7.53. 7.54, 7.77, 7.89, 7.93, 9.16, 9.18, 9.19, 9.20

Es besteht eine kritische Memory-Corruption-Schwachstelle im SAP NetWeaver Application Server ABAP, die es einem authentifizierten Angreifer mit geringen Benutzerrechten ermöglicht, logische Fehler in der Speicherverwaltung auszunutzen.

Die Schwachstelle gefährdet die Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit des Systems erheblich und wurde mit einem CVSS Score von 9,9 (kritisch) bewertet.

Durch eine fehlerhafte Prüfung des zugewiesenen Speicherbereichs kann ein Schreibzugriff außerhalb des vorgesehenen Stack-Speichers erfolgen. Dies kann zu unbefugtem Zugriff auf Daten, zur Veränderung von Informationen oder zur Nichtverfügbarkeit des SAP-Systems führen.

Als temporärer Workaround können in der Transaktion SICF alle ICF-Knoten deaktiviert werden, bei denen unter „Service-Daten“ in den interaktiven Optionen die Einstellung „GUI-Schnittstelle“ aktiviert ist. Dazu gehören beispielsweise der Service /sap/bc/gui und dessen Unterknoten. Da dadurch SAP GUI for HTML auf dem betroffenen ABAP-Applikationsserver nicht mehr verwendet werden kann, empfiehlt SAP ausdrücklich, stattdessen den bereitgestellten ABAP-Kernel-Patch zu installieren.

Die SAP weist darauf hin, dass der Workaround lediglich eine vorübergehende Schutzmaßnahme darstellt und keine dauerhafte Lösung ersetzt. SAP empfiehlt dringend, die im Sicherheitshinweis referenzierten Korrekturanweisungen oder Support-Package-Patches zu implementieren.

Die in dem Hinweis 3747367 bereitgestellte Korrektur verhindert Schreibzugriffe außerhalb des zugewiesenen Stack-Speichers, indem die Größe des reservierten Speicherbereichs korrekt geprüft wird. Dadurch wird das Risiko einer Speicherbeschädigung und einer daraus resultierenden Kompromittierung des Systems beseitigt.

Kritisch (Hot News): HTTP-Request-Smuggling-Schwachstelle in SAP Approuter

Produkt: SAP Approuter

SAP Approuter node.js package < 20.10.0

Es besteht eine kritische HTTP-Request-Smuggling-Schwachstelle in SAP Approuter, die es einem nicht authentifizierten Angreifer ermöglicht, speziell manipulierte HTTP-Anfragen an das System zu senden.

Die Schwachstelle gefährdet insbesondere die Vertraulichkeit und Verfügbarkeit des Systems und wurde mit einem CVSS Score von 9,1 (kritisch) bewertet.

Durch die manipulierten Anfragen kann es zu einer Desynchronisation zwischen HTTP-Anfragen und den zugehörigen Antworten kommen. Dadurch besteht das Risiko, dass Antworten anderer Benutzer offengelegt werden oder der Approuter beziehungsweise die angebundene Anwendung nicht mehr verfügbar ist.

Betroffen sind SAP-Approuter-Installationen, die außerhalb einer Cloud-Foundry-Umgebung betrieben werden. Dazu können insbesondere Installationen im Umfeld von SAP HANA XS Advanced gehören.

SAP empfiehlt dringend, das Node.js-Paket @sap/approuter auf Version 20.10.0 oder höher zu aktualisieren. Die neue Version setzt in Nicht-Cloud-Foundry-Umgebungen die Einstellung DISABLE_CONNECTION_REUSE automatisch auf TRUE und verhindert damit die Wiederverwendung betroffener HTTP-Verbindungen.

Für Anwendungen, die auf SAP HANA Extended Application Services, Advanced Model betrieben werden, sind zusätzlich die Maßnahmen aus dem SAP-Hinweis 3770203 zu beachten.

Die in dem Hinweis 3720138 bereitgestellte Korrektur verhindert die für den Angriff erforderliche Desynchronisation der HTTP-Kommunikation und reduziert damit das Risiko einer Offenlegung von Benutzerantworten sowie eines Ausfalls der Anwendung.

Kritisch (Hot News): Unsichere Beispiel-Zugangsdaten in SAP Commerce Cloud

Produkt: SAP Commerce Cloud,

HY_COM 2205, COM_CLOUD 2211 und COM_CLOUD 2211-JDK21

Es besteht eine kritische Schwachstelle durch unsichere Beispiel-Zugangsdaten in SAP Commerce Cloud. Dabei kann ein aus einer Beispielkonfiguration stammender OAuth2-Client mit öffentlich dokumentierten Zugangsdaten in einer Produktivumgebung verbleiben.

