Mit dem Release 2602 bringt SAP wieder frische Updates in die Public Cloud. Im Fokus stehen praxisnahe Verbesserungen, mehr Effizienz im Alltag und zusätzliche Flexibilität in den Prozessen. Neben funktionalen Erweiterungen in einzelnen Modulen gibt es auch Optimierungen bei Usability und Integration. Damit der Überblick leichtfällt, sind die wichtigsten Highlights kompakt zusammengefasst. Wer tiefer einsteigen will, findet zusätzlich Details, Screenshots und Demo-Videos – so lassen sich die Neuerungen direkt im fachlichen Kontext nachvollziehen.
SAP Activate, SAP Cloud ALM, Test Automation Tool
SAP Activate
SAP Customer Interaction Center (CIC)
SAP Customer Interaction Center (CIC) wird stärker in die Administrations- und Zugriffsprozesse integriert. Das CIC steht 24/7 als zentrale Anlaufstelle für nicht-technische Anfragen wie Benutzerentsperrung, Passwort-Reset oder Lizenzthemen zur Verfügung. Zudem wurde die Aufgabe „Verify Initial Admin/Technical Administrator“ angepasst und das CIC explizit in die relevanten Prozessschritte eingebunden. Dadurch werden Systemzugänge und Initial-Setups effizienter unterstützt.
SAP Cloud ERP 3-System-Landschaft – Starter-System-Provisionierungsprozess
Der Accelerator für den SAP Cloud ERP 3-System-Landschaft Starter-System-Provisionierungsprozess wurde überarbeitet und bietet eine End-to-End-Übersicht für Provisioning und Onboarding von Starter System, SAP Cloud ALM und Central Business Configuration. Inhalte wurden im neuen Branding angepasst, Folien klarer strukturiert und die Navigation verbessert. Zudem wurde die Aufgabe „Request Initial System Access“ aktualisiert.
SAP Activate – SAP Cloud ERP Quality Gate
Das Quality Gate ist ein checklistenbasierter Meilenstein am Ende jeder Projektphase und stellt sicher, dass definierte Kriterien erfüllt sind, bevor in die nächste SAP-Activate-Phase gewechselt wird – für höhere Lösungsqualität, User Adoption und Betriebsbereitschaft. Die Checklisten wurden aktualisiert, eine neue Quality-Gate-Prüfung für die Run-Phase ergänzt und sind nun auch in SAP Cloud ALM verfügbar. Zusätzlich stehen Quality-Gate-Checklisten jetzt auch für SAP Ariba, SAP Concur und SAP SuccessFactors in Roadmap Viewer und Cloud ALM bereit.
Neuer SAP Cloud ALM Content für Operations verfügbar
Neue Aufgaben unterstützen die geführte Einrichtung der Monitoring-Funktionen für SAP Cloud ERP und integrieren sich nahtlos in die Implementierungsreise. Die Inhalte sind im Deliverable „Production Operations Monitoring“ in der Realize-Phase verfügbar. Abgedeckt werden Business Process Monitoring, Integrations- und Exception Monitoring, User Monitoring, Job- und Automatisierungsüberwachung sowie technisches Health Monitoring.
SAP Business AI
Zur stärkeren Sichtbarkeit der KI-Funktionen von SAP wurden neue Inhalte zu SAP Business AI ergänzt. Dazu gehören die Aufgabe „Self-Enable on SAP Business AI“, eine Aktualisierung von „Determine Process Scope“ sowie ein neuer SAP Business AI Tag. Auch die Roadmap für SAP Activate on SAP BTP wurde erweitert – mit neuen Aufgaben „Develop with SAP AI“ und „Develop for Joule“.
Maschinelle Übersetzung im SAP Activate Roadmap Viewer
Der Roadmap Viewer bietet nun KI-gestützte maschinelle Übersetzungen auf Basis des SAP Translation Hub. Die Funktion ist in acht Roadmaps verfügbar, unterstützt neun Sprachen innerhalb von SAP for Me und steht allen SAP-for-Me-Nutzern kostenfrei zur Verfügung. Dadurch werden Sprachbarrieren reduziert und die Implementierungsplanung erleichtert.
Optimale Nutzung von Joule im SAP Activate Roadmap Viewer
Joule ist der generative KI-Assistent von SAP und unterstützt als dialogbasierte Ebene bei der Navigation durch SAP-Activate-Inhalte sowie bei der schnelleren Aufgabenbearbeitung. Im Roadmap Viewer hilft Joule, Inhalte kontextbezogen abzurufen und Prozesse per natürlicher Sprache zu steuern. Entscheidend sind klare, kontextbezogene und präzise formulierte Prompts, um qualitativ hochwertige Ergebnisse zu erhalten.
SAP Cloud ALM
Programme zur Bündelung von Projekten
Mehrere Projekte können nun in einem übergeordneten Programm zusammengefasst werden. Dadurch lassen sich parallel laufende Projekte innerhalb einer Transformation zentral steuern und besser koordinieren. Die Funktion erhöht Transparenz, Abstimmung und Gesamtüberblick über zusammenhängende Initiativen.
Anforderungen projektübergreifend zuweisen
Anforderungen können nun einfach zwischen Projekten verschoben oder dupliziert und einem anderen Projekt zugeordnet werden. Zudem lassen sich Template-Anforderungen programmübergreifend teilen. Das erleichtert die Wiederverwendung und sorgt für mehr Konsistenz in Transformationsprojekten.
Testfall-Nachweise (Test Case Evidence)
Für manuelle Testfälle kann nun definiert werden, bei welchen Testschritten ein Nachweis erforderlich ist. Bereits in der Testvorbereitung lässt sich festlegen, ob z. B. ein Screenshot als Beleg hochgeladen werden muss. Während der Testdurchführung ist dieser Nachweis verpflichtend, um den Schritt abzuschließen – für eine klare und nachvollziehbare Testdokumentation.
Test Automation Tool
Erweiterte Vergleichsfunktionen – Post Upgrade Test (PUT) App
Die PUT App ermöglicht nun umfassende Vergleichsanalysen zwischen zwei Testläufen – sowohl für vollständige Standard- und Custom-PUT-Ausführungen als auch für kundeneigene automatisierte Testpläne. Ergebnisse werden im Side-by-Side-Vergleich inklusive Trigger-Details, Zeitstempeln und instanzbezogenen Statusanzeigen (Success, Failed, Pre-checks Failed, Canceled) dargestellt. Dadurch lassen sich Upgrade-Auswirkungen deutlich schneller und transparenter identifizieren.
Erweiterte AutoBind-Funktion – Integration von Test Data Containern
Die AutoBind-Logik wurde deutlich verbessert, um die Testeinrichtung schneller und präziser zu gestalten. Test Data Container (TDC) Felder werden nun intelligent den Skript-Labels zugeordnet – sowohl für Standard- als auch für PUT-Automatisierungen. Dadurch wird eine exakte Abstimmung zwischen Testdaten und Testskripten sichergestellt.
Artificial Intelligence and Technologies
Joule Agents
Joule Agents sind spezialisierte KI-Agenten für unterschiedliche Geschäftsbereiche. Sie arbeiten kontextbezogen und funktionsübergreifend, um End-to-End-Prozesse effizienter zu gestalten und manuelle Tätigkeiten zu reduzieren.
Im Finanzbereich unterstützt der Accounting Accruals Agent die automatische Vorbereitung von Abgrenzungsbuchungen. Historische Finanzdaten und Muster werden analysiert, um die Genauigkeit zu erhöhen und den Periodenabschluss zu beschleunigen.
Der Cash Management Agent sorgt für eine verbesserte Verarbeitung und Abstimmung von Kontoauszügen. Potenzielle Liquiditätsengpässe oder Überschüsse werden identifiziert und durch konkrete Handlungsempfehlungen ergänzt, um den Cashflow zu optimieren.
Im Bereich Supply Chain unterstützt der Production Planning and Operations Agent durch automatische Prüfungen von Materialverfügbarkeit, Kapazitäten und Terminplänen. Konflikte werden frühzeitig erkannt und Lösungsvorschläge bereitgestellt, um Produktionsunterbrechungen zu vermeiden.
Alle Joule Agents verfolgen das Ziel, operative Prozesse zu entlasten und Fachbereiche bei der effizienten Abwicklung ihrer Aufgaben zu unterstützen.
AI-assisted Situation Handling
Das AI-assisted Situation Handling erweitert das bestehende Situation Handling um generative KI-Funktionen. Kritische Situationen werden nicht nur erkannt und gemeldet, sondern zusätzlich mit KI-gestützten Lösungsempfehlungen angereichert.
Die Analyse erfolgt auf Basis des jeweiligen Geschäftskontexts. Relevante Informationen werden zusammengeführt und verständlich aufbereitet. Über die SAP Business Technology Platform kann der Datenkontext erweitert und individuelle Prompts für spezifische Empfehlungen gestaltet werden. Ziel ist eine schnellere Ursachenanalyse und eine effizientere Bearbeitung von Abweichungen.
AI-assisted User Experience
Mit dem Release 2602 wird die Benutzeroberfläche um mehrere KI-basierte Funktionen erweitert, die tägliche Aufgaben vereinfachen und beschleunigen.
