Mit Release 2608 entwickelt SAP die S/4HANA Cloud Public Edition konsequent weiter und bringt zahlreiche Neuerungen in die unterschiedlichsten Geschäftsbereiche. Dabei geht es längst nicht mehr nur um neue Funktionen: Viele der Erweiterungen zielen darauf ab, Prozesse einfacher zu gestalten, Anwender gezielter zu unterstützen und vorhandene Potenziale innerhalb des Systems besser auszuschöpfen.
Besonders spannend sind Funktionen, die im Arbeitsalltag einen direkten Mehrwert bieten – von intelligenter Automatisierung und neuen analytischen Möglichkeiten über Verbesserungen in den einzelnen Fachbereichen bis hin zu einer noch intuitiveren Benutzererfahrung.
Bei der Vielzahl an Neuerungen ist es jedoch nicht immer einfach, den Überblick zu behalten. Deshalb haben wir die Highlights des Release 2608 kompakt zusammengefasst und konzentrieren uns dabei insbesondere auf Funktionen mit konkretem Mehrwert für die Praxis.
Wer einzelne Neuerungen genauer kennenlernen möchte, findet in den jeweiligen Abschnitten weiterführende Informationen, Screenshots und Demo-Videos. So bietet der Beitrag einen schnellen Überblick über Release 2608 und gleichzeitig die Möglichkeit, die interessantesten Funktionen im Detail zu entdecken.
Alle Aufzeichnungen der Webinare zu den einzelnen Themen sind hier zu finden: Webinare
SAP Activate & SAP Cloud ALM
SAP Activate
KI-gestützte Aufgaben und Prompt-Bibliothek
SAP Activate wurde um erste KI-gestützte Aufgaben (AI-Assisted Tasks) erweitert, die Projektteams bei der Einführung von SAP S/4HANA Cloud Public Edition unterstützen. Hierfür stellt SAP vordefinierte Prompts, Beispielergebnisse sowie teilweise aktualisierte Accelerators bereit, um typische Projektaufgaben effizienter bearbeiten zu können.
Der Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung bei projektrelevanten Aufgaben und Deliverables anstelle der reinen Informationssuche. SAP plant, die KI-Funktionen kontinuierlich auszubauen und unter anderem weitere Prompts für SAP Joule for Consultants sowie zusätzliche KI-gestützte Funktionen innerhalb der SAP-Toolchain bereitzustellen.
Verbesserte Vorbereitung auf Fit-to-Standard-Workshops
SAP hat die Aufgaben zur Vorbereitung von Fit-to-Standard-Workshops überarbeitet und um neue Hilfestellungen ergänzt. Ein neues Video führt Schritt für Schritt durch den Fit-to-Standard-Prozess. Zusätzlich steht eine RACI-Matrix zur Verfügung, welche die Verantwortlichkeiten der Projektbeteiligten klar definiert und die Vorbereitung der Workshops erleichtert.
Quality Gates für SAP Cloud ERP
Die Quality Gates in SAP Activate wurden weiterentwickelt und unterstützen Projektteams dabei, den Abschluss jeder SAP-Activate-Phase strukturiert zu bewerten. Mithilfe standardisierter Checklisten wird überprüft, ob alle erforderlichen Ergebnisse vorliegen und SAP Best Practices umgesetzt wurden, bevor in die nächste Projektphase übergegangen wird.
Mit Release 2608 wurden die Checklisten aktualisiert und um neue Funktionen in SAP Cloud ALM ergänzt. So können aus den beantworteten Checklisten automatisch Continuous Quality Check (CQC)-Berichte erstellt werden. Diese stehen als PDF inklusive Ergebnissen und offener Maßnahmen zur Verfügung und können für die Phasen Prepare, Explore, Realize und Run genutzt werden. Darüber hinaus wurden Quality-Gate-Checklisten auch für weitere SAP-Activate-Roadmaps, beispielsweise für SAP Ariba, SAP Concur, SAP S/4HANA Cloud Private Edition und SAP SuccessFactors, bereitgestellt.
SAP Activate – Neue Implementierungsleitfäden für SAP-managed Cloud ERP Applications
SAP Activate wurde um neue Implementierungsleitfäden für SAP-managed Cloud ERP Applications erweitert. Diese Anwendungen bieten eine harmonisierte Bereitstellung sowie Benutzerverwaltung und unterstützen zusätzlich eine zentrale Integration, Überwachung und Datensynchronisation. Dadurch werden konsistente und zuverlässige Geschäftsprozesse über verschiedene SAP-Lösungen hinweg unterstützt.
Zum Release 2608 stehen erstmals Implementierungsleitfäden für SAP Ariba Invoicing und SAP Ariba Buying zur Verfügung. Diese unterstützen Projektteams bei der strukturierten Einführung der Anwendungen und orientieren sich an den bewährten Methoden von SAP Activate.
CALM
Dokumentenmanagement – KI-gestützte Dokumentenzusammenfassung
Das Dokumentenmanagement wurde um eine KI-gestützte Dokumentenzusammenfassung erweitert. Mithilfe generativer KI können Inhalte von Dokumenten automatisch zusammengefasst werden. Die erzeugte Zusammenfassung kann anschließend bei Bedarf bearbeitet und für jede neue Dokumentversion erneut erstellt werden.
Dokumentenmanagement – Versionierung mit Sperrfunktion
Das Dokumentenmanagement wurde um eine erweiterte Versionierung mit Sperrfunktion ergänzt. Dokumente mit dem Status „Freigegeben“ können nach der Freigabe nicht mehr inhaltlich geändert werden und bilden damit den finalen Stand einer Dokumentversion ab. Sollten Anpassungen erforderlich sein, muss eine neue Dokumentversion erstellt werden, wobei die Versionsnummer automatisch erhöht wird.
Zusätzlich steht ein neuer Reiter „Versionen“ zur Verfügung, über den alle bisherigen Versionen eines Dokuments eingesehen werden können. Dadurch wird die Nachvollziehbarkeit von Änderungen verbessert und eine revisionssichere Dokumentenverwaltung unterstützt.
Klassifizierung für Anforderungen, User Stories und Defekte
SAP Cloud ALM wurde um eine integrierte Klassifizierungsfunktion für Anforderungen, User Stories und Defekte erweitert. Anstelle der bisherigen tagbasierten Kennzeichnung steht nun eine strukturierte, zweistufige Klassifizierung direkt innerhalb der jeweiligen Objekte zur Verfügung. Dadurch können Arbeitsobjekte einheitlicher kategorisiert und einfacher ausgewertet werden.
Für Anforderungen und User Stories wird eine gemeinsame Klassifizierung verwendet, die speziell auf die Fit-to-Standard-Analyse ausgerichtet ist. Zusätzlich steht für beide Objekttypen ein neues Feld zur Testklassifizierung zur Verfügung. Defekte verfügen hingegen über eine eigene Klassifizierung, die eine strukturierte Einordnung von Fehlern ermöglicht und die Analyse sowie Auswertung von Qualitätsproblemen unterstützt.
Verknüpfung von Testfällen mit Features
SAP Cloud ALM ermöglicht es nun, Testfälle direkt mit Features zu verknüpfen. Dadurch wird die Nachvollziehbarkeit zwischen der Umsetzung einer Anforderung und den zugehörigen Testaktivitäten verbessert. Testfälle können dabei Features zugeordnet werden, die sich in den Status „In Specification“, „In Implementation“ oder „In Testing“ befinden.
Die verknüpften Features werden im Reiter „Beziehungen“ des Testfalls angezeigt und sind zusätzlich in der Feature Traceability für den Testvorbereitungs- und Testausführungsstatus sichtbar. Dadurch entsteht eine durchgängige Rückverfolgbarkeit von der Feature-Definition bis zur Testdurchführung, ohne dass Projektteams ihre bestehenden Arbeitsabläufe verlassen müssen.
Artificial Intelligence and Technologies
Weitere Informationen & Weitere Informationen
Joule Work – neue Oberfläche und einfachere Bereitstellung
Mit Joule Work erhält Joule eine dynamische, proaktive und intentbasierte Oberfläche. Conversations liefern kontextbezogene Antworten in natürlicher Sprache, Spaces schaffen personalisierte, adaptive Arbeitsbereiche ohne klassischen App-Fokus. Mit Joule Work Mobile kommt das Konzept auch auf iOS und Android.
Die allgemeine Verfügbarkeit ist für H2 2026 geplant, aktuell läuft die Lab Preview; das Beta-Testing der AI-assisted UX Features startet Anfang September. Gleichzeitig wird Joule zum SAP-managed Service: Aktivierung und Konfiguration erfolgen künftig über SAP for Me statt über die BTP, was den Einrichtungsaufwand reduziert.
Neue Agenten für Produktion und Supply Chain
Der Production Master Data Readiness Agent erkennt unvollständige Produktionsstammdaten, schlägt anhand ähnlicher Materialien passende MRP-Felder vor und ermittelt per Machine Learning geeignete Arbeitspläne auf Basis ähnlicher Stücklisten.