Die Schwachstelle gefährdet die Vertraulichkeit und Integrität des Systems erheblich und wurde mit einem CVSS Score von 9,1 (kritisch) bewertet. Die Verfügbarkeit des Systems ist von dieser Sicherheitslücke nicht betroffen.

Ein nicht authentifizierter Angreifer kann die bekannten Zugangsdaten verwenden, um ein gültiges OAuth2-Zugriffstoken zu erhalten. Dadurch können bestimmte APIs aufgerufen sowie Daten gelesen oder verändert werden.

Betroffen sind ausschließlich Systeme, in denen das von SAP bereitgestellte Beispielskript ausgeführt und der dadurch angelegte OAuth2-Client trusted_client mit dem ursprünglich dokumentierten clientSecret unverändert in der Produktivumgebung übernommen wurde. Kunden, die den Beispiel-Client entfernt oder das Kennwort durch einen starken und individuellen Wert ersetzt haben, sind nicht betroffen.

SAP empfiehlt, die Produktivumgebung umgehend auf den OAuth2-Client trusted_client zu prüfen. Ist dieser Client mit dem ursprünglichen Beispiel-Kennwort vorhanden, sollte er entfernt werden.

Als temporäre Maßnahme kann das clientSecret sofort durch einen starken, zufällig generierten Wert ersetzt werden. SAP weist darauf hin, dass die Rotation der Zugangsdaten nur als Übergangslösung zu betrachten ist und die vollständige Bereinigung der unsicheren Beispielkonfiguration nicht ersetzt.

SAP hat die zugehörige Dokumentation für OCC Reference 2205, OCC Reference 2211 und die Konfiguration von OAuth-Clients angepasst. Die aktualisierte Dokumentation weist nun ausdrücklich darauf hin, dass die bereitgestellten Beispiel-Zugangsdaten ausschließlich für Entwicklungs- und Testzwecke bestimmt sind und nicht in Produktivsystemen verwendet werden dürfen.

Update aus dem Patchday vom Juni 2026 - Kritisch (Hot News): Directory-Traversal-Schwachstelle in SAP NetWeaver Application Server Java

Produkt: SAP NetWeaver Application Server Java (Web Container), Version – ENGINEAPI 7.50

Es besteht eine kritische Directory-Traversal-Schwachstelle im Web Container des SAP NetWeaver Application Server Java. Ein nicht authentifizierter Angreifer kann eine speziell manipulierte HTTP-Anmeldeanfrage senden und dabei Parameter zur Dateieinbindung missbrauchen.

Die Schwachstelle gefährdet die Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit des Systems erheblich und wurde mit einem CVSS Score von 9,0 (kritisch) bewertet.

Durch eine unzureichende Prüfung von Dateipfaden kann der Angreifer versuchen, außerhalb des vorgesehenen Verzeichnisses auf Dateien zuzugreifen. Werden solche Dateien durch den Web Container verarbeitet, können vertrauliche Informationen eingesehen oder verändert sowie Teile des lokalen Systems unbrauchbar gemacht werden.

Für einen erfolgreichen Angriff müssen zusätzliche Bedingungen erfüllt sein, die nicht vollständig unter der Kontrolle des Angreifers liegen. Dennoch ist aufgrund der möglichen Auswirkungen auf sensible Daten und die Systemverfügbarkeit eine zeitnahe Behebung dringend erforderlich.

Es ist kein Workaround für diese Sicherheitslücke verfügbar. SAP empfiehlt daher, die im Sicherheitshinweis aufgeführten Support Packages und Patches umgehend zu implementieren.

Die bereitgestellte Korrektur verbessert die Validierung der Dateipfade und verhindert, dass Anfragen auf Verzeichnisse oder Dateien außerhalb des vorgesehenen Anwendungskontexts zugreifen können.

Am 14. Juli 2026 wurde der Hinweis erneut veröffentlicht und die Informationen zu den verfügbaren Support Packages und Patches aktualisiert. Die Korrektur für ENGINEAPI 7.50 wurde dabei auf die Support Packages SP020 bis SP028 erweitert.