AI-assisted Error Explanation
Fehlermeldungen in SAP Fiori Anwendungen werden automatisch erläutert. Zusätzlich werden konkrete Lösungsvorschläge zur Behebung der Ursache bereitgestellt. Dies reduziert den Analyseaufwand und unterstützt ein besseres Verständnis der Fehlerursachen.
AI-assisted Smart Personalization für My Home
Die Personalisierung der My Home-Startseite kann mithilfe natürlicher Sprache erfolgen. Anwendungen und Inhalte lassen sich einfacher finden und hinzufügen, wodurch insbesondere neue oder gelegentliche Nutzer schneller arbeitsfähig werden.
AI-assisted Smart Solutions in My Home
Situationen können direkt in My Home bearbeitet werden. Alle relevanten Daten und Aktionen stehen zentral zur Verfügung, wodurch Navigationsaufwände reduziert und Bearbeitungszeiten verkürzt werden.
AI-assisted Easy Fill für SAP Fiori Anwendungen
Formulare auf Objektseiten können per natürlicher Sprache ausgefüllt werden. Die KI ordnet Texteingaben automatisch den passenden Feldern zu und vereinfacht die Pflege von Geschäftsdaten.
AI-assisted Task Automation
Mit sogenannten Smart Helpers lassen sich wiederkehrende Aufgaben automatisieren. Diese werden über My Home gestartet und bleiben unter vollständiger Kontrolle der Anwender. Der Mensch bleibt in der Entscheidungsschleife, während Routineaufgaben effizient unterstützt werden.
SAP Joule for Consultants
SAP Joule for Consultants wird im Release 2602 gezielt weiterentwickelt. Die Wissensbasis wurde erweitert und umfasst unter anderem Inhalte aus SAP Learning, SAP Help, SAP News sowie dem AI Feature Catalogue. Quellenangaben werden klarer und transparenter dargestellt.
Zusätzlich wurde der Zugriff auf SAP Notes und Knowledge Base Articles integriert. Teile der SAP Enterprise Architecture Reference Library stehen direkt im Dialog zur Verfügung. Auch Inhalte aus dem Implementation Guide sowie die Simplification List können einfacher recherchiert werden. Dadurch wird der Zugriff auf offizielle Dokumentation und Best Practices beschleunigt und die Qualität von Projekt- und Supportarbeit erhöht.
Die CPRO Gruppe konnte als SAP AI Fokuspartner in allen dargestellten Bereichen bereits umfassende Praxiserfahrungen sammeln. Auf Basis dieser Erfahrungen unterstützt die CPRO Gruppe bei der fachlichen und technischen Einordnung der neuen Funktionen und steht ihnen für Beratung zu allen aufgeführten Themen zur Verfügung
SAP User Experience
Shell Bar
Die neue Shell Bar zeigt nun den Produktnamen direkt in der Kopfzeile an und erleichtert damit die Orientierung innerhalb der Anwendung.
User Menu Design Updated
Das User-Menü wurde übersichtlicher gestaltet und erleichtert die Bedienung durch ein größeres Benutzerbild und mehr Abstand zwischen den Menüeinträgen. Die Einstellungen sind jetzt immer oben platziert und schneller erreichbar. Die Abmeldefunktion ist klar getrennt und dadurch leichter zu finden.
Notifications:
Die Benachrichtigungen wurden optisch überarbeitet und bieten nun ein moderneres, übersichtlicheres Design. Vereinfachte Interaktionen erleichtern die Nutzung. Benachrichtigungen lassen sich nach Datum oder Wichtigkeit sortieren und werden automatisch in Zeiträume wie „Heute“, „Gestern“, „Letzte Woche“ und „Letzter Monat“ gruppiert, wodurch relevante Informationen schneller erfassbar sind.
Fiori-Launchpad - Direct App Launch via App ID or Transaction Code
Im SAP Fiori Launchpad wurde die Navigation erweitert, um Anwendungen direkt über App-ID oder Transaktionscode zu starten. Damit wird insbesondere den Anforderungen von SAP GUI-Nutzern und erfahrenen Power Usern Rechnung getragen, die eine schnelle und direkte Navigation bevorzugen. Die erweiterte Suchfunktion ermöglicht es, Transaktionscodes einzugeben und Anwendungen sofort zu öffnen – ohne Umwege über Menüs oder Kacheln. Das sorgt für eine vertraute Nutzung im SAP Fiori Launchpad, beschleunigt den Zugriff auf Anwendungen und verbessert die Effizienz für Nutzer, die aus der SAP GUI-Welt kommen oder häufig mit Transaktionscodes arbeiten.
Beim In-Place-Start wird die Anwendung innerhalb des aktuellen Fensters geöffnet.
Manage News App – Required Reading
Mit der Manage News App können wichtige Unternehmensinformationen als verpflichtende Lektüre gekennzeichnet werden. Business-Anwender müssen diese Beiträge aktiv bestätigen, um nachzuweisen, dass sie den Inhalt gelesen und verstanden haben.
Diese Funktion stärkt die Verbindlichkeit im Unternehmen, da sichergestellt wird, dass essenzielle Informationen – etwa zu rechtlichen Vorgaben, Sicherheitsrichtlinien oder internen Policies – tatsächlich zur Kenntnis genommen werden. Gleichzeitig wird ein einheitlicher Wissensstand über alle Organisationseinheiten hinweg gewährleistet, wodurch Informationslücken und Missverständnisse reduziert werden.
Insbesondere im Change Management bietet „Required Reading“ einen klaren Mehrwert: Bei der Einführung neuer Prozesse oder Richtlinien wird sichergestellt, dass alle Mitarbeitenden die Hintergründe und Auswirkungen der Änderungen verstehen.
My Home Layout – Increased Configurability
Die Stärke von My Home liegt in der hohen Konfigurierbarkeit und Anpassungsfähigkeit an die individuellen Anforderungen von Business-Anwenderinnen. Mit dem erweiterten Layout können Nutzer nun selbst steuern, ob die Bereiche „News“ und „Pages“ in My Home angezeigt werden. So sehen sie nur die Informationen, die für ihre tägliche Arbeit wirklich relevant sind.
SAP Cross Technology Topics
Release Assessment and Scope Dependency
RASD (Release Assessment and Scope Dependency) ist ein selbstlernendes, personalisiertes Tool für SAP Cloud ERP-Kunden, das bei der Bewertung von Release-Auswirkungen, Abhängigkeiten und Innovationen unterstützt. Es zeigt nur die tatsächlich genutzten und aktivierten Funktionen, identifiziert relevante Änderungen an Erweiterungsobjekten und erleichtert so die Upgrade-Vorbereitung. Durch klare Transparenz, geführte Einblicke und neue Funktionen wie KI-Features, IAM-Notes-Weiterleitungen sowie Excel-Downloads hilft RASD, Zeit zu sparen und Upgrades effizienter umzusetzen.
Migration Cockpit
Die SAP Fiori-App „Explore Migration Objects“ ermöglicht die Analyse von Abhängigkeiten zwischen Migrationsobjekten und Scope Items. Sie bietet eine interaktive Visualisierung der Zusammenhänge, eine detaillierte Abhängigkeitsanalyse sowie eine klare Unterscheidung zwischen verpflichtenden und optionalen Vorgängern, was die Projektplanung erleichtert. Ergänzt wird dies durch gezielte Such- und Navigationsfunktionen sowie den direkten Zugriff auf die zugehörige Dokumentation. Die erste Version unterstützt derzeit ausschließlich Migrationsobjekte des Staging-Tabellen-Ansatzes.
Beim Migrationsansatz „Migrate Data Directly from SAP System“ dienen Staging-Tabellen als Zwischenspeicher, um ausgewählte Daten vor der Migration nach SAP S/4HANA Cloud Public Edition anzupassen. Die Daten können in diesen Tabellen mit Drittanbieter-Tools bearbeitet, bereinigt und optimiert werden. Anschließend werden die aufbereiteten, verarbeitungsbereiten Daten an das SAP S/4HANA Migration Cockpit zur weiteren Verarbeitung übergeben.
Die Transfer List im Migrationsansatz „Migrate Data Directly from SAP System“ sorgt für Transparenz darüber, welche Daten nach Anwendung der Mapping-Regeln an die API- bzw. RAP-Services übergeben werden. Sie kann pro Migrationsobjekt-Instanz eingesehen werden und wird bei mehreren Transfer-Schritten für jeden Schritt separat erstellt. Dadurch ist sie besonders hilfreich bei der Analyse und Fehlersuche während der Simulation oder des Migrationsprozesses.
Beim Migrationsansatz „Migrate Data Using Staging Tables“ können mehrere XML-Dateien gleichzeitig über eine ZIP-Datei hochgeladen werden. Dabei wurde die maximale Größe pro XML-Datei auf 400 MB erhöht. Die ZIP-Datei selbst darf jedoch eine Gesamtgröße von 100 MB nicht überschreiten.
Identity and Access Management
Die SAP-Initiative Identity and Access Management (IAM) behandelt wichtige Themen wie die Änderung der Zertifizierungsstelle, das flexible Business-Rollen-Design mit IAM-Apps, die Transition zu Nachfolge-Apps sowie das IAM-Upgrade und Change Handling im Rahmen der SAP Customer Engagement Initiative.