Der Production Planning and Operations Agent ermöglicht die Freigabe von Fertigungsaufträgen per natürlicher Sprache. Bei Engpässen schlägt er verfügbare Alternativkomponenten derselben Alternativpositionsgruppe vor, berücksichtigt Kapazität und Termine und gibt den Auftrag nach Bestätigung frei.
Der Inventory Supervisor Agent analysiert Bestände in Echtzeit, erkennt Langsamdreher, Ladenhüter und kritische Bestandssituationen und empfiehlt Maßnahmen. Perspektivisch soll er nach dem Human-in-the-Loop-Prinzip auch selbstständig Aktionen einleiten können.
Autonomous Finance
SAP Autonomous Finance soll manuelle Tätigkeiten reduzieren, Entscheidungen verbessern und Compliance stärker automatisieren. Dafür entsteht über Planning, Accounting & Close, Revenue Management, Treasury, Travel & Expense, Tax & Trade sowie GRC ein breites Portfolio an Assistenten.
Dazu gehören unter anderem Financial Planning, Consolidation, Billing, Sales Operations, Accounts Receivable, Accounts Payable, Tax & Compliance und Governance Assistant. Die meisten sind für Q3 2026 vorgesehen, der Expense Management Assistant ist bereits verfügbar.
Der zentrale Financial Closing Assistant bündelt Agenten für Business Insights, Anomalieerkennung im Asset Accounting, Clearing, Intercompany-Abstimmung, Journal Entries und Accruals. Ziel: schnellere Abschlüsse, höhere Genauigkeit und weniger manueller Aufwand.
Joule for Consultants
Joule for Consultants (J4C) lässt sich über Custom Knowledge Grounding mit eigenen Delivery Standards und Methodologien erweitern. Mit Expert Workspaces können zusätzlich individuelle Experten erstellt werden – drei sind vorkonfiguriert, bis zu 25 eigene Experten sind möglich.
Laut SAP sparen Berater damit durchschnittlich 1,5 Stunden pro Tag, analysieren unbekannten Code rund 40 % schneller und reduzieren Nacharbeiten um bis zu 50 %. J4C ergänzt dabei den SAP Learning Hub und liefert bei konkreten Fragen kompakte Antworten mit passenden Referenzlinks.
Auch Anforderungen und SDLC-Standards können als Text oder Datei analysiert werden. Eine automatische Erstellung von Word- oder PDF-Dokumenten ist aktuell nicht vorgesehen. Eigene Inhalte sollen zunächst über Document Grounding mit Amazon S3, später auch über Azure und Google Cloud angebunden werden können.
Weitere AI-Highlights in 2608
Weitere Neuerungen sind der Receivables and Payables Clearing Agent und Journal Entry Agent im Finance sowie der E-Invoicing Submission Error Resolution Agent und Statutory Report Analysis Agent in GRC, Tax & Trade.
Hinzu kommen KI-gestützte Dokumentenextraktion für Geschäftspartner, Analysen von Aging Work in Progress, automatische Zeiterfassungsvorschläge, KI-basiertes EHS Compliance Management, der Project Setup Agent sowie Verbesserungen an AI-assisted Easy Filter, Easy Fill und Task Automation.
Ausblick auf die Private Edition
Für SAP S/4HANA Cloud Private Edition sind ab 2025 FPS2 zunächst Enterprise Search, Easy Filter und Smart Summarization vorgesehen. Agentenfähigkeiten sollen anschließend schrittweise pro Fachbereich folgen.
SAP User Experience
Manage News App – Verbesserte Erstellung von News-Beiträgen
Die App „Manage News“ wurde bei der Erstellung und Verwaltung von News-Beiträgen umfassend verbessert. Administratoren können Beiträge nun vor der Veröffentlichung in einer Vorschau prüfen und sicherstellen, dass Inhalte im finalen Layout korrekt dargestellt werden.
Größere Eingabefelder, Zeichenzähler und übersichtliche Statusanzeigen erleichtern zusätzlich die Erstellung, Überprüfung und Pflege von News-Artikeln.
Fast with SAP Fiori – Tipps und Tricks für SAP Fiori (Lab)
Mit „Fast with SAP Fiori“ stellt SAP eine Videoserie mit kurzen, etwa einminütigen Lernvideos bereit, die Anwender beim effizienten Umgang mit der Benutzeroberfläche von SAP S/4HANA Cloud Public Edition unterstützt.
Die Videos können direkt über die Hilfe-Funktion im SAP Fiori Launchpad aufgerufen werden und vermitteln praxisnahe Tipps für die tägliche Arbeit.
KI-gestützter Easy Filter – Erweiterte Funktionen (Lab)
Der KI-gestützte Easy Filter unterstützt nun zusätzlich das Sortieren, Gruppieren und Verwalten von Varianten.
Anwender können Filterbedingungen, Sortierungen und Gruppierungen in natürlicher Sprache formulieren und dadurch auch komplexere Filterabfragen einfacher erstellen.
KI-gestütztes Easy Fill – Formulare per natürlicher Sprache ausfüllen (Lab)
Mit KI-gestütztem Easy Fill können Formulare und Tabelleneinträge in SAP-Fiori-Elements-Anwendungen mithilfe natürlicher Sprache gepflegt werden.
Die KI ordnet eingegebene Informationen automatisch den passenden Feldern zu und ermöglicht damit eine schnellere und komfortablere Datenerfassung, ohne dass einzelne Felder manuell gesucht werden müssen.
SAP Cross Technology Topics
Business Partner Data: Mehr Datenschutz und Governance
Mit dem neuen Data-Controller-und-Purpose-Migrationskonzept stärkt SAP die Datenschutz-Governance für Geschäftspartner. Eine neue Fiori-App unterstützt den Massenumzug bestehender Business Partner auf das Data-Controller-Modell über Export, automatisierte Ableitung und Re-Import.
Ergänzend ermöglicht Enablement & Replication für „Payment Cards“, den Zugriff auf sensible Zahlungsdaten granular über zugewiesene Zwecke zu steuern und diese kontrolliert über Systemlandschaften hinweg zu replizieren.
Product Master Data: Einfacher erkennen und konfigurieren
In der Manage Product Master Data App sorgen neue Thumbnail-Vorschauen für Produktanhänge über Harmonized Document Management (HDM) dafür, dass Produkte schneller visuell identifiziert werden können.
Zusätzlich lassen sich Variantenkonfigurationsdaten (AVC) über die Product Master API auf Header- und Werksebene erstellen und pflegen – vollständig über moderne RESTful APIs.
RASD: Mehr Transparenz beim Upgrade
Das Release Assessment and Scope Dependency Tool (RASD) erhält mehrere Erweiterungen: Kundennamen ersetzen kryptische CRM-IDs, Deep-Links führen direkt in die Live-Tenants, eine granulare Änderungshistorie kann nach Datum gefiltert werden und eine neue Übersicht zeigt Auswirkungen auf IAM-Anwendungen.
Hinzu kommen automatische E-Mail-Alerts zu Day-1-Upgrade-Auswirkungen sowie Peer-Group-Scope-Empfehlungen, die ungenutzte Scope Items im Branchenvergleich sichtbar machen und so zusätzliches Potenzial innerhalb der bestehenden Lizenz aufzeigen.
Embedded Analytics: KI erklärt die Zahlen
Für SAP-Smart-Business-KPIs und -Reports stehen KI-generierte Textzusammenfassungen zur Verfügung – sowohl für vollständige Reports als auch für einzelne Views.
Die KI interpretiert die Kennzahlen und erstellt direkt teilbare Insights, integriert in die bestehenden Fiori-Apps und mit minimalem Konfigurationsaufwand.
Master Data Governance: Workflow-gesteuerte Datenqualität
Mit 2608 kommt Central Governance für Produktstammdaten und Geschäftspartner, einschließlich Kunden- und Lieferantensegmenten.
Beide unterstützen konfigurierbare Validierungsregeln, automatisierte Felderableitung und Massenverarbeitung. Die Freigabe lässt sich über flexible Workflows mit SAP Build Process Automation gestalten und sorgt so für nachvollziehbare Datenqualität über den gesamten Datenlebenszyklus.
Lokalisierung: Joule für FI, MM und SD
Mit „Manage Business Data Using Localized Classic Applications“ hält Joule Einzug in visuell harmonisierte Lokalisierungs-Apps. Anwender können Befehle eingeben, Selektionsfelder automatisch befüllen und Ergebnisse direkt anzeigen lassen. Laut SAP sind dadurch bei der Informationsgewinnung aus FI-, MM- und SD-Anwendungen bis zu 75 % Zeitersparnis möglich.
Gleichzeitig wächst die länderspezifische Abdeckung weiter, beispielsweise durch die Thailand-Lokalisierung für Lieferantenkonsignation und konzerninterne Transaktionen.
Two-Tier-ERP
Verfügbarkeit über Systemgrenzen hinweg
Mit dem Joule-basierten Two-Tier-Verfügbarkeitscheck kann eine Tochtergesellschaft (Tier 2, SAP Cloud ERP) per natürlicher Sprache prüfen, ob und wann ein Produkt am Headquarter (Tier 1, SAP Cloud ERP Private) verfügbar ist – live und ohne Systemwechsel.