Hoch: Mehrere Schwachstellen in Apache Camel innerhalb der SAP Integration Suite Edge Integration Cell

Produkt: SAP Integration Suite (Edge Integration Cell)

SAP Integration Suite (Edge Integration Cell) < 8.43.11

Es bestehen mehrere Sicherheitslücken in Apache Camel innerhalb der SAP Integration Suite Edge Integration Cell. Betroffen sind insbesondere die Verarbeitung von Nachrichten-Headern sowie die Umwandlung eingehender Nachrichten in Java-Objekte in Mail-, JMS- und weiteren nachrichtenbasierten Komponenten.

Bei der Schwachstelle CVE-2026-40860 können eingehende JMS ObjectMessages ohne ausreichende Sicherheitsfilter in Java-Objekte umgewandelt werden. Ein Angreifer mit Zugriff auf den Message Broker könnte dadurch speziell präparierte Nachrichten einschleusen und im schlimmsten Fall eigenen Programmcode auf dem Server ausführen.

Die Schwachstelle CVE-2026-40453 betrifft eine unvollständige Korrektur bei der Filterung interner Nachrichten-Header. Durch unterschiedliche Groß- und Kleinschreibung können vorgesehene Filter umgangen werden. Dies kann dazu führen, dass manipulierte Header an nachgelagerte Komponenten weitergegeben werden und dort eine Codeausführung oder das Schreiben beliebiger Dateien ermöglichen.

Bei CVE-2026-33454 werden eingehende MIME-Header mit Camel-Präfix im Mail-Adapter nicht ausreichend gefiltert. Ein Angreifer kann dadurch manipulierte E-Mails verwenden, um das Verhalten nachgelagerter Integrationsrouten zu verändern und anfällige Komponenten zu kompromittieren.

Die SAP empfiehlt dringend, die SAP Integration Suite Edge Integration Cell auf Version 8.43.11 oder höher zu aktualisieren. Die neue Version führt eine Positivliste sicherer Klassen für die Deserialisierung ein. Dadurch wird verhindert, dass nicht zugelassene oder bösartige Java-Klassen aus eingehenden Nachrichten erzeugt und ausgeführt werden.

Als temporäre Schutzmaßnahme empfiehlt SAP, den AMQP-Sender-Adapter in der Edge Integration Cell nach Möglichkeit nicht zu verwenden. Ist der Einsatz erforderlich, sollten der Zugriff auf den Message Broker und die verwendeten Queues streng eingeschränkt werden, damit nicht autorisierte Personen keine manipulierten Nachrichten einstellen können.

Die in Hinweis 3758101 bereitgestellte Korrektur verbessert die Filterung von Nachrichten-Headern und sichert die Deserialisierung eingehender Nachrichten ab. Dadurch wird das Risiko einer unerlaubten Codeausführung, der Manipulation von Dateien und der Beeinträchtigung von Integrationsprozessen deutlich reduziert.

Hoch: DLL-Hijacking-Schwachstelle in SAProuter unter Microsoft Windows

Produkt: SAProuter on Microsoft Windows

KRNL64NUC 7.22, 7.22EXT, KRNL64UC 7.22, 7.22EXT, 7.53, SAP_ROUTER 7.53, 7.54, KERNEL 7.22, 7.53, 7.54, 7.77, 7.89, 7.93, 9.16, 9.17, 9.18

Es besteht eine hoch eingestufte DLL-Hijacking-Schwachstelle in SAProuter unter Microsoft Windows. Ein nicht authentifizierter Angreifer kann unter bestimmten Voraussetzungen manipulierte Bibliotheksdateien aus einem nicht vertrauenswürdigen Verzeichnis laden und dadurch schädlichen Programmcode auf dem System ausführen.

Die Sicherheitslücke kann ausgenutzt werden, wenn das Installationsverzeichnis von SAProuter nicht ausreichend gegen Schreibzugriffe geschützt ist. Ein Angreifer könnte dort eine manipulierte DLL-Datei ablegen, die beim Start oder Betrieb von SAProuter anstelle der vorgesehenen Bibliothek geladen wird. Dadurch ist eine beliebige Codeausführung auf dem betroffenen Windows-System möglich.

Es ist kein Workaround für diese Sicherheitslücke verfügbar. Die SAP empfiehlt daher, die im Sicherheitshinweis aufgeführten Patches zu implementieren. Die Korrektur wird für SAProuter 7.53 und 7.54 über das eigenständige Archiv SAPROUTER.SAR sowie für unterstützte Kernel-Versionen über SAPEXE.SAR bereitgestellt.