Ab März 2026 ändert sich die Zertifizierungsstelle für neue Client Default-Zertifikate von DigiCert auf SAP Cloud Root CA. Betroffen sind alle Systeme, die das Standard-Client-Zertifikat für Outbound-Authentifizierung nutzen. Unternehmen müssen nach der Zertifikatsrotation das Mapping auf allen Zielsystemen anpassen.
Seit SAP Cloud ERP 2502 ermöglichen IAM-Apps vom Typ App Authorization Variant ein flexibles Business-Rollen-Design. Business-Kataloge bündeln nun diese App-Varianten. Mit Version 2602 lassen sich IAM-Apps direkt Rollen zuweisen, Features aktivieren/deaktivieren, Preisberechnungen basierend auf Apps durchführen und veraltete Apps (Deprecated) verwalten.
Beim Übergang zu Nachfolge-Apps (Phase-In) ist es wichtig, die neuen Apps zu aktivieren, bevor die Vorgänger-Apps als veraltet markiert werden. Das IAM Information System unterstützt dabei, Apps nach Status, Nutzung und Nachfolger zu filtern und zu überwachen.
Die SAP Customer Engagement-Initiative sammelt Kundenfeedback zu IAM-Upgrade- und Change-Management-Prozessen. Zielgruppen sind Administratoren und Key User. Über Calls mit max. 1 Stunde Dauer können Unternehmen ihre Erfahrungen teilen und Verbesserungen gestalten. Voraussetzung ist ein Feedback Agreement zwischen SAP und dem Unternehmen.
Business Partner
SAP Cloud ERP bietet neue Funktionen zur Verbesserung von Business Partner-Daten und deren Verwaltung. Die Autorisierung auf Basis von Data Controller und Purpose ermöglicht es, Zugriffe gezielt zu steuern.
Mit der neuen Duplicate-Check-Operation über die A2X OData API lassen sich Business Partner, Kunden und Lieferanten auf doppelte Einträge prüfen, bevor die Masterdaten erstellt werden. So wird die Qualität der Stammdaten bereits beim Anlegen gesichert.
Die Onward Replication erlaubt die automatische Weiterleitung eingehender Business-Partner-Daten an alle verbundenen Systeme. Über eine einfache SSCUI-Konfiguration kann SAP Cloud ERP als Master Data Hub fungieren.
Schließlich erleichtert der Conversational Assistant Joule den Zugriff auf Business-Partner-, Kunden- und Lieferantenattribute über natürliche Sprache. Dies spart Zeit, reduziert Klicks im UI und liefert Analysten schnell die benötigten Informationen.
Lokalisierung
SAP Cloud ERP bietet umfassende Funktionen für die Verwaltung von Business-Partner-Zertifikaten und steuerlichen Daten. Business Partner Certificates ermöglichen die Zuweisung von Zertifikaten zu Ländern oder Regionen und deren Nutzung in Geschäftsprozessen wie Rechnungsstellung und Zahlungen. Dies verbessert die Compliance, reduziert manuelle Prüfungen und erhöht die Transparenz.
Für Deutschland, Belgien, die Niederlande und Oman kann das Tax Register aktiviert werden, um Steuerdaten effizient zu verwalten. Wichtige Apps wie Migrate Tax Items, Manage Tax Payable und Display Tax Items ermöglichen die Übertragung, Erstellung, Analyse und Verfolgung von Steuerposten.
In der Türkei werden automatische Währungsgewinne berechnet und die Mehrwertsteuer nach lokalen Vorschriften korrekt behandelt. Rechnungen, Gewinnabrechnungen und zugehörige Contract Accounting-Dokumente werden automatisch erstellt. Dies reduziert manuellen Aufwand, minimiert Fehler und sorgt für präzise Finanzberichte.
Two-Tier-ERP
Das Two-Tier-ERP-Konzept ermöglicht Unternehmen, unterschiedliche ERP-Systeme auf zwei organisatorischen Ebenen zu betreiben. Tier 1 bildet das Core ERP im Headquarters, während Tier 2 unabhängige, häufig cloudbasierte ERP-Systeme wie SAP Cloud ERP Public oder Private umfasst. Diese Architektur erlaubt es großen Unternehmen, neue Akquisitionen, Divestitures oder autonome Geschäftsbereiche schnell und effizient zu integrieren. Gleichzeitig bietet sie die Flexibilität, individuelle Prioritäten, Geschwindigkeit, Standardisierung und Governance optimal auszubalancieren. Unternehmen können so schnell auf Marktanforderungen reagieren, während gleichzeitig Unternehmenssteuerung und Compliance gewährleistet bleiben.
Die Deployment-Optionen in einem Two-Tier-ERP-Szenario decken sowohl zentrale Services wie Finance, Corporate Procurement oder Shared Services am HQ als auch Tochtergesellschaften, Partnernetzwerke oder Lieferanten ab. Die Integration zwischen den Ebenen erfolgt über SAP Cloud ERP Private, SAP BTP, Analytics Cloud, Data Replication Framework (DRF) sowie APIs, wodurch eine nahtlose Kommunikation zwischen Tier 1 und Tier 2 Systemen möglich ist. Dies unterstützt nicht nur den Datenaustausch, sondern auch die Echtzeit-Analyse, Prozessautomatisierung und übergreifende Transparenz in der gesamten Unternehmensgruppe.
Ein zentraler Erfolgsfaktor in Two-Tier-ERP ist das Master Data Management (MDM). Typische Herausforderungen sind hoher Pflegeaufwand, fragmentierte Systeme, fehlende Flexibilität, inkonsistente Kundendaten und Compliance-Risiken (z. B. IFRS oder SOX). SAP Master Data Governance (MDG) bietet eine zentrale Lösung, um Stammdaten konsistent, qualitativ hochwertig und compliant zu verwalten. Dazu gehören Funktionen wie Staging, zentrale Genehmigungsprozesse, Audit Trails, Duplikat-Mapping und die Konsolidierung zu einer „Single Source of Truth“. Ziel ist es, Best-Quality Master Data bereitzustellen, um Geschäftsprozesse, Analysen und operative Entscheidungen zu optimieren.
Die SAP Extended Warehouse Management (EWM)-Integration mit SAP Cloud ERP erweitert die Möglichkeiten für komplexe und volumenstarke Lagerprozesse. Voraussetzung ist die Synchronisierung von Business Partner- und Materialstammdaten. EWM unterstützt sowohl Inbound-Prozesse (Wareneingang, Lieferungen, Batch-Management) als auch Outbound-Prozesse (Auslieferung, Picking, Loading, Goods Issue). Die Integration erfolgt über SAP Cloud Connector, Web Socket oder RFC, wodurch die Automatisierung und Effizienz im Lagerbetrieb deutlich gesteigert werden. Zusätzlich können Unternehmen Lieferkettenprozesse, Produktionsintegration und Retourenabwicklung flexibel gestalten, wodurch die Logistik transparenter und leistungsfähiger wird.
Insgesamt ermöglicht das Zusammenspiel von Two-Tier-ERP, Master Data Governance und SAP EWM eine skalierbare, flexible und effiziente Unternehmenslandschaft, in der Stammdatenqualität, Prozessautomatisierung und Integration zwischen Headquarters und Tochtergesellschaften gewährleistet sind. Unternehmen profitieren von schnelleren Geschäftsprozessen, höherer Transparenz, optimierter Ressourcennutzung und einer besseren Entscheidungsbasis.
Manufacturing
Mit dem Release 2602 im Cloud ERP erweitert SAP die Line of Business: Manufacturing entlang des gesamten Produktionslebenszyklus. Im Fokus stehen dabei vier zentrale Themenbereiche, welche die neuesten Innovationen in SAP Integrated Product Development (SAP IPD), Production Engineering, Production Execution and Planning sowie in Quality Management, adressieren.
Angefangen mit SAP IPD, was seit neuestem direkter Bestandteil der „Core-Lizenz“ ist. Durch das jüngste Update wurden Dokumente als spezifisches Element mit in die Produktstruktur (EPS) integriert. Diese Funktion erleichtert es den Anwendern zukünftig, Konstruktionsdokumente direkt in der Struktur zu suchen, zu verlinken und zu navigieren. Des Weiteren wird es ermöglicht, seine kundenspezifischen Produkteigenschaften für Instanzen der Produktstruktur festzulegen. Diese Eigenschaften werden automatisch durch die zugewiesene Produktkategorie ergänzt und aus den CAD-Dateien übernommen. Durch die Integration soll eine hohe Konsistenz zwischen der Entwicklungs- und Fertigungsabteilung gewährleistet werden. Ebenso gilt es, Produktentwicklungen mit genaueren und relevanteren Informationen zu versorgen.
Zum Release Update 2602 wurden spürbar mehr AI-Funktionen im Bereich Manufacturing veröffentlicht. So auch das Highlight im Bereich der KI-gestützten Erstellung von Hotspots aus bestehenden 2D-Zeichnungen. Mithilfe eines trainierten Modells erkennt das System automatisch relevante Symbole innerhalb der Zeichnung und erzeugt daraus passende Hotspots, die anschließend mit Back-End-Geschäftsdaten verknüpft werden.
Auch die zukünftige dynamische Datenvisualisierung in Echtzeit gehört mit zu den spannenden Updates für Anwender. Benutzer können beispielsweise Sensor- oder IoT-Daten direkt in Visualisierungen einbinden und Veränderungen von Parametern wie Temperatur oder Druck nahezu in Echtzeit verfolgen und bewerten. Produktionslinien oder Assets lassen sich hierdurch remote überwachen, mögliche Abweichungen frühzeitig erkennen und Stillstände proaktiv vermeiden.