Drei Szenarien stehen dabei im Fokus:
- Liefertermin-Zusage: Joule ermittelt Menge und Verfügbarkeitsdatum am Headquarter und liefert der Tochter eine belastbare Kundenzusage.
- Fulfillment mit Split-Logik: Ist eine Menge nur teilweise lokal verfügbar, erstellt Joule einen Verkaufsauftrag für den lokalen Anteil sowie einen Drittauftrag inklusive automatisch ausgelöster Bestellung an die Zentrale für den Rest.
- Optimierte Beschaffung: Joule vergleicht die Verfügbarkeit über mehrere Tier-2-Standorte und die Zentrale, wählt die beste Bezugsquelle und kann die Bestellung automatisch auslösen.
Damit werden Kundenzusagen schneller und verlässlicher, Bestände über beide Ebenen besser genutzt und Vertriebs- sowie Einkaufsprozesse direkt über Joule angestoßen.
Kapazitätsengpässe über beide Ebenen im Blick
Mit Cross-Tier Flexible Constraint Visibility liest Joule Materialrestriktionen aus der Zentrale (Tier 1) und vergleicht sie live mit lieferantenseitigen Restriktionen der Tochtergesellschaft (Tier 2).
Über einfache Anfragen wie „Zeig mir die Flexible Constraint für Compressor_01 in Werk 1811 fürs nächste Quartal“ erhalten Planer den Vergleich beider Ebenen und können Restriktionen bei Bedarf direkt über Joule anpassen. Damit wird eine vorausschauende Kapazitätsplanung (pMRP) über Konzerngrenzen hinweg deutlich transparenter und näher an Echtzeit.
Qualität dezentral prüfen, zentral steuern
Mit dem neuen Scope Item 7L1 wird dezentrales Warehouse Management mit Qualitätsprüfung unterstützt. Die Tochtergesellschaft erstellt Bestellung und Anlieferung, während Qualitätsprüfung und Bestandsfolgebearbeitung im dezentralen EWM der Zentrale (SAP S/4HANA Private Cloud) erfolgen.
Der Qualitätsprüfer entscheidet zentral, ob die Ware angenommen oder gesperrt wird. Anschließend wird der Bestand automatisch zurück in die Tier-2-Bestandsführung synchronisiert.
Weniger Reibung im Two-Tier ERP
Die neuen Szenarien verbinden Zentrale und Tochtergesellschaften enger miteinander: natürlichsprachliche Abfragen statt Systemwechsel, automatisierte Belegerzeugung statt manueller Doppelarbeit und mehr Transparenz über Systemgrenzen hinweg.
Joule wird damit zunehmend zur verbindenden Schicht zwischen den beiden ERP-Ebenen und ermöglicht schnellere Entscheidungen und mehr operative Agilität im Two-Tier ERP.
Manufacturing
AI in Production Engineering & Execution
Der Joule-basierte Production Planning and Operations Agent, bisher im Early-Adopter-Programm verfügbar, kann bis zu 20 Fertigungs- oder Prozessaufträge gleichzeitig prüfen und zur Freigabe vorbereiten. Dabei bewertet er Materialverfügbarkeit, eingelastete Kapazitäten und Terminierung. Bei fehlenden Komponenten identifiziert er anhand der Stammdaten mögliche Alternativmaterialien, prüft deren Bestand und schlägt eine entsprechende Auftragsänderung vor.
Bei überlasteten Arbeitsplätzen kann der Agent zudem eine Neuterminierung vorschlagen. Die finale Entscheidung bleibt beim Produktionsplaner, der Aufträge auch trotz Warnungen freigeben kann. Damit folgt SAP dem Human-in-the-Loop-Prinzip: Die KI analysiert und empfiehlt, der Anwender entscheidet.
Production Master Data Readiness Agent
Der neue Production Master Data Readiness Agent erkennt fehlende oder unstimmige Produktionsstammdaten. Er bewertet beispielsweise die Dispositionssichten 1–4 und vergleicht diese mit Materialien derselben Produktgruppe.
Auf Basis des SAP RPT-1 Modells schlägt die KI geeignete Werte und Alternativen vor. Diese können einzeln oder gesammelt per Bulk-Verarbeitung bestätigt werden, bevor der Agent die Werte in die entsprechenden Tabellen zurückschreibt.
Über „BOM Similarity“ analysiert der Agent zudem bestehende Stücklisten und schlägt geeignete Arbeitspläne zur Wiederverwendung oder als Kopiervorlage vor. Auch hier gilt das Human-in-the-Loop-Prinzip: Der Anwender prüft und bestätigt die Änderungen. Nach einer geplanten Preview im Q4 2026 könnte der finale Roll-out mit Release 2702 erfolgen.
Production Execution: Änderungshistorie für Produktionsaufträge
Für Fertigungs- und Prozessaufträge steht eine neue Änderungshistorie zur Verfügung. Änderungen an Kopf- und Positionsdaten werden inklusive Benutzer, geändertem Feld, vorherigem und neuem Wert sowie Zeitstempel automatisch dokumentiert.
Die Funktion ist direkt in „Fertigungsaufträge bearbeiten“ (F2261) unter „Change Documents“ integriert. Qualitätsmanager, Fertigungssteuerer und Compliance-Verantwortliche erhalten damit eine lückenlose Sicht auf den Auftragslebenszyklus – ohne separate Reports oder externe Audit-Logs.
Das mit Release 2602 eingeführte Order-Combination-Szenario (Scope Item 7TO) wird weiter ausgebaut. Über die erweiterte OData-API für den Fertigungsauftragskopf können nun nicht nur einzelne Vorgänge, sondern vollständige Fertigungsaufträge kombiniert werden. Dafür steht die neue Aktion „Combine“ zur Verfügung.
Zusätzlich kann die ATP-Verfügbarkeit für den kombinierten Auftrag konsolidiert zurückgesetzt und erneut geprüft werden. Durch das Zusammenfassen identischer Arbeitsschritte lassen sich redundante Rüstvorgänge reduzieren, Abläufe vereinfachen und der Fertigungsdurchlauf erhöhen. Konzeptionell erinnert dies an die bekannte Mill-Order-Funktion der Private Cloud.
Production Planning: Erweiterte Planaufträge
Die App „Planaufträge verwalten“ (F4170) ermöglicht nun die Komponentenverfügbarkeitsprüfung für einzelne oder mehrere Planaufträge gleichzeitig. Die ATP-Prüfung basiert auf der aktuellen Stückliste und zeigt konkrete Fehlteile und Fehlmengen an.
Engpässe lassen sich damit bereits vor der Umwandlung in Fertigungsaufträge erkennen und entsprechende Beschaffungs- oder Umterminierungsmaßnahmen einleiten.
Zusätzlich können Planer direkt im Umsetzungsfenster die Auftragsart und Fertigungsversion des Planauftrags anpassen. Passende Alternativen lassen sich dadurch frühzeitig auswählen und spätere Korrekturen reduzieren.
Quality Management
Änderungsdokumentation in Qualitätsmanagement-Apps
Die Änderungsdokumentation wurde für ausgewählte SAP-Fiori-Apps im Qualitätsmanagement erweitert. So steht beispielsweise in der App „Verwendungsentscheide verwalten“ sowie bei der Erfassung von Prüfergebnissen für Prüfpunkte ein neuer Bereich „Änderungen“ zur Verfügung. Dort werden Änderungen an relevanten Daten transparent dokumentiert und innerhalb der jeweiligen Anwendung angezeigt.
Chargeneingabe und Informationen in der App „Verwendungsentscheide verwalten“
Die App „Verwendungsentscheide verwalten“ wurde um die Möglichkeit erweitert, Chargen nachträglich einem Prüflos zuzuordnen. Dies ist insbesondere für Szenarien relevant, in denen die Charge erst im späteren Verlauf des Produktionsprozesses erzeugt wird und dem Prüflos bei dessen Anlage noch nicht zugeordnet werden konnte.
Die App „Verwendungsentscheide verwalten“ zeigt künftig zusätzliche chargenbezogene Informationen direkt im Verwendungsentscheid an. Neben der Charge werden nun auch der Chargenstatus sowie das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) übersichtlich dargestellt.
Lieferantenreklamation aus der App „Fehler verwalten“ erstellen
Die App „Fehler verwalten“ wurde erweitert, sodass Lieferantenreklamationen direkt aus einem oder mehreren ausgewählten Fehlern erstellt werden können. Dadurch entfällt der Wechsel in eine separate Anwendung und der Reklamationsprozess kann unmittelbar aus der Fehlerbearbeitung heraus gestartet werden.
Fehlerhistorie für Seriennummern
Die Fehlerhistorie für Seriennummern wurde erweitert und zeigt künftig alle mit einer Seriennummer verknüpften Fehler direkt in der App „Seriennummernhistorie“ an. Anwender können dadurch frühere Qualitätsabweichungen einer Seriennummer schnell nachvollziehen und bei Bedarf direkt in die App „Fehler bearbeiten“ bzw. „Fehler verwalten“ navigieren.