Systeme mit nicht mehr gewarteten SAProuter-Versionen sollten auf Version 7.53 aktualisiert werden. Sofern das eingesetzte Betriebssystem dies unterstützt, empfiehlt SAP den Einsatz der neueren SAProuter-Version 7.54.

Zusätzlich zur Installation des Patches muss das SAProuter-Installationsverzeichnis wirksam gegen unberechtigte Schreibzugriffe geschützt werden. Vollzugriff sollte ausschließlich autorisierten Administratoren gewährt werden. Dies gilt ebenfalls für separate Verzeichnisse, in denen sich die Datei saprouttab oder die für SNC verwendete Bibliothek sapcrypto.dll befindet.

Die SAP empfiehlt außerdem, für Trace- und Protokolldateien ein separates Arbeitsverzeichnis zu verwenden und SAProuter nicht mit einem Benutzerkonto auszuführen, das über lokale Administratorrechte verfügt.

Die in Hinweis 3692165 bereitgestellte Korrektur schützt den Ladevorgang von Bibliotheken besser vor Manipulationen. Sie ersetzt jedoch nicht die notwendige Absicherung der SAProuter-Verzeichnisse durch geeignete Windows-Dateisystemberechtigungen.

Hoch: Cross-Site-Scripting-Schwachstelle im SAP NetWeaver Application Server Java Configuration Wizard

Produkt: SAP NetWeaver Application Server Java(Configuration Wizard) LMCTC 7.50

Es besteht eine hoch eingestufte Cross-Site-Scripting-Schwachstelle im Configuration Wizard des SAP NetWeaver Application Server Java. Ein nicht authentifizierter Angreifer kann manipulierten JavaScript-Code über speziell präparierte URLs in die Anwendung einschleusen.

Die Schwachstelle gefährdet insbesondere die Vertraulichkeit und wurde mit einem CVSS Score von 8,2 (hoch) bewertet. Zusätzlich besteht ein geringes Risiko für die Integrität der im Browser dargestellten Daten. Die Verfügbarkeit der Anwendung ist nicht betroffen.

Ruft ein Benutzer eine entsprechend manipulierte URL auf, wird der eingeschleuste JavaScript-Code im Browser des Benutzers ausgeführt. Dadurch kann ein Angreifer auf sensible Sitzungsinformationen zugreifen und nicht sicherheitskritische Inhalte im Browser verändern.

Die Ursache liegt in einer unzureichenden Prüfung und Kodierung von Eingaben aus URL-Parametern. Vom Benutzer übergebene Werte werden dadurch ungefiltert in der Antwort der Anwendung dargestellt.

Als temporäre Schutzmaßnahme können die betroffenen Anwendungsaliase gemäß SAP-Hinweis 2939665 deaktiviert werden. Sie sollten nur dann vorübergehend wieder aktiviert werden, wenn sie für bestimmte SAP-Lifecycle-Prozesse benötigt werden.

SAP weist darauf hin, dass dieser Workaround lediglich eine vorübergehende Maßnahme darstellt und die Installation der bereitgestellten Korrekturen nicht ersetzt. SAP empfiehlt daher, die im Sicherheitshinweis aufgeführten Support Packages und Patches zeitnah zu implementieren.

Die in Hinweis 3748227 bereitgestellte Korrektur sorgt dafür, dass die betroffenen URL-Parameter ordnungsgemäß kodiert werden. Dadurch wird verhindert, dass eingeschleuster JavaScript-Code im Browser des Benutzers ausgeführt werden kann.

Hoch: Open-Redirect-Schwachstelle in SAP Approuter

Produkt: SAP Approuter , SAP Approuter node.js package < 21.2.0

Es besteht eine hoch eingestufte Open-Redirect-Schwachstelle in SAP Approuter. Unter bestimmten Konfigurationen werden eingehende Request-Header während des OAuth2-Anmeldeprozesses nicht ausreichend geprüft.

Ein nicht authentifizierter Angreifer kann einen manipulierten Link erstellen, der einen Benutzer während des OAuth2-Anmeldevorgangs auf ein nicht vorgesehenes Ziel umleitet. Klickt ein Benutzer auf diesen Link, kann dies zu einem unbefugten Zugriff auf geschützte Informationen oder Funktionen führen.