Im Bereich Production Engineering wird der Anwender durch die neue KI-basierte Funktion zur Erstellung und Wiederverwendung von Arbeitsplänen unterstützt (F5425). Die Künstliche Intelligenz analysiert hierbei bestehende Arbeitspläne im System anhand von Materialstammdaten, Beschreibungen und Stücklisten, erkennt ähnliche Strukturen und schlägt dazu passende Vorlagen zur Wiederverwendung vor. Benutzer können die Arbeitspläne somit direkt kopieren und anpassen, anstatt sie vollständig neu aufzubauen, was den manuellen Pflegeaufwand reduziert, während gleichzeitig die Qualität und Einheitlichkeit der Produktionsstammdaten steigt. Besonders in Branchen mit variantenreichen Produkten oder häufigen Neuanlagen von Materialien ergibt sich hier ein deutlicher Zeitgewinn.
Ergänzend dazu gibt es eine neue Konfigurationsmöglichkeit zur Definition der verantwortlichen Kapazitätsplanergruppen, welche in der App: Lösung verwalten (F1241) zu finden ist.
Mit den Innovationen im Bereich Production Planning & Execution stärkt SAP im Release 2602 die operative Produktionssteuerung. Ein zentrales Update betrifft die App: Materialdeckung ermitteln (F2101A), die um zusätzliche Verlinkungen auf naheliegende Anwendungen erweitert wurde. Dabei ist nun ein direkter Absprung in andere Apps möglich, sodass Disponenten Informationen zu Materialien und MRP-Elementen schneller aufrufen können, ohne zwischen mehreren Oberflächen navigieren zu müssen.
Auch die App: Kapazitätsplantabelle (F3770) wurde erweitert. Über ein neues „Fehlende Komponenten“-Pop-up, das direkt über das entsprechende Symbol innerhalb der Kapazitätsplantabelle aufgerufen werden kann, erhalten Produktionsplaner und Disponenten einen direkten Überblick über fehlende Materialien, die den Produktionsplan kritisch beeinflussen könnten.
Ein weiteres Update erhält die App: Arbeitsplatzkapazität verwalten (F3289). Neben den bereits eingeführten Verbesserungen aus jüngeren Releases ermöglicht 2602 eine neue Darstellung der Auslastung als Linien-Mikrodiagramm anstelle der bisherigen Balkenansicht. Somit können jetzt bis zu 750 Datenpunkte innerhalb des definierten Auswertungshorizonts visualisiert werden, anstatt der bisherigen 28-Tage-Begrenzung.
Die App: Auftragsfortschritt prüfen – mehrstufige Sicht (F7681) wurde um Filtermöglichkeiten für Auftragsnummern erweitert, sodass abhängig vom ausgewählten Dokumenttyp nun verpflichtende Filterfelder vorgegeben werden und eine passendere Selektion gegeben ist. Ergänzend wurden die Filtermöglichkeiten für Fertigungsaufträge erhöht, um eine noch präzisere Auswahl zu ermöglichen.
SAP hat mit dem jüngsten Update die Synchronisation von Planungsdaten aus Drittsystemen verbessert. Unternehmen, die externe Feinplanungstools einsetzen, profitieren somit von einer verbesserten Datenbasis zwischen ihrer Anwendung und dem SAP Cloud ERP-System.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Einführung eines KI-Agenten in der App: Fertigungsaufträge bearbeiten (F2336). Über einen neuen „Release“-Button unterstützt die KI den Anwender bei der Freigabe von Fertigungsaufträgen und hilft dabei, den Freigabeprozess zu automatisieren. Der Agent kann hierbei bereits bis zu 20 Fertigungsaufträge parallel verarbeiten, indem er die Materialverfügbarkeit prüft und mögliche Komponentenalternativen sowie Arbeitsplatzkapazitäten vorschlägt und bei Bedarf eine Terminverschiebung vornimmt. Nach Bestätigung durch den Anwender führt der Agent die Auftragsfreigabe selbstständig durch. Zu beachten ist, dass die Funktion nicht standardmäßig aktiv ist und vorab über das Feature (PP_FIO_SFC_AI297_RELEASEAGENT) eingeschaltet werden muss.
Abgerundet wird die Update-Reihe durch eine lang erwartete Funktion, welche konzeptionell an die bekannte Mill-Order-Funktion aus der Private Cloud erinnert. Mit dem 2602 Update können Innerhalb der App: Fertigungsaufträge bearbeiten (F2336) identische Vorgänge aus unterschiedlichen Fertigungsaufträgen zu einem kumulierten Fertigungsauftrag zusammengeführt werden – entweder auf Vorgangsebene oder für ganze Aufträge. Dieses sogenannte „Order Combination-Szenario“ unterstützt insbesondere die diskrete Fertigung dabei, ähnliche Anforderungen gebündelt zu bearbeiten, Rüstzeiten zu reduzieren und Fertigungskosten zu senken. Die Funktion wird über das neue Scope Item 7TO bereitgestellt.
Zum Abschluss erweitert SAP im Bereich Quality Management die Ergebniserfassung in der App: Prüfergebnisse erfassen (F1685A), in der nun informative Prüfmerkmale direkt einem Prüfungsergebnis zugeordnet werden können. Dabei lassen sich passende Codegruppen hinterlegen, ohne dass zwingend eine Ergebniserfassung vorab erforderlich ist. Diese rein informativen Charakteristiken unterstützen Qualitätsmitarbeiter dabei, relevante Hinweise unmittelbar im Prüfprozess zu berücksichtigen.
Sales Distribution
Mit Release 2602 erweitert SAP das Scope Item 5D2 (Advanced Intercompany Sales) um die Unterstützung von Sales Kits in erweiterten Vertriebsszenarien. Dadurch können Sales Kits in Prozessen eingesetzt werden, bei denen die vertriebliche Abwicklung und die physische Lieferung durch unterschiedliche, verbundene Gesellschaften erfolgt. Die vertrieblich verantwortliche Gesellschaft rechnet das Sales Kit gegenüber dem Kunden ab, während die Lieferung durch die liefernde Gesellschaft übernommen wird. Sales Kits können sowohl lagergeführte als auch nicht lagergeführte Komponenten enthalten. Die konzerninterne Abrechnung zwischen den beteiligten Gesellschaften erfolgt dabei ausschließlich für lagergeführte Komponenten, die über einen Einkaufsbeleg beschafft werden.
Im Prozess wird der Vertriebsauftrag in der App „Kundenaufträge verwalten – Version 2“ angelegt und kann ein Sales-Kit (z.B. vom Typ LUMF) enthalten. Durch die Auswahl eines Lieferwerks in einer anderen Gesellschaft wird das erweiterte Intercompany-Szenario aktiviert. Die interne Beschaffung wird dabei automatisch durch das Value Chain Management (VCM) ausgelöst, das für lagergeführte Komponenten einen Einkaufsbeleg erzeugt. Auf dieser Basis wird auch der Intercompany-Verkaufsauftrag erstellt. Die Lieferung enthält zwar die vollständigen Informationen des Sales Kits, für die konzerninterne Abrechnung sind jedoch ausschließlich die lagergeführten Komponenten relevant.
Mit der App „Manage Sales Documents“ bietet SAP einen zentralen Fiori-Einstiegspunkt zur Verwaltung von Vertriebsbelegen. In der initialen Ausbaustufe unterstützt die App Kundenaufträge sowie Kundenaufträge ohne Berechnung und fasst diese in einer einheitlichen Oberfläche zusammen. Ein zentrales Merkmal ist die vereinheitlichte Suche über alle relevanten Ebenen hinweg. Anwender können gezielt nach Belegen auf Kopf-, Positions- und Terminzeilenebene suchen und dabei umfangreiche Filter wie Belegart, Kunde, Produkt, Werk, Verkaufsorganisation oder Status nutzen.
Die Treffer werden in einer übersichtlichen Liste mit den wichtigsten Beleginformationen dargestellt. Über integrierte Schnellaktionen lassen sich Belege direkt weiterverarbeiten, ohne die App zu verlassen. Zusätzlich ermöglicht ein Excel-Export die einfache Weiterverwendung der Daten für Analysen und Reporting. Die App „Manage Sales Documents“ wurde entwickelt, um die funktionalen Einschränkungen und Effizienzprobleme der VA05 durch einen modernen Fiori-First-Ansatz zu ersetzen.
Mit Release 2602 erweitert SAP die Fiori-App „Kundenretouren verwalten – Version 2“ um eine KI-gestützte Eingabeunterstützung für die Anlage von Retourenaufträgen. Während der Erfassung empfiehlt das System in Echtzeit passende Feldwerte, basierend auf Mustern aus bereits vorhandenen Retourenaufträgen mit gleichen Prozessvarianten. Die Empfehlungen werden automatisch bereitgestellt, priorisiert angezeigt und ab einer Prognosewahrscheinlichkeit von über 70 % hervorgehoben.