Sales Distribution
Supply Block für Vertriebsbelege
Mit dem neuen Supply Block können nachgelagerte Logistikprozesse auf Positionsebene gezielt gestoppt werden. Die Sperre setzt die ATP-bestätigte Menge auf null, stoppt die Bedarfsübergabe an MRP und verhindert gleichzeitig die Erzeugung von Bestellanforderungen.
Damit schließt SAP eine bisherige Lücke: Die Liefersperre wirkt nur auf Kopfebene und stoppt ATP bzw. Bedarfsübergabe nicht vollständig. Die Kreditsperre verhindert zwar ATP-Bestätigungen und Bestellanforderungen, der Bedarf fließt jedoch weiterhin in die Materialbedarfsplanung ein.
Der Supply Block kann über Kreditsperren, Freigabeverfahren, eigene BAdI-Logik oder die A2X-OData-API des Kundenauftrags gesetzt werden. Unterstützt werden Kundenaufträge und Kundenaufträge ohne Berechnung. Unvollständige oder nicht freigegebene Aufträge lösen damit nicht mehr vorzeitig Beschaffung, Produktion oder Bestandsbestätigungen aus.
Flexiblere Werksfindung bei Kundenretouren
Mit dem Cloud-BAdI SD_SLS_DETERMINE_RETURNS_PLANT wird die Werksfindung für Kundenretouren flexibler. Berücksichtigt werden können Kopf- und Positionsdaten, Geschäftspartnerinformationen sowie kundeneigene Erweiterungsfelder.
Damit lassen sich individuelle Regeln definieren, beispielsweise abhängig von Produkt, Region, Warenempfänger oder Rücksendegrund. Der BAdI unterstützt Retouren über Apps und APIs und ist auf die Retourenauftragsart CBAR beschränkt.
Ändern sich später Auftraggeber oder Warenempfängerdaten, bestimmt bei Fiori-Apps und OData-APIs eine SSCUI-Einstellung, ob das Werk neu ermittelt wird. Im Web GUI entscheidet der Anwender per Rückfrage. Bei einer Änderung des Produkts erfolgt die Werksfindung immer erneut.
Automatisierte Preislisten mit Schedule Price Calculation
Mit Schedule Price Calculation lassen sich Verkaufspreislisten über einmalige oder regelmäßig eingeplante Jobs automatisiert berechnen. Unterstützt werden Staffelpreise und Mindestbestellmengen, während nicht benötigte Kalkulationsschritte übersprungen werden können.
Die Ergebnisse werden in Konditionstabellen gespeichert und stehen anschließend direkt in Vertriebsbelegen zur Verfügung. Zusätzlich können sie für Analysen und KI-gestützte Preisoptimierungen genutzt werden. Dadurch sinkt der manuelle Pflegeaufwand und auch größere Preislisten lassen sich automatisiert bereitstellen.
Advanced Intercompany Sales
Im Advanced Intercompany Sales können auf Basis von Auslieferungen Intercompany-Proformarechnungen für die Exportabwicklung erstellt und als Nachweis des Warenwerts gegenüber Zollbehörden verwendet werden.
Bei Bedarf können mehrere Proformarechnungen zu einer Lieferung erzeugt werden. Gleichzeitig dienen sie als mögliche Grundlage für Zollanmeldungen in SAP Global Trade Services. Das reduziert die manuelle Datenerfassung und erhöht Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Compliance bei konzerninternen Exportprozessen
Asset Management
Erweiterte Anlagenübersicht
Die SAP Fiori App „Anlagenübersicht“ (F8961) erhält eine neue Vorschauansicht zur schnelleren Identifikation von Equipments und technischen Plätzen. Zusätzlich können Anwender direkt in der App angehängte Dokumente einsehen, aktive Wartungspläne anzeigen sowie Stücklisten von Equipments und technischen Plätzen aufrufen.
Auch Meldungen lassen sich direkt aus der Anlagenübersicht anlegen – sowohl für Notfall- oder geringfügige Arbeiten als auch für reguläre Instandhaltungsmaßnahmen.
Flexiblere Arbeitserlaubnisse
Der Genehmigungsprozess für Arbeitserlaubnisse lässt sich künftig flexibler an die eigene Organisationsstruktur anpassen. Freigaben können einzelnen Benutzern, Rollen oder ganzen Genehmigerteams zugewiesen werden. Dabei kann festgelegt werden, ob eine einzelne Genehmigung ausreicht oder alle Beteiligten zustimmen müssen. Zusätzliche Bedingungen ermöglichen eine noch feinere Steuerung.
Mit dem neuen Dokumenttyp „YPW – Work Permit“ können arbeitserlaubnisspezifische Dokumente zentral abgelegt werden. Zugeordnete Arbeitserlaubnisse werden außerdem direkt im Instandhaltungsauftrag angezeigt.
In der App „Instandhaltungsmeldungen und -aufträge verwalten“ (F4604) steht zusätzlich eine neue Spalte zur Verfügung, über die Aufträge mit Arbeitserlaubnissen schnell gefiltert und ausgewertet werden können.
Mehr Flexibilität bei der Disposition
Die Apps „Instandhaltungsauftrag suchen“ (F2175) und „Instandhaltungsauftrag ändern“ (WDA0272) ermöglichen eine flexiblere Disposition von Instandhaltungsaufträgen.
Vorgesetzte und Disponenten können nun sämtliche Vorgänge eines Auftrags disponieren, unabhängig davon, ob der jeweilige Arbeitsplatz in „Meine Arbeitsplätze“ enthalten ist. Ebenso kann die Disposition wieder aufgehoben werden; diese Funktion wird in „Instandhaltungsauftrag ändern“ (WDA0272) unterstützt.
Damit entsteht ein einheitliches Verhalten über alle Arbeitsplätze hinweg, das die Flexibilität bei der Auftragsbearbeitung erhöht und das Dispositionsmanagement vereinfacht.
Verbesserungen bei Instandhaltungsmeldungen
Auch die SAP Fiori App „Instandhaltungsmeldungen verwalten“ (F5777) wird erweitert. Beim Erfassen einer neuen Meldung werden bereits vorhandene offene Meldungen zum technischen Objekt direkt angezeigt und können über einen Link eingesehen werden.
Zusätzlich kann das Löschkennzeichen für Meldungen der Typen Y1 und Y2 direkt aus der Listenansicht zurückgenommen werden. Wird aus einer Meldung ein Instandhaltungsauftrag angelegt, schlägt das System künftig außerdem automatisch die Auftragsart vor.
Sourcing and Procurement
Anhänge für Lieferantenbestätigungen
Mit Release 2608 erhält die Lieferantenbestätigung eine eigene Anhangfunktion. Bisher mussten Dokumente an der Bestellung selbst hinterlegt werden, da kein zentraler Ablageort für bestätigungsbezogene Dokumente zur Verfügung stand.
In „Lieferantenbestätigungen verwalten“ können künftig Dokumente wie Lieferscheine, Bestätigungen als PDF oder Qualitätszertifikate direkt an der Lieferantenbestätigung abgelegt werden – unabhängig vom übergeordneten Bestellbeleg. Dadurch werden alle relevanten Dokumente zentral gebündelt, die Nachvollziehbarkeit verbessert und manuelle Bestätigungsprozesse mit weniger Nachfassaufwand und geringerer Fehlerquote unterstützt.
Notizen zur Lieferantenbestätigung per OData-API
Die Notizen zur Lieferantenbestätigung werden in das relevante Service Binding aufgenommen und können über den Standard-OData-API-Zugriff programmatisch abgerufen und in angebundenen Systemen weiterverarbeitet werden.
Bislang mussten Einkaufsteams und Integrationspartner diese Notizen manuell über die Oberfläche verfolgen. Die Erweiterung verbessert damit Transparenz und Integration und reduziert manuelle Dateneingaben sowie damit verbundene Fehler.
Goods and Services Receipt Agent mit Joule
Der neue Goods and Services Receipt Agent auf Basis von Joule ermöglicht Gelegenheitsnutzern, Wareneingänge oder Leistungserfassungen zu einer Self Service Bestellanforderung direkt im Dialog zu bestätigen, ohne in die Detailansicht einer weiteren SAP Fiori App wechseln zu müssen.
Joule erkennt anhand der jeweiligen Position, ob ein Wareneingang oder eine Leistungserfassung erforderlich ist, und führt durch den Bestätigungsprozess. Bei Materialpositionen kann beispielsweise zwischen vollständiger und teilweiser Menge gewählt werden. Auch die Anlage neuer Leistungserfassungsblätter wird unterstützt. Bestätigungen werden dadurch schneller und einfacher zugänglich.
Kundeneigene Felder in der Sammeländerung
In „Sammeländerungen an Bestellungen“ können künftig auch kundeneigene Felder über mehrere Bestellungen hinweg in einem Vorgang aktualisiert werden.