Die Sicherheitslücke ist nur unter bestimmten Voraussetzungen ausnutzbar. Der Approuter muss hinter einem Reverse Proxy oder Load Balancer betrieben werden, der den HTTP-Header X-Forwarded-Host weiterleitet. Zusätzlich muss die angebundene XSUAA-Service-Instanz entweder keine expliziten redirect-uris enthalten oder zu weit gefasste Wildcard-Einträge verwenden, die auch andere Anwendungen innerhalb der BTP-Landschaft einschließen.

SAP empfiehlt dringend, das Node.js-Paket @sap/approuter auf Version 21.2.0 oder höher zu aktualisieren und zusätzlich die Umgebungsvariable CHECK_X_FORWARDED_HOST_IN_LOGIN_CALLBACK=true zu setzen.

Darüber hinaus sollten die redirect-uris in der Datei xs-security.json auf die konkreten Hostnamen der jeweiligen Anwendung eingeschränkt werden. Landschaftsweite Wildcards wie https://*.cfapps.eu10.hana.ondemand.com/** sollten nicht verwendet werden, da sie grundsätzlich alle Anwendungen innerhalb der jeweiligen Cloud-Foundry-Landschaft einschließen können.

Für mandantenfähige SaaS-Anwendungen sind anwendungsspezifische Wildcards zulässig, sofern sie ausschließlich die Tenant-Subdomains der eigenen Anwendung abdecken, beispielsweise https://*.myapp.cfapps.eu10.hana.ondemand.com/**.

Ist ein sofortiges Upgrade nicht möglich, können die redirect-uris als temporäre Schutzmaßnahme auf die eigenen Anwendungshostnamen begrenzt werden. SAP weist darauf hin, dass diese Konfigurationsanpassung nur eine Übergangslösung darstellt und die Installation der bereitgestellten Korrektur nicht ersetzt.

Die neue Approuter-Version prüft beim Login-Callback die XSUAA-Konfiguration, sobald der Header X-Forwarded-Host vorhanden ist. Anfragen werden abgewiesen, wenn keine redirect-uris definiert sind oder die Konfiguration zu weit gefasste Wildcard-Muster enthält.

Hoch: Mehrere Schwachstellen in Apache Tomcat innerhalb von SAP Commerce Cloud

Produkt: SAP Commerce Cloud, HY_COM 2205, COM_CLOUD 2211, 2211-JDK21

Es bestehen mehrere hoch eingestufte Schwachstellen in Apache Tomcat, das innerhalb von SAP Commerce Cloud eingesetzt wird. Betroffen sind die Digest-Authentifizierung, die Verarbeitung von HTTP/2-Request-Headern sowie die Durchsetzung von Berechtigungen bei sich überschneidenden Sicherheitsregeln.

Die schwerwiegendsten Schwachstellen wurden mit einem CVSS Score von 8,1 (hoch) bewertet.

Bei der Schwachstelle CVE-2026-43512 verarbeitet Apache Tomcat Anmeldeversuche für nicht vorhandene Benutzer bei aktivierter Digest-Authentifizierung fehlerhaft. Ein nicht authentifizierter Angreifer könnte dadurch unter bestimmten Voraussetzungen die Authentifizierung umgehen und auf geschützte Ressourcen zugreifen.

Die Schwachstelle CVE-2026-41293 betrifft eine unzureichende Validierung dekodierter HTTP/2-Request-Header. Durch speziell manipulierte Anfragen mit unzulässigen Zeichen kann ein Angreifer unerwartetes Verhalten der Anwendung auslösen und dadurch Daten oder Systemfunktionen beeinträchtigen.

Bei CVE-2026-43515 werden sich überschneidende Sicherheitsregeln in benutzerdefinierten Webanwendungen nicht immer korrekt ausgewertet. Dadurch können vorgesehene Zugriffsbeschränkungen umgangen und geschützte Inhalte unbefugt gelesen oder verändert werden.

Die Sicherheitslücken sind nur unter bestimmten Konfigurationen ausnutzbar. Die Standard-Webanwendungen von SAP Commerce verwenden keine Digest-Authentifizierung, aktivieren standardmäßig kein HTTP/2 und enthalten nicht das betroffene Muster sich überschneidender Sicherheitsregeln. Kunden, die ausschließlich die Standardkonfiguration von SAP Commerce Cloud verwenden, sind daher nicht standardmäßig betroffen.