Unterstützt werden sowohl Felder auf Belegkopf- als auch auf Positionsebene, beispielsweise Rücksendegrund, Folgeaktivität, Prüfcode oder Erstattungsart. Voraussetzung ist, dass das zugrunde liegende Machine-Learning-Modell trainiert, bereitgestellt und aktiviert ist. Das Training kann automatisch erfolgen, sofern eine Data-Attribute-Recommendation (DAR) Verbindung besteht und ein Mindestdatenvolumen erreicht wurde (3.000 Positionen im Produktivsystem bzw. 1.000 im Test- oder Qualitätssystem).
Asset Management
Die neue SAP Fiori App „Anlagenübersicht“ (F8961) stellt eine zentrale Lösung zur Anzeige und Bearbeitung der gesamten Anlagenhierarchie in der SAP S/4HANA Cloud Public Edition dar. Sie ermöglicht eine ganzheitliche Top-down und Bottom-up Sicht auf technische Plätze und Equipments und unterstützt Anwender bei der schnellen Navigation, Suche und Filterung komplexer Anlagenstrukturen. Durch ein flexibles Spaltenlayout erhalten Instandhaltungsexperten einen sofortigen Zugriff auf umfangreiche Anlagendaten wie Stammdaten, Garantiestatus und offene Instandhaltungsaufgaben auf einer einzigen Oberfläche. Darüber hinaus können wichtige Instandhaltungsprozesse direkt aus der App heraus angestoßen werden, beispielsweise durch das Anlegen neuer Instandhaltungsmeldungen mit nur wenigen Klicks.
Durch die Einführung der Arbeitserlaubnis (Scope Item 7Z4) in der Public Cloud stellt SAP die zwei neuen Apps „Arbeitserlaubnisse verwalten“ und „Arbeitserlaubnisvorlagen verwalten“ bereit. Diese bieten eine zentrale Lösung zur sicheren und regelkonformen Durchführung von Arbeiten mit hohem Risiko, wie Heißarbeit, beengte Räume oder Arbeiten in der Höhe. Sie ermöglichen die digitale Erstellung, Prüfung, Genehmigung und Nachverfolgung von Arbeitserlaubnissen sowie die Nutzung standardisierter Vorlagen.
Prozessübersicht:
- Instandhaltungsaufträge anlegen, die eine Genehmigung erfordern
- Art der Genehmigung bestimmen (z. B. Heißarbeit, beengter Raum)
- Arbeitsumfang, Gefahren und Kontrollmaßnahmen erfassen
- Genehmigung prüfen und an Techniker erteilen
- Arbeiten unter definierten Sicherheitsbedingungen durchführen
- Genehmigung nach Abschluss schließen
Die Apps stellen sicher, dass alle Arbeiten mit hohem Risiko gesetzliche und unternehmensinterne Sicherheitsstandards erfüllen. Unfälle werden durch gezielte Gefahrenidentifikation und Kontrollmaßnahmen reduziert, während alle Genehmigungen und Arbeitsschritte digital dokumentiert werden – für maximale Nachvollziehbarkeit, Audits und behördliche Prüfungen. Standardisierte Prozesse minimieren Verzögerungen, Fehlkommunikation und unsichere Abläufe.
Die Erweiterungen der SAP Fiori App „Instandhaltungsmeldungen verwalten“ (F5777) bietet eine zentrale Lösung für die schnelle Erfassung, Nachverfolgung und Bearbeitung von Instandhaltungsmeldungen. Sie unterstützt Anwender durch Situationsverarbeitung mit sofortigen Benachrichtigungen zu neuen Wartungsereignissen sowie durch erweiterte Filterfunktionen nach Standort und Sortierung, um Arbeitslisten effizient zu fokussieren. Dank grafischer Schwellenwertanzeige im Header können messwertbasierte Probleme sofort erkannt werden, während das neue Feld „Folgemeldung“ direkte Links zu Referenzaufträgen und eine nahtlose Nachverfolgung verwandter Aufträge ermöglicht. Die automatische Prioritätsableitung sorgt für intelligente Planung, die bei Bedarf flexibel angepasst werden kann. Zusätzlich beschleunigt der AI-Copilot Joule (Release 2602.1) die Meldungserstellung durch natürliche Spracheingabe.
Sourcing and Procurement
Bestellungen
Massenaktualisierung des Lieferdatums mit Joule
Joule ermöglicht die schnelle Identifikation relevanter Lieferzeiten und die Massenaktualisierung von Bestellpositionen. Dies ist besonders hilfreich bei von Lieferanten gemeldeten Lieferverzögerungen und unterstützt Anwender bei der effizienten Pflege von Bestellungen
Übernahme von Kopfanhängen aus Bestellanforderungen (BANFen)
Die Funktion ermöglicht die automatische Übertragung von Kopfanhängen aus Bestellanforderungen in Bestellungen. Dabei können mehrere BANF-Positionen aus unterschiedlichen Dokumenten in einer Bestellung zusammengeführt oder bei Bedarf auf mehrere Bestellungen aufgeteilt werden.
Manuell gepflegte Lieferadresse
Diese Funktion ermöglicht die nahtlose Übernahme manuell erfasster oder geänderter Lieferadressen aus Bestellanforderungen (BANFen) in Bestellungen über SAP Fiori-Apps. So wird sichergestellt, dass Lieferadressen im gesamten Beschaffungsprozess konsistent und korrekt bleiben.
API für konzerninterne Umlagerungen
Die neue OData-V4-API ermöglicht es externen Anwendungen, konzerninterne Umlagerungsbestellungen zu verarbeiten. Dadurch wird eine effiziente und zuverlässige Steuerung von Warenbewegungen innerhalb des Unternehmens sichergestellt.
Massenanlage von Lieferantenbestätigungen mit Joule
Joule ermöglicht die Massenanlage von Lieferantenbestätigungen, um den Erstellungsprozess deutlich zu beschleunigen. Anwender können bis zu zehn Bestellungen gleichzeitig eingeben und in einem Schritt mehrere Lieferantenbestätigungen erzeugen. Dadurch werden Beschaffungsprozesse effizienter gestaltet.
Zusätzliche Empfängerrollen in der Bestellausgabe (Beta Testing)
Die Bestellausgabe kann an zusätzliche Empfängerrollen gesendet werden, darunter GS (Goods Supplier), Contract Address (CA), Contact Person (CP) und Employee Responsible (ER).
KI-gestützte Erinnerungen für Bestellfreigaben (Beta Testing)
Mit Joule lassen sich Bestellungen, die auf eine Freigabe warten, schnell identifizieren und deren Freigabe gezielt beschleunigen. Joule nutzt konversationsbasierte KI, um Bestellungen mit ausstehenden Freigaben zu finden, zuständige Genehmiger inklusive Kontaktdaten anzuzeigen, Erinnerungstexte zu erstellen und diese über integrierte Kommunikationskanäle zu versenden.
Bestellanforderungen
Erweiterte Bestellszenarien mit bearbeitbaren Bestellungen
Die Funktion erhöht Effizienz und Benutzerfreundlichkeit, indem komplexere Bestellszenarien direkt aus der Bestellanforderungsbearbeitung unterstützt werden. Dadurch entfällt der Umweg über klassische Transaktionen, wo immer dies möglich ist. Erweiterte Bestellszenarien, wie z. B. Umlagerungsbestellungen, werden in der SAP Fiori-App „Bestellanforderungen bearbeiten“ unterstützt. Erkennt die Simulation der Bestellerstellung ein erweitertes Bestellszenario, wird der Einkäufer automatisch in die SAP-GUI-App ME21N navigiert. Die Bestellung wird dabei aus der Bestellanforderung vorbelegt und kann vor dem endgültigen Speichern angepasst werden. Warnmeldungen werden direkt angezeigt, und zusätzliche Änderungen an der Bestellung sind möglich, bevor sie tatsächlich ausgelöst wird.
Zentraler Einkauf
Service-Level-Agreement-Kategorien in der zentralen Bedarfsbearbeitung
Es können unterschiedliche Service-Level-Agreement-(SLA-)Kategorien konfiguriert werden, z. B. eine Kategorie „Hoch“ mit einer Bearbeitungszeit von 48 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine eigene Logik zur Ermittlung der passenden SLA-Kategorie implementieren. Die jeweilige SLA-Kategorie sowie die verbleibende Bearbeitungszeit werden im zentralen Einkäufer-Cockpit angezeigt und sorgen so für maximale Transparenz und gezielte Priorisierung.
Validierung von Überausschöpfungen in zentralen Einkaufsverträgen
Die Funktion unterstützt eine präzise Überwachung von Abrufwerten in zentralen Einkaufsverträgen und verhindert unbeabsichtigte Überausschöpfungen. Änderungen an Zielwerten oder Zielmengen werden automatisch geprüft. Abhängig von der Konfiguration werden bei erkannter Überausschöpfung Warn- oder Fehlermeldungen ausgegeben, wodurch Transparenz, Kontrolle und Vertragskonformität verbessert werden.
Kontierungsinformationen im zentralen Einkaufskontrakt
Die Funktion vereinfacht die Arbeit, indem Kontierungsinformationen direkt im zentralen Einkaufskontrakt gepflegt werden können.
Kopf- und Positionsnotizen in zentralen Lieferantenbestätigungen
Die Funktion stellt eine korrekte und vollständige Informationsübernahme sicher, indem Kopf- und Positionsnotizen von Lieferanten in zentralen Lieferantenbestätigungen erfasst und genutzt werden. Notizen können manuell in der SAP Fiori-App „Zentrale Lieferantenbestätigungen verwalten“ erstellt, bearbeitet oder gelöscht werden.