Über die Anbindung an die Erweiterbarkeit lassen sich selbst angelegte Felder in die Massenpflege integrieren. Insbesondere bei großen Belegmengen kann dadurch der Pflegeaufwand deutlich reduziert werden.
Historische Ausgabeanforderungen archivierter Bestellungen
Auch nach der Archivierung einer Bestellung bleiben alle zuvor erzeugten Ausgabeanforderungen über die WebGUI sichtbar und zugänglich, ohne den Bestellbeleg wiederherstellen zu müssen.
Damit bleibt die Bestellkommunikation über den gesamten Beleglebenszyklus nachvollziehbar. Dies unterstützt das Lieferantenmanagement sowie Klär- und Streitfälle durch eine vollständige Kommunikationshistorie und reduziert gleichzeitig System- und Speicheraufwand.
Herstellerinformationen für MPN-Materialien
Die Ausgabedokumente für Bestellungen und Lieferantenbestätigungen bei MPN-Materialien können nun vollständige Herstellerinformationen wie Herstellerteilenummer, Herstellername und weitere zugehörige Angaben darstellen und übertragen.
Interne Materialnummern und herstellerspezifische Kennungen lassen sich dadurch eindeutig unterscheiden, sodass Lieferanten die benötigten Teile sicher identifizieren können. Das reduziert Rückfragen und Fehler im Beschaffungsprozess.
Gleichzeitig verbessert sich die durchgängige Rückverfolgbarkeit für Audit-, Gewährleistungs- und Compliance-Anforderungen sowie der Abgleich der Herstellerinformationen beim Wareneingang.
Supply Chain Management
Weitere Informationen TM & Weitere Informationen SCM
Verfügbarkeitsprüfung
Mit einem neuen BAdI (Business Add-In) können Unternehmen die Ergebnisse der ATP-Verfügbarkeitsprüfung nachträglich anpassen und die Standard-ATP-Logik durch eigene Geschäftsregeln überschreiben. Die Änderungen werden gespeichert und validiert, sodass keine Überbestätigung entsteht, und im ATP-Prüfprotokoll dokumentiert.
Die neue App „Analyze BOP Runs“ (F2159A) ersetzt „BOP-Lauf überwachen“ (F2159) und ermöglicht eine detailliertere Analyse von BOP-Läufen. Anwender können Auswirkungen auf bestätigte Mengen nachvollziehen, Bestandsumverteilungen analysieren sowie Daten vor und nach der BOP-Ausführung vergleichen. Verbesserte Filter, Statusanzeigen und Fehlerkategorisierungen erhöhen die Transparenz und beschleunigen die Fehleranalyse.
Bestandsverwaltung
Interne Seriennummern können künftig mit Daten aus der Fertigungsversion erweitert werden. Produktionsinformationen wie beispielsweise die Planergruppe lassen sich direkt in die Seriennummer integrieren. Dadurch verbessern sich Rückverfolgbarkeit und Produktidentifikation. Die Erweiterung kann über Custom Logic oder ABAP-Entwicklung angepasst werden.
Die App „Serialnummernhistorie“ (F7368) zeigt nun auch Fehlerdetails zu Seriennummern an. Von dort kann direkt in „Fehler bearbeiten“ (F8046) navigiert werden. Qualitätsprobleme lassen sich dadurch schneller erkennen und die Rückverfolgbarkeit sowie Entscheidungsfindung verbessern.
Auch „Handling Units überwachen“ wird erweitert. Handling Units können gezielt über Werk- und Lagerortinformationen auf Artikelebene gesucht werden. Zusätzlich werden die enthaltenen Produkte direkt in der Ergebnisliste angezeigt, wodurch Nachverfolgung, Analyse und Verwaltung transparenter und effizienter werden.
Die OData-API für Wareneingänge unterstützt nun die automatisierte Verwaltung von Handling Units. HUs können bei Anlieferungen angelegt, zugeordnet, aktualisiert oder gelöscht werden. Das reduziert manuelle Aufwände und Fehler und erleichtert die Integration externer Systeme.
Transportmanagement
Die Prozesse „Erweiterter buchungskreisübergreifender Verkauf“ (5D2) und „Erweiterte buchungskreisübergreifende Bestandsumbuchung“ (5HP) werden um die Integration von Transport- und Lagermanagement (3BS) erweitert.
Dadurch werden Lagerabwicklung, Transporte und konzerninterne Buchungen automatisch synchronisiert. Unterstützt werden WM-verwaltete Lagerorte, Kommissionierung und Verpackung sowie automatische Buchungen von Wareneingang und bewertetem Transitbestand (VSIT).
Das reduziert manuelle Schritte und verbessert die Transparenz bei konzerninternen Warenbewegungen.
Im Transportmanagement von SAP Cloud ERP können CMR- und weitere Frachtdokumente über erweiterbare Adobe-Formulare kundenspezifisch angepasst werden. Neue Formularvorlagen und erweiterbare Datenquellen ermöglichen Anpassungen von Layouts, Standardfeldern und eigenen Feldern. Damit lassen sich unter anderem CMR-, US-, kanadische und CIM-Frachtbriefe flexibler gestalten.
Lagerverwaltung
Die neue SAP-Fiori-App „Anlieferungen verwalten – Lager“ ersetzt die bisherigen Apps „Anlieferungen ändern – Lieferungen“ und „Anlieferungen ändern – Produktion“. Sie bündelt alle Anlieferungen zentral und unterstützt Anlegen, Ändern und Massenbearbeitung.
Zusätzlich bietet die App verbesserte Filtermöglichkeiten, die Anzeige von Handling Units, das Anlegen von Chargen-Unterpositionen sowie umfangreiche Erweiterungsmöglichkeiten für Benutzer und Entwickler.
Lageraufgaben können außerdem um kundenspezifische Felder und Logiken erweitert werden. Zusätzliche geschäftsspezifische Informationen lassen sich damit in Benutzeroberflächen, APIs und Datenflüssen verwenden. Über BAdIs sowie OData- und SOAP-APIs können Lagerprozesse flexibel an individuelle Anforderungen angepasst werden.
Die App „Differenzen analysieren“ erhält die neue Funktion „Ja zu allen“. Mehrere ausgewählte Differenzen können gesammelt bestätigt und gebucht werden, ohne jede Position einzeln freizugeben. Fehler werden je Zeile angezeigt, während für gültige Artikel eine zusammengefasste Lageraufgabe erstellt wird.
Auch der Druck von Handling-Unit-Etiketten während der Bearbeitung von Lageraufgaben wird flexibler. Anwender können steuern, ob Quell- oder Ziel-HUs und zu welchem Zeitpunkt – bei Erstellung oder Rückmeldung der Lageraufgabe – Etiketten gedruckt werden. Zusätzliche Steuerungsparameter in der Ausgabeermittlung sorgen für einen flexibleren und zuverlässigeren Etikettendruck.
Finance
Flexible Abschreibungsprofile
Mit Abschreibungsprofilen können Unternehmen ihre Abschreibungslogik künftig selbst gestalten. Bisher waren in der Public Cloud nur die von SAP vordefinierten Abschreibungsschlüssel verfügbar; kundeneigene Schlüssel konnten nicht definiert werden.
Neben der Berechnungsmethode lassen sich Wechselbeträge, Erinnerungswerte, maximale Basis- und Gesamtwerte sowie maximale jährliche Abschreibungsbeträge festlegen. Die Profile sind nicht an einen Bewertungsplan gebunden, sondern werden Rechnungslegungsprinzipien zugeordnet und können dadurch über Buchungskreise und Länder hinweg einheitlich wiederverwendet werden.
Bei Bestandskunden werden vorhandene Abschreibungsschlüssel mit dem Upgrade auf 2608 automatisch in Abschreibungsprofile überführt, ohne bestehende Einstellungen zu überschreiben. Bis zur Aktivierung werden sie in den Anlagenstammdaten schreibgeschützt angezeigt und die Abschreibung läuft weiterhin über die bisherigen Schlüssel. Eine Nutzung eigener Profile ist mit 2608 über ein SAP-Pilotverfahren möglich; die allgemeine Aktivierung ist nach aktuellem Roadmap-Stand für Release 2702 geplant.
Neue App für Anlagenumbuchungen
Die neue Fiori-App „Anlagentransfer buchen“ (F9302) bündelt Umbuchungen innerhalb eines Buchungskreises und zwischen verschiedenen Buchungskreisen in einem geführten Prozess.
Unterstützt werden vollständige und anteilige Umbuchungen nach Betrag oder Prozentsatz sowie Buchungen für einzelne, mehrere oder alle Ledger. Bei buchungskreisübergreifenden Vorgängen kann die Erlösbehandlung entsprechend der Unternehmensrichtlinien gesteuert werden. Neu sind außerdem Umbuchungen über verschiedene Länderversionen hinweg.
Beim weiterhin möglichen zweistufigen Prozess aus Anlagenabgang und anschließendem Anlagenzugang verbessern zusätzliche Partner- und Herkunftsfelder die Nachvollziehbarkeit zwischen sendender und empfangender Anlage.