SAP empfiehlt dennoch dringend, die bereitgestellten Aktualisierungen vorsorglich einzuspielen. Die Korrekturen sind in SAP Commerce Patch Release 2205.51, SAP Commerce Cloud Update Release 2211.53 und SAP Commerce Cloud Update Release 2211-jdk21.13 enthalten. Nach der Aktualisierung muss die SAP-Commerce-Cloud-Anwendung neu gebaut und erneut bereitgestellt werden.

Ist eine sofortige Aktualisierung nicht möglich, sollte bei benutzerdefinierten Webanwendungen die Digest-Authentifizierung deaktiviert und durch BASIC über HTTPS, FORM, SAML, OAuth2 oder eine zertifikatsbasierte Anmeldung ersetzt werden.

Bei kundenspezifisch aktiviertem HTTP/2 sollte die HTTP/2-Verbindung vorübergehend an einem Reverse Proxy beendet und die Kommunikation zum Tomcat-Backend über HTTP/1.1 geführt werden. Alternativ kann das HTTP/2-Upgrade-Protokoll im betroffenen Tomcat-Connector deaktiviert werden.

Zusätzlich sollten die web.xml-Dateien kundeneigener Anwendungen auf sich überschneidende security-constraint-Konfigurationen geprüft werden. Sicherheitsregeln, die identische URL-Muster mit unterschiedlichen HTTP-Methoden verwenden, sollten zusammengeführt oder in getrennte Regeln aufgeteilt werden.

Die in dem Hinweis 3763800 bereitgestellten Korrekturen aktualisieren Apache Tomcat auf Versionen, die gegen die genannten Schwachstellen abgesichert sind. Dadurch werden die Authentifizierungsprüfung, die Validierung von HTTP/2-Headern und die Auswertung von Zugriffsregeln verbessert.

Hoch: Remote-Code-Execution-Schwachstelle im SAP Change and Transport System Attach Tool

Produkt: SAP Change and Transport System Attach Tool (ctsattach) CTS_UPLOAD_CLT 1

Es besteht eine hoch eingestufte Remote-Code-Execution-Schwachstelle im SAP Change and Transport System Attach Tool ctsattach. Ein authentifizierter Angreifer kann eine speziell manipulierte Archivdatei bereitstellen, die beim Verarbeiten unsicher deserialisiert wird.

Die Schwachstelle gefährdet insbesondere die Vertraulichkeit und Integrität des Systems und wurde mit einem CVSS Score von 7,6 (hoch) bewertet. Zusätzlich besteht ein geringes Risiko für die Verfügbarkeit.

Für einen erfolgreichen Angriff muss ein Benutzer die manipulierte Archivdatei mit dem Tool verarbeiten. Dadurch kann der Angreifer beliebigen Programmcode auf dem betroffenen System ausführen, sensible Informationen auslesen und Kontrolle über Systemprozesse erlangen.

Die Ursache liegt in einer unsicheren Deserialisierung innerhalb einer von ctsattach verwendeten Drittanbieterbibliothek. Dabei werden Daten aus der Archivdatei ohne ausreichende Sicherheitsprüfung in ausführbare Objekte umgewandelt.

SAP stellt für diese Sicherheitslücke keinen Patch bereit. Das Tool ctsattach wird nicht mehr angeboten und darf gemäß den geltenden Lizenzbedingungen nicht weiterverwendet werden.

SAP empfiehlt dringend, die Nutzung des Tools sofort einzustellen und sämtliche Kopien vollständig von den betroffenen Systemen zu entfernen. Betroffen sind die Versionen 1.0.0, 1.0.1, 1.0.2, 1.1.0 und 1.2.0.

Zur vollständigen Entfernung muss das Verzeichnis gelöscht werden, in das das heruntergeladene ZIP-Archiv entpackt wurde. Dieses Verzeichnis enthält unter anderem die Skripte ctsattach.bat und ctsattach.sh sowie den zugehörigen Bibliotheksordner.

Da bei der Installation keine weiteren Dateien oder Verzeichnisse außerhalb dieses Ordners angelegt wurden, reicht das vollständige Löschen des entpackten ctsattach-Verzeichnisses aus, um das Tool vom System zu entfernen.


Nähere Informationen zu allen veröffentlichten Sicherheitslücken des SAP Patch Day Juli 2026 und weiteren Sicherheitshinweisen finden Sie hier.

Wenn Sie Unterstützung bei der Bewertung der Sicherheitslücken in Bezug auf Ihre Systeme benötigen, wenden Sie sich gern direkt an René Studtmann.

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