Supply Chain Management
Bestandsmanagement – Inventur
Mit der neuen SAP Fiori-App „Inventurpositionsliste verwalten“ (F8634) (engl. Manage Physical Inventory Item List) steht eine zentrale Lösung zur Verfügung, die eine dokumentübergreifende Sicht auf alle physischen Inventurpositionen bietet – über mehrere Inventurdokumente, Werke und Lagerorte hinweg.
Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
- Zentrale Gesamtübersicht: Einheitliche, dokumentübergreifende Anzeige aller Inventurpositionen über Werke und Lagerorte hinweg.
- Direkte Bearbeitung auf Positionsebene: Inventurpositionen können einzeln oder gesammelt ausgewählt und unmittelbar bearbeitet werden (z. B. Buchen gezählter Positionen) – ganz ohne App-Wechsel.
- Gezielte Priorisierung: Filter nach Positionsstatus wie „offen“ oder „gezählt“ ermöglichen einen schnellen Überblick über den aktuellen Inventurfortschritt.
- Effizientere Prozesse: Weniger Klicks, reduzierte Navigation und erweiterte Massenverarbeitung beschleunigen die Inventur und reduzieren Fehler – insbesondere in zeitkritischen Phasen.
- Verbessertes Monitoring: Die einheitliche Listenansicht unterstützt eine transparente Nachverfolgung und eine klare, fachbereichsübergreifende Steuerung der Inventur.
Lagerverwaltung
- KI-gestützte Interaktion mit SAP Joule:
Joule bringt eine Chat-Oberfläche ins Warehouse Management. Anwender können Informationen zu Lieferungen, Warehouse-Tasks, Orders, Lagerplätzen oder Beständen per natürlicher Sprache abrufen und Aktionen direkt ausführen. Joule erkennt den Prozesskontext, schlägt passende Folgeaktionen vor und führt systemändernde Schritte ausschließlich nach expliziter Bestätigung aus. - Automatisches Packen beim synchronen Wareneingang aus Produktion:
Beim Wareneingang aus der Produktion werden Handling Units nun automatisch auf Basis hinterlegter Packvorschriften erzeugt – auch ohne Inbound-Lieferung. Unterstützt werden dabei mehrstufige Verpackungsstrukturen (z. B. Palette → Karton → Stück). Die Funktion wird über das Produktionsplanungsprofil aktiviert. Die automatische Erstellung von Einlagerungsaufgaben bleibt unverändert bestehen. - Push-basierte Integration von Lagerautomatisierungssystemen:
Lageraufgaben werden ereignisgesteuert und automatisch an angebundene Subsysteme übergeben. Sobald eine Lageraufgabe in SAP EWM entsteht, wird sie – abhängig von der Queue-Konfiguration – direkt an das zuständige Automatisierungssystem übertragen. Während der Verarbeitung ist die Aufgabe gesperrt. Rückmeldungen wie Bestätigung, Storno oder Fehlercodes erfolgen standardisiert über APIs an SAP S/4HANA Public Cloud. Das erhöht Geschwindigkeit, Stabilität und Kontrolle bei automatisierten Lagerprozessen.
Transportmanagement
Erweiterung des Subcontracting-Szenarios
Outbound-Lieferungen aus Subcontracting-Bestellungen werden automatisch an das Transportation Management übergeben. Dabei werden Frachteinheiten und Frachtaufträge systemseitig erzeugt. Die Transportplanung und -ausführung erfolgt zentral im TM-Cockpit, inklusive nahtloser Integration in die Versandprozesse des Warehouse Managements. Transportstatus, Ereignisse und Frachtkosten werden vollständig im TM verarbeitet und transparent nachverfolgt.
Integration im Kundenkonsignationsszenario (Scope Item 1IU)
Auch das Kundenkonsignationsszenario wird um Transportation Management erweitert. Transporte für Befüllung, Entnahme und Rücklieferung von Konsignationsbeständen sind nun vollständig in TM integriert. Planung und Statusverfolgung erfolgen zentral im TM-Cockpit, wodurch das End-to-End-Szenario der Kundenkonsignation deutlich transparenter und durchgängig steuerbar wird.
Verfügbarkeitsprüfung
Confirmation Acceptance Rule
Mit der neuen Regel zur Steuerung bestätigter Liefermengen können ATP-Bestätigungen gezielt angepasst werden. Bereits bestätigte Mengen lassen sich manuell ändern (z. B. auf 0 setzen), unter Berücksichtigung der Vorgabe „Nur Komplettlieferung erlaubt“ im Kundenauftrag. Gleichzeitig wird verhindert, dass das Backorder Processing (BOP) die Mengen automatisch neu verteilt. Die Aktivierung erfolgt über eine API-Konfiguration.
Erweiterung der App „Produktverfügbarkeit anzeigen“
Materialien mit Lieferungsschutz (Supply Protection) werden nun direkt in der Ergebnisliste gekennzeichnet. Ein Wechsel in die Detailansicht ist nicht mehr erforderlich, was die Transparenz erhöht und die Übersichtlichkeit deutlich verbessert.
Finance
Mit dem Release 2602 präsentiert SAP im Finance-Umfeld drei große Highlights: KI-gestützte Abgrenzungsbuchungen, die Umsatzrealisierung für neue Geschäftsmodelle sowie der weitere Ausbau der CO₂-Bilanzierung inklusive Reporting-Unterstützung durch Joule.
Das Standard Scope Item J58 zur Hauptbuchhaltung erhält ein Update und führt den Accounting Accruals Agent ein. Damit adressiert SAP die Abgrenzungsbuchungen, die im Rahmen des Periodenabschlusses bislang meist noch komplett manuell ermittelt und gebucht werden. Der KI-Agent erstellt Vorschläge zur Buchung, indem er neben historischen Buchungsdaten auch auf unternehmenseigene Accounting-Policy-Dokumente zugreifen kann. Diese Vorschläge werden vom Fachbereich in einer neuen App „Abgrenzungsvorschläge verwalten“ geprüft und freigegeben. Dafür stellt der Agent auch Herleitung und Begründung zu den Buchungsvorschlägen bereit. Durch diesen kooperativen Ansatz zwischen Anwender und KI-Agent sinkt der manuelle Aufwand im Abschlussprozess deutlich, während Compliance und die Auditierbarkeit gestärkt wird.
Auf der Umsatzseite erweitert SAP die Universal Revenue Recognition (URR) um Support für Solution Business und Digital Business. Im Kern geht es dabei darum, komplexe „Bündel“-Szenarien (bspw. die Kombinationen aus Projekten, Kundenaufträge, Services und Subscriptions) in der Umsatzrealisierung konsistent abzubilden und zu automatisieren. In sogenannten Revenue Contracts gibt es die Möglichkeit Vertragsänderungen zu berücksichtigen oder Umsatzbuchungen gezielt zu pausieren. URR unterstützt dabei neue Geschäftsmodelle sowohl aus Compliance-Sicht (z.B. IFRS-15) als auch aus Management -Perspektive, indem Accounting und Controlling-Auswirkungen neuer Geschäftsmodelle besser zusammengeführt werden.
Der dritte Block betrifft Nachhaltigkeit in Finance. Das SAP Green Ledger wird im Release 2602 in Richtung Projektbezug, Analyse und regulatorische Anforderungen weiter ausgebaut. Dafür wird auch der Best Practice Prozess 7W3 „Green-Ledger-Integration“ bereitgestellt. Neu ist hier insbesondere die Möglichkeit, Projektstrukturen und WBS-Elemente aus SAP S/4HANA Finance zu replizieren und CO₂-Werte darauf zu erfassen und auszuwerten. Das schafft Transparenz über Emissionen, die durch projektbezogene Leistungen entstehen – hilfreich sowohl für interne Investment- und Steuerungsfragen als auch für die externe Auskunftsfähigkeit gegenüber Kunden (z. B. „Carbon Footprint“ einer gelieferten Service-/Projektleistung). Dazu liefert die SAP ab sofort Joule-gestütztes Reporting im Green Ledger: Anwender können per Konversations-Prompt automatisch Visualisierungen der CO₂ -Daten erzeugen und dabei verschiedene Dimensionen wie GHG-Kategorie, GHG-Scope oder konkrete Zeitspannen analysieren. Folgefragen werden kontextbezogen unterstützt – mit dem Ziel, den Aufwand für CO₂-Reports spürbar zu senken und den Fokus stärker auf Interpretation und Entscheidungen zu legen.
Product Compliance
Eine zentrale Neuerung ist die Erweiterung der Sicherheitsdatenblatt-Erstellung (SDS). Regulatorische Datenbewertungen lassen sich nun gezielter und effizienter durchführen – insbesondere durch aktualisierte Anforderungen in Abschnitt 7 (Handhabung und Lagerung) sowie durch Optimierungen in der GHS-Klassifizierung. Neu eingeführte Änderungsmarkierungen im SDS erhöhen zudem die Transparenz, indem sie vorgenommene Aktualisierungen klar kennzeichnen.
Ebenfalls neu ist das SDS-Management für Markenprodukte. Unternehmen können Compliance-Anforderungen nun gezielt auf spezifische Markenprodukte anwenden und individuelle Daten für die finale SDS-Erstellung berücksichtigen. Dazu gehört auch die Integration regulatorischer Vorgaben für Giftnotruf-Meldungen (Poison Center Notification).