Real Estate Cost Settlement (6N8)
Das neue Scope Item 6N8 „Real Estate Cost Settlement“ unterstützt die Abrechnung von Immobilienbetriebskosten gegenüber Mietern. Gemeinsame Kosten wie Heizung, Versicherungen oder Wartung werden nach den im Mietvertrag definierten Regeln verteilt und mit Vorauszahlungen oder vereinbarten Pauschalen verrechnet.
Als Verteilungsschlüssel können beispielsweise Fläche, Verbrauch oder Personenzahl verwendet und auch Leerstandszeiten berücksichtigt werden. Die Abrechnung lässt sich zunächst simulieren und prüfen, bevor die Ergebnisse gebucht und die entsprechenden Abrechnungsschreiben für die Mieter erstellt werden.
Integrated Product Development and Advanced Variant Configuration
Neue CAD-Adapter für SAP IPD
SAP IPD unterstützt mit Release 2608 neue native CAD-Adapter für Autodesk Inventor, SOLIDWORKS und Solid Edge. Die Plug-ins synchronisieren Konstruktionsdaten und Produktstrukturen direkt zwischen den CAD-Systemen und SAP IPD.
Über eine integrierte Benutzeroberfläche innerhalb der CAD-Anwendung können Anwender Designobjekte verwalten und Produktinformationen abrufen, ohne das System wechseln zu müssen.
Produktübergabe und Master Recipes
Mit der neuen Merge-Funktion lassen sich mehrere Engineering-Objekte zu einem gemeinsamen Fertigungsobjekt zusammenführen, ohne die Rückverfolgbarkeit zu den ursprünglichen Komponenten zu verlieren.
SAP IPD unterstützt zudem die Übergabe von Produktdaten an Master Recipes bzw. Planungsrezepte in SAP S/4HANA. Dabei werden Stückliste, Master Recipe, Fertigungsversion sowie die Zuordnung von Komponenten zu Arbeitsgängen oder Phasen automatisch erstellt und miteinander verknüpft.
Maßeinheiten und Prozessparameter in Planungsrezepten
Die Formulierungsverwaltung unterstützt nun dimensionsübergreifende Maßeinheiten. Neben Gewicht und Volumen können Prozentangaben sowie individuelle Einheiten wie Flaschen, Säcke oder Stück in Rezepten verwendet werden.
Auch Prozessparameter wie Mischgeschwindigkeit oder Kochtemperatur lassen sich zusammen mit den Verarbeitungsanweisungen direkt im Rezept pflegen. Produkt- und Prozesswissen wird dadurch zentral dokumentiert.
Neue Product Structure APIs
Mit den neuen Product Structure APIs können Produkte und Produktstrukturen automatisiert angelegt, aktualisiert und mit Dokumenten oder Eigenschaften angereichert werden.
Die öffentlichen Schnittstellen unterstützen außerdem die Synchronisation von Produktdaten und Stücklisten mit SAP S/4HANA sowie die Verwaltung von Ordnerstrukturen. Dadurch lassen sich externe Engineering- und PLM-Systeme einfacher integrieren.
Höhere Performance für Variantentabellen
Für Advanced Variant Configuration (AVC) verbessert SAP die Verarbeitung großer Variantentabellen. Optimierte Ladeprozesse, parallele Datenzugriffe und intelligentes Caching reduzieren Lade- und Berechnungszeiten.
Insbesondere umfangreiche Produktkonfigurationen und die Anlage komplexer Verkaufsaufträge profitieren von der höheren Performance.
Erweiterte AVC-Funktionen für Sales Order OData V4 APIs
Die Sales Order OData V4 APIs unterstützen nun die wesentlichen AVC-Szenarien Sales Order (SET), Engineer-to-Order (ETO) und Planned/Production Order (PPO).
Neu ist außerdem die Aktion SetAssignedValues, mit der Merkmalswerte einer Konfiguration programmatisch vollständig aktualisiert werden können. Dadurch lassen sich externe Anwendungen flexibler integrieren.
Neues Bundle Modeling Environment
Mit der Bundle Modeling Environment führt SAP eine zentrale Anwendung zur Modellierung von Produktbündeln ein. Auch Anwender ohne tiefgehende Modellierungskenntnisse können Bundles inklusive Komponenten und Attributen erstellen und verwalten.
Nach der Veröffentlichung werden die benötigten Stammdaten automatisch erzeugt. Die Produktbündel können anschließend direkt in Sales Orders und Solution Orders verwendet werden.
Product Compliance
Mehrkomponentige Produkte mit mehreren Gefahrgütern
Mit Release 2608 erweitert SAP die Gefahrgutprozesse für mehrkomponentige Produkte, die aus mehreren Komponenten bestehen, aber als gemeinsame Verkaufseinheit angeboten werden – beispielsweise Kit-Materialien, CoPacks, Multi-Packs oder Sets.
Sobald mindestens eine Komponente eine UN-Nummer besitzt, wird das Gesamtprodukt gefahrgutrelevant. Die Komponenten werden gemeinsam in einer geeigneten beziehungsweise UN-zertifizierten Verpackung ausgeliefert.
Logistisch bleiben Preisfindung, Bestandsführung und Gefahrgutprüfung auf Kopfebene des mehrkomponentigen Produkts. Die einzelnen Bestandteile erscheinen im Kundenauftrag nicht als separate Unterpositionen und werden immer gemeinsam geliefert.
Ein typisches Beispiel ist ein Zweikomponentenkleber aus Harz und Härter. Beide Stoffe können unterschiedliche UN-Nummern und Gefahrgutklassen besitzen, werden aber zusammen mit weiterem Zubehör in einer gemeinsamen 4G-Verpackung verkauft und transportiert.
Integration in Verkaufs-, Transport- und Lieferprozesse
In Verkauf, Transport und Lieferung prüft das System Transportzulässigkeit und mögliche Zusammenladeverbote auf Ebene des mehrkomponentigen Produkts.
Die ermittelten Gefahrgutdaten können in Folgebelege wie Auftragsbestätigungen, Lieferscheine und spezifische Gefahrguterklärungen übernommen werden und stehen damit entlang des gesamten logistischen Prozesses konsistent zur Verfügung.
Im Kundenauftrag kann der Gefahrgutstatus der Position angezeigt werden. Die Ausgabebelege enthalten unter anderem ADR-Angaben, UN-Nummern, offizielle Benennungen und Verpackungsinformationen. Bei mehrkomponentigen Produkten fließen zusätzlich die relevanten Daten der enthaltenen Gefahrgüter ein.
Erweiterungen der App „Dangerous Goods Information – For the Value Chain“
Über den Prozessfluss lässt sich „Dangerous Goods Information – For the Value Chain“ direkt zum jeweiligen Vertriebsbeleg öffnen. Nach Auswahl der Belegposition zeigt die App die erforderlichen Kennzeichnungen, Labels, Transportzulässigkeiten und Verpackungsdetails.
Mit Release 2608 können einzelne Prozessschritte gezielter genutzt oder bei Bedarf übersprungen werden. Zudem wurden die Informationen zur Freistellung nach ADR 1.1.3.6 neu strukturiert und mehrkomponentige Produkte in die Prüfung aufgenommen.
Auch der Prüfstatus wird übersichtlicher dargestellt. Größere Labels und konfigurierbare Tabellen ermöglichen es, relevante Spalten gezielt einzublenden und erleichtern die Prüfung von Beförderungspapieren, Verpackungen, Kennzeichnungen und Mengengrenzen.
Ausblick auf nachfolgende Releases
Für die Compliance Data Foundation plant SAP regulatorische Content-Updates und ein KI-gestütztes Data Scouting. Im Gefahrgutmanagement sind die Abwicklung bereits verpackter Gefahrgüter in alternativen Mengeneinheiten, die Unterstützung von Kit-UN-Nummern wie UN 3316 sowie weitere regulatorische Updates vorgesehen.
Im Sicherheitsdatenblattmanagement nennt SAP die automatisierte GHS-Klassifizierung und -Kennzeichnung, eine erweiterte SDS-Erstellung für EU- und REACH-ähnliche Regelwerke sowie ein Starter-Template für die USA.
Für Substance Volume Tracking sind Verbesserungen bei der Abbildung der Importverantwortung, ein Framework zur Anbindung weiterer Geschäftsprozesse sowie die neue App „View Processed Material Documents“ angekündigt.
Environment, Health & Safety
KI-gestütztes Compliance Management
Mit Release 2608 stellt SAP als Lab Preview eine KI-Unterstützung für das Compliance Management vor. Verpflichtungen können direkt aus umfangreichen PDF-Dokumenten wie Rechts-, Genehmigungs- oder Richtliniendokumenten übernommen werden.
Das System liest zunächst die Kopfdaten aus, erkennt anschließend einzelne Anforderungen und schlägt passende Aufgaben, Instandhaltungsmeldungen oder Reporting-Aufgaben vor. In einer parallelen Ansicht werden die relevanten Textstellen im Original-PDF hervorgehoben und den vorgeschlagenen Maßnahmen gegenübergestellt.