Darüber hinaus kann ein globales Fallback-Sicherheitsdatenblatt definiert werden. Dieses wird automatisch versendet, wenn für ein bestimmtes Land kein länderspezifisches SDS verfügbar ist. So wird der Compliance-Aufwand reduziert und gleichzeitig sichergestellt, dass Kunden stets relevante Sicherheitsinformationen erhalten.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung von Mehrkomponentenprodukten, die aus zwei oder mehr Gefahrstoffen bestehen – beispielsweise 2-Komponenten-Kleber oder chemische Sets. Diese Produkte werden als Einheit in bestehende Gefahrgutprozesse integriert und können direkt auf Kopfebene klassifiziert werden. Dadurch wird die Einhaltung internationaler Transportvorschriften effizient und regelkonform sichergestellt.
Environment, Health & Safety
Eine zentrale Neuerung ist die Planung und Durchführung von EHS-Inspektionen. Checklisten und Fragebögen können nun zentral verwaltet werden, während Ad-hoc-Inspektionen direkt vor Ort digital dokumentiert werden. Durch die Integration in das Aufgabenmanagement lassen sich Korrektur- und Präventivmaßnahmen unmittelbar planen und nachverfolgen – ein wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Einhaltung gesetzlicher Vorschriften.
Ebenfalls verbessert wurde die Untersuchungsübersicht in der App „Untersuchungen verwalten“. Teammitglieder erhalten eine konsolidierte Sicht auf Zeitpläne, Verantwortlichkeiten und den Status offener Aktivitäten. Visuelle Statusanzeigen für Ursachenanalysen und Meilensteine ermöglichen eine transparente Echtzeit-Verfolgung des Fortschritts.
Das regulatorische Meldewesen für Vorfälle in Großbritannien wurde erweitert. Das System unterstützt nun fortgeschrittene Berichtsfunktionen für RIDDOR (Meldung von Verletzungen und Krankheiten) sowie den Building Safety Act (BSA). Erforderliche Formulare werden standortabhängig automatisch generiert und mit spezifischen Daten – etwa zu Todesfällen – befüllt.
Zusätzlich steht eine optimierte Übersichtsseite für betriebliche Compliance zur Verfügung. Neben bestehenden Kennzahlen wie der Erfüllungsrate bietet Release 2602 neue Transparenz zu fälligen und überfälligen Aufgaben je Standort sowie zu spezifischen Verpflichtungsaufgaben.
Professional Service
Ein besonderes Highlight ist das neue Intercompany Cost Allocations Reconciliation Review Booklet. Zum ersten Mal ermöglicht es eine durchgängige und detaillierte Analyse interner Kostenverrechnungen – von der Allokation bis zur Abrechnung. Damit reagiert SAP auf eine der wichtigsten Kundenanforderungen: mehr Transparenz bei Intercompany-Transaktionen in einem einzigen, zentralen Report.
Darüber hinaus lassen sich nun Custom Fields direkt in der Übersichts-Liste der App Manage Project Billing anzeigen, filtern und sortieren. Anwender haben so frühzeitig Zugriff auf alle relevanten Informationen und können fundiertere Entscheidungen treffen.
Ein weiterer Fortschritt betrifft das Time- & Expense-Billing: Ab sofort ist eine Abrechnung auch ohne offenes Billing-Plan-Item möglich, denn das System erzeugt bei Bedarf automatisch ein entsprechendes Plan-Item. Das ist besonders praktisch für Ad-hoc-Abrechnungen und sorgt für mehr Effizienz.
Nach dem Anlegen eines Project Down Payment Requests kann nun direkt in die Preliminary Billing Document Apps gesprungen werden. Dadurch werden Medienbrüche vermieden und der Abrechnungsprozess beschleunigt.
Die Archivierung der Project-Billing-Daten ist ab sofort vollständig an die Archivierung des zugehörigen Sales Orders gekoppelt. Das sorgt für eine konsistente Datenhaltung und unterstützt eine schlanke sowie leistungsfähige Datenbank.
Projektmanager profitieren ebenfalls von einer verbesserten Benutzerfreundlichkeit in der App Manage Projects – Professional Services Projects. Interne Projekte lassen sich nun einfacher anlegen, anpassen oder löschen.
Im Resource Management setzt SAP ebenfalls neue Akzente:
- Ein projektbezogener Staffing-Überblick zeigt Anfragen und Besetzungsstatus auf Wochen- und Monatsebene.
- Ressourcen können organisationsübergreifend gefunden und eingeplant werden – ein großer Vorteil für global agierende Unternehmen.
- Über UI Extensibility lassen sich eigene Inhalte direkt in die Resource-Management-Apps integrieren, sodass alle entscheidungsrelevanten Informationen an einem Ort verfügbar sind.
Service
Ab sofort ermöglicht die Kunden- und Produkthierarchie in Servicebelege eine präzise und kontextbasierte Preisgestaltung, verbessert die Kundenerfahrung sowie die Transparenz und sorgt über den gesamten End-to-End-Prozess für eine einheitliche Preisgestaltung. Dabei können Servicepreise oder Rabatte an die Hierarchieebenen des Kunden angepasst und spezifische Preise oder Rabatte auf Grundlage der Produktstrukturen angewendet werden. Die Lösung unterstützt unterschiedliche Szenarien, darunter die Abwicklung vom Lösungsauftrag zum Serviceauftrag, vom Serviceangebot zum Serviceauftrag, eigenständige Serviceaufträge, Inhouse-Reparaturprozesse sowie Servicevertrags-Szenarien.
Die Anpassung der OData V4-APIs für Serviceverträge ermöglicht eine effiziente Bearbeitung und Verwaltung von Verträgen in der SAP S/4HANA Cloud. Anwender können Servicevertragspositionen verlängern, neue Positionen zu bestehenden Verträgen hinzufügen, ganze Serviceverträge erneuern und den Rechnungsempfänger direkt ändern. Darüber hinaus lassen sich Änderungen der Geschäftspartneradressen sowohl in den Kopf- als auch in den Positionselementen der Servicevertragsoberfläche oder über die API vornehmen. Dies führt zu schnelleren Bearbeitungszeiten, höherer operativer Effizienz durch Automatisierung und vereinfacht das Lifecycle-Management von Verträgen, da sofortige Aktualisierungen Zeit sparen und mehrere Zwischenschritte entfallen.
Die Integration von Serviceaufträgen mit SAP Concur ermöglicht eine effiziente Abwicklung von Pauschalpreisen für Spesen in der SAP S/4HANA Cloud. Sobald ein Serviceauftrag den Status „Freigegeben“ erreicht, werden die Daten in Echtzeit an das SAP Concur-System repliziert, sodass Spesenberichte für Serviceauftragspositionen schnell erstellt und die Kosten direkt in der Finanzbuchhaltung gebucht werden können. Die Lösung unterstützt sowohl Serviceaufträge (Release 2602) als auch Reparaturaufträge (Release 2608) und sorgt für eine deutliche Beschleunigung der Speseneinreichung. Gleichzeitig ermöglicht die Echtzeit-Replikation sofortige Einblicke in die Rentabilität der Aufträge und trägt durch automatisierte Prüfungen zur Einhaltung von Unternehmensrichtlinien für Reisekosten bei.
Solution Orders
Ein zentrales Highlight im Release 2602 ist die Unterstützung von kunden- und produkthierarchiebasierter Preisfindung. Die Solution Order kann nun automatisch Preise aus zugeordneten Hierarchien berechnen. Diese Preisinformationen sind direkt in der Solution Order sichtbar und werden konsistent an Folgebelege wie Verkaufs-, Service- oder Abrechnungsdokumente übergeben. Damit wird insbesondere die Abbildung komplexer Preislogiken in Konzern- oder Großkundenstrukturen deutlich vereinfacht und die Basis für kombinierte Abrechnungen geschaffen.
Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Meilensteinabrechnung für konfigurierbare Verkaufspositionen und Sales Kits. Damit unterstützt SAP nun auch bisher nicht abgedeckte Verkaufsprozesse für konfigurierbare Make-to-Order-Produkte. Bestehende Sales-Kit-Szenarien wie ERLA, LUMF und CPFH können erstmals mit meilensteinbasierter Fakturierung und optionalen Anzahlungen kombiniert werden. Dies ermöglicht die Abwicklung hochpreisiger, kundenindividueller Lösungen direkt über die Solution Order und erhöht die Flexibilität. Gleichzeitig wird durch die strukturierte Meilensteinabrechnung der Cashflow verbessert und die Abrechnungssicherheit über den gesamten Lösungslebenszyklus hinweg erhöht.
Darüber hinaus erweitert SAP die Szenarien, die Third-Party-Shipment mit oder ohne Berechnung ermöglichen. Auf Basis der neuen Prozessvarianten können Folgepositionen erzeugt werden, die den Make-to-Order-Prozess für konfigurierbare Produkte mit Drittanbieterversand unterstützen. Dafür stellt SAP neue Positionskategorien und Prozessvarianten in der App „Lösungsaufträge verwalten“ bereit, die speziell auf den Verkauf konfigurierbarer Produkte mit Drittanbieterbeteiligung ausgelegt sind. Solution-Order-Spezialisten profitieren dadurch von einer deutlich höheren Flexibilität bei der Konfiguration und Orchestrierung von Verkaufsprozessen auf Basis individueller Kundenanforderungen. Gleichzeitig wird die Produktivität der Fachbereiche erhöht, da komplexe Lösungsszenarien nun standardisiert und durchgängig im Solution-Order-Prozess abgebildet werden können.
Mit Release 2602.1 (sowie 2508.02) stellt SAP eine OData-V4-API zur Preissimulation von Solution Orders bereit. Damit lassen sich Solution Orders inklusive Partnerfindung, Preisermittlung und Billing-Plänen simulieren, ohne produktive Belege anzulegen. Die API liefert strukturierte Ergebnisse wie Nettowerte, Partnerinformationen, Preisbestandteile und Abrechnungspläne und ermöglicht es externen Angebots- und Vertriebssystemen sowie angebundenen Commerce Sites, in Echtzeit Angebote auf Basis der SAP Cloud ERP-Preislogik zu erzeugen. Unterstützt werden verschiedene Positionstypen sowie Sales Kits, Service Bundles und vorkonfigurierte Solution Bundles. Die API Unterstützt Erweiterbarkeit und OAuth 2.0 für eine sichere Integration. Die Simulation von konfigurierbaren Produkten, Lösungspaketen mit Parametern und Abonnementprodukte ist in der Roadmap geplant.
Auch im Bereich Subscription Billing bringt Release 2508.3 spürbare Verbesserungen. Preise können automatisch gesperrt werden, um ungewollte Änderungen durch Listenpreis-Anpassungen zu verhindern. Zudem werden zusätzliche Abrechnungszyklen, alternative Marktwährungen sowie Gutschriften- und Belastungselemente unterstützt. Das erhöht die Flexibilität bei wiederkehrenden Umsätzen und reduziert Fehler in der Folgebeleg-Erstellung.
Subscription Billing
Ein wichtiges Highlight ist die direkte Bearbeitung von Lookup-Tabellendaten. Bisher mussten Änderungen an Lookup-Tabellen über den Export in Dateien (z. B. Excel) und einen anschließenden Re-Import erfolgen. Mit Release 2602 können Einträge nun direkt in der App „Suchtabelleninhalt pflegen“ erstellt, geändert oder gelöscht werden. Dies reduziert den manuellen Aufwand, verhindert Fehler durch dateibasierte Uploads und erleichtert schnelle Korrekturen von Preisbedingungen oder Regelwerken direkt im System
Ebenfalls neu ist die Custom Validation für Subscriptions. SAP stellt hierfür einen neuen Erweiterungspunkt bereit, über den sich eigene Validierungslogik implementieren lässt. Unternehmen können damit individuell steuern, ob die Erstellung oder Änderung einer Subscription zugelassen oder abgelehnt wird. Die Standardvalidierung kann so um unternehmensspezifische Regeln ergänzt werden, inklusive eigener Fehlermeldungen, die dem Anwender direkt angezeigt werden
Eine weitere Neuerung ist die Vererbung kundenspezifischer Referenzen bei der Subscription-Erstellung. Kundenspezifische Referenzen, die am Kunden oder Produkt gepflegt sind, können nun automatisch in die Subscription übernommen werden. Die Aktivierung erfolgt über die Business Configuration. So können benutzerdefinierte Referenzen in Subscriptions, z.B. für die Preisgestaltung verwendet werden.
Im Bereich Reporting erweitert SAP das Subscription Billing um weitere KPIs zur Analyse von wiederkehrenden Umsätzen. Dazu zählen der aktuelle wiederkehrende Umsatz, der neue wiederkehrende Umsatz, der wegfallende wiederkehrende Umsatz sowie der durchschnittliche wiederkehrende Umsatz pro Subscription. Diese Berechnung erfolgt auf Monats- (MRR), Quartals und Jahresbasis (ARR). Das Dashboard zeigt Gesamtumsätze, Wachstumsraten sowie Durchschnittswerte und lassen sich nach Märkten, Produkten und Kunden filtern und gruppieren. Damit erhalten Fachbereiche eine konsolidierte Sicht auf die Entwicklung ihrer wiederkehrenden Umsätze.
Abschließend gibt SAP einen Ausblick auf kommende Erweiterungen im Subscription Billing. Dazu zählen unter anderem zusätzliche Pricing-Funktionen wie Ramp Plans und Best-Price-Billing, KI-gestütztes Subscription Management mit Joule, die Integration mit der SAP Business Data Cloud sowie erweiterte Nutzungsszenarien für Usage Records und Variantenkonfiguration.
Extensibility
Mit Release 2602 werden drei zentrale Innovationen eingeführt:
- GenAI-gestützter Extensibility Assistant für Key User
- Neue Version der Custom Business Objects auf Basis von RAP
- Erweiterungen und Anpassungen im Bereich APIs (OData und SOAP) sowie BAdIs (Business Add-Ins)
Ziel ist es, Erweiterungen intuitiver, technologisch moderner und upgrade-stabil umzusetzen.
1. GenAI-Driven Extensibility Assistant – KI unterstützt bei Erweiterungen
Was ist neu?
Ab SAP Cloud ERP 2508 steht in den Fiori-Apps Custom Fields und Custom Logic ein KI-gestützter Assistent zur Verfügung. Der Assistant basiert auf Joule for Developers (J4D) und nutzt Generative AI, um Key User gezielt bei der Auswahl der passenden Extensibility-Optionen zu unterstützen.
Kernfunktionen im Überblick
In der App „Custom Fields“:
- Identifikation des passenden Business Context
- Ermittlung relevanter OData- oder SOAP-Services
- Zuordnung des richtigen Business Objects
- Vorschlag geeigneter CDS Views als Value Help Provider
- Automatische Erstellung von Custom Fields inklusive empfohlener Eigenschaften
- Aktivierung der Felder in verschiedenen Usages (UI, API, CDS Views, Transaktionen)
In der App „Custom Logic“:
- Identifikation des passenden BAdI (Business Add-In)
- Bereitstellung relevanter Dokumentation und Referenzen
- Mapping von Business-Szenarien inklusive Datenflüssen
Umfang des Custom Fields Assistants
Der Assistent unterstützt unter anderem bei:
- Erstellung neuer Custom Fields
- Identifikation geeigneter Business Contexts
- Analyse von Verwendungsmöglichkeiten (UI, API, CDS Views etc.)
- Aktivierung von Usages (ausgenommen E-Mail- und Form-Templates)
- Identifikation bestehender Custom Fields
- Auswahl geeigneter Value Helps
- Analyse von Business-Szenarien mit Datenflüssen
Damit wird die Erweiterung deutlich schneller, transparenter und auch für weniger technisch versierte Anwender zugänglicher.
2. Custom Business Objects – Modernisierung mit RAP
Technologiewechsel: Von BOPF zu RAP
Mit dem Release 2602 erfolgt ein bedeutender Technologiesprung: Die neue Version der Custom Business Objects basiert nicht mehr auf BOPF (Business Object Processing Framework), sondern auf dem modernen RESTful ABAP Programming Model (RAP).
Automatisch generierte Artefakte
Beim Anlegen eines Custom Business Objects werden nun automatisch erzeugt:
- Vollständig persistente Datenbanktabellen
- CDS Views für die Datenmodellierung
- OData V4 Services für moderne API-Integration
- Eine Fiori Elements V4 UI mit Standard-Benutzeroberfläche
- RAP Behavior Definitions für die Geschäftslogik
- Eine vollständige Projektstruktur gemäß Clean-Core-Prinzip
3. Extensibility-Änderungen: APIs und BAdIs
Wie bei jedem Release bringt auch 2602 zahlreiche Erweiterungen und Anpassungen im Bereich APIs (OData und SOAP) sowie BAdIs (Business Add-Ins) mit sich.
Diese Änderungen eröffnen zusätzliche Möglichkeiten für kundenspezifische Erweiterungen, Integrationen und Prozessanpassungen in unterschiedlichen Geschäftsbereichen. Neue und erweiterte Schnittstellen verbessern die Systemanbindung, während zusätzliche oder angepasste BAdIs mehr Flexibilität bei der Umsetzung individueller Logiken innerhalb des Clean-Core-Rahmens ermöglichen.
Fazit
Mit dem Release 2602 treibt SAP die S/4HANA Public Cloud konsequent in Richtung mehr Automatisierung, mehr KI und mehr End-to-End-Transparenz. Besonders im Fokus steht Joule – mit Agents, KI-gestützter User Experience und konkreten Assistenzfunktionen in Finance, Manufacturing, Procurement und Supply Chain. Gleichzeitig werden Implementierung und Betrieb durch erweiterte SAP Activate- und SAP Cloud ALM-Funktionen deutlich gestärkt.
In den Fachbereichen dominieren praxisnahe Optimierungen: effizientere Planungs- und Produktionsprozesse, moderne Vertriebs-Apps, bessere Steuerung in Einkauf und Logistik sowie gezielte Verbesserungen in ATP, TM und Warehouse Management. Auch Finance, Product Compliance und EHS profitieren von höherer Transparenz, regulatorischer Sicherheit und intelligenter Unterstützung.
Unterm Strich liefert 2602 vor allem eines: weniger manueller Aufwand, schnellere Prozesse und eine noch stärkere Durchgängigkeit über alle Geschäftsbereiche hinweg.





