Die Verknüpfung zwischen Originaldokument, erkannter Anforderung und abgeleiteter Maßnahme bleibt damit nachvollziehbar – insbesondere für Audits. Gleichzeitig sinken manueller Pflegeaufwand und das Risiko, Anforderungen zu übersehen oder fehlerhaft zu erfassen.
Gefahrstoffverzeichnis pflegen und auswerten
Mit „Maintain Hazardous Substances Inventory“ lässt sich ein zentrales Gefahrstoffverzeichnis aufbauen und pflegen. Stoffe können neu angelegt oder aus bestehenden Stammdaten übernommen werden.
Separate Teilverzeichnisse ermöglichen es, Mengen beispielsweise nach Lagerort, Gebäude oder organisatorischem Bereich zu führen und Bestände nach Standort und Verantwortungsbereich zu strukturieren.
Die App „View Hazardous Substances Inventory“ bietet eine zentrale Übersicht der erfassten Informationen. Anwender können Stoffe suchen, Gesamtmengen über mehrere Standorte auswerten und auf sicherheitsrelevante Informationen wie GHS-Gefahrensymbole und Hinweise zur sicheren Handhabung zugreifen. Damit unterstützt das Gefahrstoffverzeichnis neben der Dokumentation auch Lagerung, Arbeitsschutz und Notfallorganisation.
Ad-hoc-Leistungen in der Arbeitsmedizin
Im Bereich Occupational Health erweitert SAP die Unterstützung für spontane und geplante arbeitsmedizinische Leistungen. In „Manage Occupational Health Protocols“ können Gesundheitsprotokolle angelegt, gepflegt und mit Compliance-Verpflichtungen verknüpft werden.
Über „Manage Health Center Appointments“ lassen sich kurzfristige und geplante Gesundheitsleistungen in einer Kalenderansicht anlegen und den zuständigen Rollen zuordnen.
Die weitere Bearbeitung erfolgt in „Manage Health Service Requests“. Dort werden Anfragen konkretisiert, Verantwortlichkeiten festgelegt und passende Gesundheitsprotokolle zugeordnet. SAP bildet damit den gesamten Ablauf von der Anfrage über die Terminierung bis zur fachlichen Bearbeitung durchgängig ab.
Service
Erweiterungen bei Serviceverträgen
Bei der manuellen Vertragsänderung können Kundenbestellnummern direkt während der Vertragsverlängerung gepflegt oder aktualisiert werden. Eine neue Typeahead-Eingabehilfe vereinfacht zudem die Auswahl von Partnerfunktionen wie Auftraggeber oder Ansprechpartner.
Zusätzliche Konfigurationsmöglichkeiten ermöglichen separate Nummernkreise für Servicevertragsvorlagen sowie eine flexiblere Steuerung von Standard-Positionstypen und Nummernkreisen im Lösungsauftrag und Service Management.
Flexiblere SAP-Concur-Integration
Die Integration von SAP Concur in das Service Order Management kann nun gezielt nach Vorgangsart, Vertriebsorganisation, Sparte oder Produkt gesteuert werden, statt sie global für alle Serviceaufträge zu aktivieren.
Key User können außerdem festlegen, ob das Concur-Kennzeichen standardmäßig gesetzt wird und ob Anwender es im Serviceauftrag ändern dürfen. Dadurch lassen sich Integrationsfehler reduzieren, Concur schrittweise einführen und unterschiedliche organisatorische Anforderungen ohne individuelle Entwicklungen abbilden.
Neue Business Events für Serviceprozesse
Für Serviceaufträge und Servicebestätigungen stehen auf Kopf- und Positionsebene zusätzliche Business Events wie Erstellt, Geändert, Freigegeben, Abgelehnt, Gelöscht und Abgeschlossen zur Verfügung.
Externe Systeme können dadurch in Echtzeit auf Änderungen reagieren, ohne regelmäßige Abfragen oder individuelle Middleware. Dies unterstützt ereignisgesteuerte Integrationen beispielsweise mit Field Service Management, CRM- oder Analyseplattformen. Die Standardereignisse können zudem um eigene Attribute erweitert und an individuelle Anforderungen angepasst werden.
Ungeplante Positionen in Servicerückmeldungen
Erfasst ein Servicetechniker zusätzliche Ersatzteile oder Arbeitsleistungen, berücksichtigt das System bei der Preisfindung nun automatisch Kunden- und Produkthierarchien.
Die ungeplanten Positionen werden gleichzeitig in den zugehörigen Serviceauftrag übernommen, wodurch eine korrekte Preisermittlung sichergestellt und der Bedarf an manuellen Nacharbeiten reduziert wird.
Erweiterte Ausgabesteuerung
Die Ausgabeeinstellungen können direkt in Serviceangeboten, Serviceaufträgen und Reparaturaufträgen angepasst werden. Neben Versandart, Formularvorlage und Empfänger lassen sich zusätzliche E-Mail-Adressen und Anhänge ergänzen.
Ausgabedokumente können außerdem an sämtliche im Beleg hinterlegten Partnerfunktionen versendet werden, was die Kommunikation mit Kunden und Geschäftspartnern flexibler gestaltet.
Serviceangebote flexibler wiederverwenden
Serviceangebote können direkt aus einer Serviceauftragsvorlage erstellt werden. Eine Vorlage lässt sich damit sowohl für Serviceangebote als auch für Serviceaufträge verwenden. Das reduziert den Pflegeaufwand, erhöht die Konsistenz zwischen angebotenen und ausgeführten Leistungen und vereinfacht wiederkehrende Serviceprozesse.
Überarbeitete Serviceangebote können zudem direkt aus einem abgelehnten Serviceangebot erstellt werden. Dabei werden akzeptierte und abgelehnte Positionen übernommen und Anwender wählen gezielt aus, welche abgelehnten Positionen erneut angeboten werden sollen. Wird das neue Angebot angenommen, werden diese Positionen automatisch in den nachfolgenden Serviceauftrag übernommen.
Erweiterungen für In-House Repair
Über die Key-User-Extensibility können eigene Felder und Erweiterungen ohne umfangreiche Entwicklung in In-House-Repair-Prozesse integriert werden.
Zusätzlich lassen sich Reparaturaufträge oder einzelne Reparaturobjekte gezielt ablehnen und Reparaturobjekte nachträglich ergänzen. Der Warenempfänger kann automatisch anhand des Auftraggebers ermittelt werden, wodurch die Stammdatenpflege vereinfacht wird.
Nicht abrechenbare Positionen
Nicht abrechenbare Positionen unterstützen nun unterschiedliche Positionstypen wie Ersatzteile, externe Leistungen, Serviceleistungen und Servicepakete.
Diese Positionen werden konsistent verarbeitet, von der Umsatzrealisierung ausgeschlossen und nicht auf Kundenrechnungen ausgegeben. Dadurch lassen sich interne oder kulanzbedingte Leistungen transparenter dokumentieren und steuern.
Weitere Verbesserungen im Service Management
Auch in weiteren Bereichen bringt 2608 funktionale Erweiterungen:
- Kunden- und Produkthierarchien werden bei der Preisfindung in In-House-Reparaturprozessen berücksichtigt.
- Der ausführende Servicemitarbeiter kann bei Servicerückmeldungen optional angegeben werden.
- Das Pricing BAdI unterstützt zusätzliche Attribute wie Equipment-ID, Referenzprodukt und Materialgruppe.
- Die Positionstypenermittlung für Serviceprozesse wurde flexibler gestaltet.
- Für Italien stehen die Rechtstextarten CIG und CUP, für Spanien EDSI in Service- und Reparaturbelegen zur Verfügung.
- Liefertexte für beschaffte Ersatzteile werden automatisch aus dem Serviceauftrag in die zugehörigen Einkaufsbelege übernommen, wodurch Medienbrüche reduziert werden.
Professional Service
Vereinfachte und integrierte Zeiterfassung
Die überarbeitete Fiori-App zur Zeiterfassung bietet eine modernere Benutzeroberfläche, unterstützt mobile Endgeräte und vereinfacht den gesamten Erfassungs- und Genehmigungsprozess.
Neu ist außerdem eine konsolidierte Zeiterfassung für HR und Projektabrechnung. Zeiten müssen dadurch nur noch einmal erfasst werden, wodurch Medienbrüche und Redundanzen reduziert und durchgängige End-to-End-Prozesse gefördert werden.
KI-Unterstützung bei Zeiterfassung und Work in Progress
Mit den neuen Smart Suggestions schlägt das System auf Basis bisheriger Buchungen automatisch passende Projekte und Aufgaben für die Zeiterfassung vor. Dadurch sollen sowohl die Qualität der erfassten Zeiten als auch die Effizienz bei der Erfassung verbessert werden.
KI unterstützt künftig auch das Work-in-Progress-Management (WIP) durch intelligente Analysen und Hinweise auf noch nicht abgerechnete Leistungen. Für Projektcontrolling und Finance bietet dies das Potenzial, Abrechnungen schneller durchzuführen und die Transparenz zu erhöhen. Viele dieser KI-Funktionen befinden sich aktuell noch im Preview und geben damit einen Ausblick auf die weitere Produktstrategie.
Erweiterungen im Projektmanagement und Billing
Der Transfer von Projektplänen nach FI wurde flexibler gestaltet. Zudem können Billing-Plan-Positionen gesammelt verarbeitet und abrechnungsrelevante Dokumente direkt an Preliminary Billing Documents angehängt werden.
Beim Projektabschluss prüft das System außerdem automatisch, ob alle erforderlichen Abrechnungen und Anzahlungen abgeschlossen wurden. Dadurch lassen sich Nacharbeiten reduzieren und die Prozessqualität erhöhen.
Weitere Verbesserungen
Auch im Arbeitsalltag gibt es mehrere praktische Erweiterungen. Dazu gehören eine optimierte Benutzeroberfläche für Projektmanager, die Möglichkeit zur nachträglichen Zeiterfassung für externe Mitarbeiter nach dem Offboarding sowie ein erweitertes Request Assignment Management für eine flexiblere Ressourcenplanung.
Solution Orders
Neue Konfigurationsmöglichkeiten für Lösungsaufträge
Unternehmen können kundenspezifische Nummernkreise definieren und den jeweiligen Vorgangsarten von Lösungsaufträgen zuordnen, wodurch sich Belege klarer unterscheiden lassen.
Gleichzeitig kann die von SAP ausgelieferte Positionstypenfindung für Lösungsaufträge und weitere Servicevorgänge erweitert werden. Vorgeschlagene und auswählbare Positionstypen werden je Positionstypengruppe festgelegt und zusätzliche Findungseinträge können ergänzt werden. Dadurch lässt sich der Solution-Order-Prozess stärker an die eigenen Geschäftsmodelle anpassen, ohne die grundlegende Standardlogik zu verlassen.
Auftragsgrund im Lösungsauftrag
Neu ist der Auftragsgrund auf Kopfebene. Die verfügbaren Auftragsgründe werden über eine SSCUI abhängig von Servicevorgangsart und Verkaufsorganisation definiert und können anschließend über die Oberfläche oder per API erfasst werden.
In „Lösungsaufträge verwalten“ steht der Auftragsgrund auch als Such- und Filterkriterium zur Verfügung. Wird beispielsweise aus einer Verkaufsposition ein Folgekundenauftrag erzeugt, wird der Auftragsgrund automatisch weitergegeben. Der geschäftliche Anlass bleibt dadurch über den gesamten Belegfluss erhalten und kann konsistent für Auswertungen genutzt werden.
Verbesserte Bedienung
Bei der Produktauswahl unterstützt eine neue Type-Ahead-Funktion die Suche nach der Produkt-ID. Zusätzlich stehen für Währung, Einheit, Incoterms und Werk passendere Wertehilfen zur Verfügung.
OData V4 für konfigurierbare Produkte und Solution Bundles
Die OData-V4-Schnittstellen werden für konfigurierbare Produkte und Solution Bundles erweitert. Über RAP-basierte CRUD- und Simulations-APIs können Lösungsaufträge mit konfigurierbaren Verkaufs- und Servicevertragspositionen angelegt, gelesen, geändert und gelöscht werden.
Auch Solution Bundles und konfigurierbare Produkte lassen sich innerhalb eines Lösungsauftrags anlegen oder simulieren. Merkmalswerte können bereits bei der Erstellung oder Simulation mitgegeben werden. Externe Angebots- und Commerce-Systeme erhalten dadurch stärker automatisierten Zugriff auf aktuelle Preisinformationen, was eine durchgängige Quote-to-Order-Verarbeitung, insbesondere in hybriden Systemlandschaften, unterstützt.
Kundenspezifische Prozesslogik
Im Rahmen eines Controlled Availability Early Adopter Programms steht mit dem BAdI CRMS4_BTX_CHECK_AND_MODIFY ein zentraler Erweiterungspunkt für Servicevorgänge einschließlich des Lösungsauftrags zur Verfügung.
Damit können SAP-Standardfelder und Erweiterungsfelder upgrade-sicher geprüft und verändert werden. Zusätzlich lassen sich eigene Validierungsmeldungen, Fehlerbehandlungen und weitere RAP-basierte Logiken umsetzen.
Erweitertes Output Management
Auch das Output Management für Lösungsaufträge wird erweitert. Separate BAdIs auf Kopf- und Positionsebene ermöglichen es, vor der Ausgabeerzeugung Daten aus zugehörigen Folgebelegen zu ergänzen. Über freigegebene CDS-Views kann dabei auf nachgelagerte Vorgangsdaten zugegriffen werden.
Auftragsbestätigungen und Lieferbenachrichtigungen können dadurch eine konsistente Sicht auf die gesamte Lösung enthalten, ohne die benötigten Informationen zusätzlich im ausgebenden Beleg speichern zu müssen. Darüber hinaus lässt sich steuern, zu welchem Zeitpunkt die Auftragsbestätigung versendet wird.
Subscription Billing
Subscription Ramps
Mit Subscription Ramps können geplante Änderungen einer Subscription bereits bei Vertragsabschluss hinterlegt und später automatisch wirksam werden. Möglich sind bis zu zehn Ramp-Perioden mit individuellen Preisen, Rabatten, Seat-Mengen, Abrechnungsmodellen, Rate Plans oder Produktwechseln.
Damit lassen sich beispielsweise schrittweises Onboarding, wachstumsabhängige Verträge oder vereinbarte Ausbaustufen innerhalb einer Subscription abbilden. Änderungen müssen nicht mehr zu jedem Stichtag manuell vorgenommen werden, wodurch der Pflegeaufwand sinkt und wiederkehrende Umsätze besser planbar werden.
SAP Managed Provisioning und Managed Integration
Mit SAP Managed Provisioning und SAP Managed Integration wechselt die technische Bereitstellung von Subscription Billing von einem weitgehend kundenseitig verantworteten Setup zu einem von SAP betriebenen SaaS-Modell.
Die Aktivierung kann über SAP for Me angestoßen werden. Das Provisioning von SAP Subscription Billing und den angebundenen Suite-Komponenten erfolgt automatisiert. Laut SAP kann sich dadurch die Einrichtung integrierter Szenarien deutlich verkürzen. Gleichzeitig sinken Implementierungsaufwand und Projektrisiko, da SAP auch Monitoring und Lifecycle Management übernimmt.
Betragsbasierte Kalkulation und Vergleichslogik
Die Pricing-Logik unterstützt nun monetäre Werte direkt. Dazu gehören Betragsfelder, betragsbasierte Ergebnisse aus Lookup-Tabellen sowie Import, Export und Pflege von Tabellen mit Geldbeträgen.
Über Formeln und spezielle Komponenten im Pricing Tree können Beträge berechnet und miteinander verglichen werden. Auf dieser Basis lassen sich Verzweigungen steuern und Preiselemente erzeugen. Regeln wie eine wiederkehrende Gebühr mit festgelegtem Höchstbetrag, die bisher nur über Umwege abbildbar waren, können dadurch direkter modelliert werden.
Neue App für G/L Line Items in Contract Accounting
Die neue Fiori-App „Display G/L Line Items in Contract Accounting“ (F9342) ermöglicht die zentrale Anzeige und Auswertung der im Vertragskontokorrent erzeugten Hauptbuchpositionen.
Die Buchungsdaten stehen bereits vor der Übertragung des Abstimmschlüssels zur Verfügung, sodass Unstimmigkeiten frühzeitig untersucht werden können. Filter nach beispielsweise Sachkonto, Buchungsdatum, Segment, Profitcenter, Kostenstelle oder Abstimmschlüssel erleichtern die Suche.
Positionen können zudem nach Sachkonten gruppiert und anschließend bis auf einzelne Belege und Positionen aufgeklappt werden. Das verbessert die Transparenz im Vertragskontokorrent und unterstützt insbesondere Abstimmungsarbeiten und den Periodenabschluss.
Erweiterungspunkte für das Vertragskonto
SAP erweitert das Vertragskonto um vordefinierte Erweiterungspunkte. Key User und Entwickler können eigene Felder und Logiken für Bereiche wie Vertragskontokopf, Geschäftspartner und Partnerkorrespondenz ergänzen.
Unterstützt werden unter anderem eigene Ermittlungen, Validierungen und Logiken beim Speichern. Kundenspezifische Anforderungen lassen sich damit umsetzen, ohne die Upgrade-Fähigkeit des Systems unnötig zu beeinträchtigen.
Erweiterungen für Convergent Invoicing
In Convergent Invoicing kann der Gesamtbetrag einer Rechnung automatisch auf mehrere Teilbeträge mit individuellen Fälligkeitsterminen verteilt werden.
Der Zahlungsplan wird während des Rechnungslaufs erzeugt und kann vollständig auf der Rechnung ausgegeben werden. Für jeden Fälligkeitstermin erstellt das System entsprechende Rechnungs- und Buchungsbelegpositionen. Über ein BAdI kann zusätzlich eine eigene Logik für die Aufteilung der Beträge hinterlegt werden.


















